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Elektrotechnik | Messen und Prüfen

Prüfungen als Bestandteil von Umbauarbeiten

ep10/2007, 4 Seiten

Ein Elektrofachbetrieb erhielt den Auftrag, in einem Gewerbebetrieb anstelle eines bereits vorhandenen Festanschlusses eine Steckdose zu installieren. Dabei blieb die Zuleitung vom Unterverteiler unverändert. Die Installation wurde entsprechend ausgeführt und die sichere Funktion der Steckdose mit einem Spannungsprüfer mit Lastzuschaltung geprüft. Nach Abschluss der Arbeiten verlangt der Auftraggeber zusätzlich auch Prüfungen nach VDE 0100 (Schleifenimpedanz, Kurzschlussstrom usw.) am gesamten Stromkreis. Diese Arbeiten waren jedoch vor der Auftragsvergabe grundsätzlich nicht abverlangt. 1. Müssen solche ausführlichen Messungen automatisch durch einen Elektrofachbetrieb ohne zusätzliche Beschreibung erbracht werden? Der Elektrofachbetrieb geht davon aus, dass die Anlage auch vor seinem Betreten des Gebäudes in ordnungsgemäßem Zustand war. Die ordnungsgemäße Funktion der Steckdose wurde mit dem Spannungsprüfer zusätzlich nachgewiesen. Dadurch dass an der Zuleitung nichts verändert wurde, kann sich auch an den elektrischen Werten des Stromkreises generell nichts geändert haben. Die geforderten umfangreichen Messungen gehen meiner Meinung nach eher in den Bereich der für den Gewerbebetrieb vorgeschriebenen Wiederholungsprüfungen (selbst bei Wiederholungsprüfungen müssen nicht alle Stromkreise durchgemessen werden). 2. Sollten die Leistungen tatsächlich zwingend vorgeschrieben sein, müssen diese dann auch vom Auftraggeber preislich abgefragt und zusätzlich vergütet werden? Anderenfalls ist es einer Elektrofachfirma eigentlich nicht möglich, ein Angebot abzugeben, das an die Realität angepasst ist. Vor Angebotsabgabe wäre dann immer eine entsprechende Begehung notwendig.


   

Autor
  • K. Bödeker
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