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Elektrotechnik | Installationstechnik | Brand- und Explosionsschutz

Installation eines Lackierraums

ep1/2005, 1 Seite

Für eine kleine Tischlerei sollen wir in einer frei stehenden ehemaligen Garage aus Betonfertigteilen (3 m x 4 m) einen Lackierraum installieren, in dem gelegentlich auch brennbare Farben verwendet werden. Im Vorraum werden außerhalb der Spritzzeiten Holzteile geschnitten und geschliffen. Vorgesehen sind für den Spritzraum eine Ex-Leuchte 2 x 58 W sowie ein Ex-Ventilator. Die Schalter werden außerhalb installiert. • Welche Anforderungen an die E-Anlage werden noch gestellt? • Ist die Abnahme durch den TÜV erforderlich? • In welcher Form ist der Vorraum mit einzubeziehen? • Welche bautechnischen Anforderungen werden an den Spritzraum gestellt?


· einen Aufputzverteiler, der die Bedingungen im Abschnitt 5.10 und Tabelle 8 für Aufputzverteiler in [3]erfüllt. Bei 18 nebeneinander auf einer DIN-Schiene angeordneten Reiheneinbaugeräten mit je einer Teilungseinheit ist theoretisch eine unzulässige gegenseitige Wärmebeeinflussung möglich. Sie dürfte bei den im Regelfall zu erwartenden Belastungsverhältnissen in Wohnungen aber kaum ins Gewicht fallen. Der von 125 auf 150 mm vergrößerte Hutschienenabstand wirkt hier den genannten Erscheinungen entgegen und erleichtert außerdem die Montage- und Wartungsarbeiten. Fehlende Angaben sollten Sie beim Hersteller erfragen. Wenn Sie sich für den Einsatz des von Ihnen vorgeschlagenen Verteilers entscheiden, so tragen Sie dafür natürlich selbst die Verantwortung. Es ist zu empfehlen, mit dem Anlagenerrichter eine entsprechende Abstimmung zu treffen. Er ist es, der seine eigenen Entscheidungen hierzu treffen muss. Er kann bei der gegebenen Normensituation den Einsatz dieser Verteiler aber auch ablehnen. Literatur [1] TGL 9552/06 Wohngebäude; Elektrotechnische Anlagen. [2] DIN VDE 0100-482 Errichten von Niederspannungsanlagen; Teil 4: Schutzmaßnahmen; Kapitel 48: Auswahl von Schutzmassnahmen; Hauptabschnitt 482: Brandschutz bei besonderen Risiken und Gefahren. [3] DIN VDE 0603-1 Installationskleinverteiler und Zählerplätze AC 400 V; Installationskleinverteiler und Zählerplätze. [4] DIN 43 871 Installationskleinverteiler für Einbaugeräte bis 63 A. [5] DIN EN 60 493-3/VDE 0660 Teil 504 Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen; Besondere Anforderungen an Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen, zu deren Bedienung Laien Zutritt haben. [6] DIN 18 015-1 Elektrische Anlagen in Wohngebäuden; Teil 1: Planungsgrundlagen. [7] DIN VDE 0100-510 Errichten von Niederspannungsanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V; Teil 5: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel; Kapitel 51: Allgemeine Bestimmungen. H. Senkbeil Installation eines Lackierraums ? Für eine kleine Tischlerei sollen wir in einer frei stehenden ehemaligen Garage aus Betonfertigteilen (3 m x 4 m) einen Lackierraum installieren, in dem gelegentlich auch brennbare Farben verwendet werden. Im Vorraum werden außerhalb der Spritzzeiten Holzteile geschnitten und geschliffen. Vorgesehen sind für den Spritzraum eine Ex-Leuchte 2 x 58 W sowie ein Ex-Ventilator. Die Schalter werden außerhalb installiert. · Welche Anforderungen an die E-Anlage werden noch gestellt? · Ist die Abnahme durch den TÜV erforderlich? · In welcher Form ist der Vorraum mit einzubeziehen? · Welche bautechnischen Anforderungen werden an den Spritzraum gestellt? ! Anforderungen an die elektrische Anlage. Gegen die vorgesehene Installation bestehen keine Einwände, wenn die Betriebsmittel nach Abschnitt 5 der EN 60079-14 [1] ausgewählt werden, also nach der · Zoneneinteilung · Zündtemperatur des betreffenden Gases oder Dampfes und · Einteilung des Gases oder Dampfes bezogen auf die Gruppe des elektrischen Betriebsmittels. Diese Informationen sind im Explosionsschutzdokument des Betreibers enthalten. Anmerkung: Das Explosionsschutzdokument nach § 6 der Betriebssicherheitsverordnung [2] ist für alle nach dem 01.01.2003 errichteten Ex-Anlagen gefordert (und für bestehende Anlagen bis zum 31.12.2005 zu erarbeiten). Hilfen zur Erarbeitung des Dokuments sind in der BGI 104 [3] enthalten. Abnahme durch den TÜV. Ja. In § 14 (1) der Betr Sich V [2] wird für Ex-Anlagen die Prüfung vor Inbetriebnahme (und wiederkehrend alle drei Jahre) durch eine zugelassene Überwachungsstelle verlangt. Anmerkung: Die zugelassene Überwachungsstelle ist eine von der zuständigen Landesbehörde benannte und vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung im Bundesarbeitsblatt bekannt gemachte Überwachungsstelle (analog dem bisherigen „amtlich anerkannten Sachverständigen“ nach Elex V). Einbeziehen des Vorraums. Vermutlich wird der Vorraum eine feuergefährdete Betriebsstätte sein. Ob das so ist, entscheidet nach Abschnitt 482.0 der DIN VDE 0100-482 [4] der Betreiber. Die Installation ist dann nach Abschnitt 482.1 von [4] auszuführen, also z. B. · Betriebsmittel mindestens in IP 5X · Leuchten für Staub geeignet (Kennzeichen ) · ein 300-mA-FI-Schutzschalter außerhalb des Vorraums · Neutralleitertrennklemmen für die Abgänge im Unterverteiler. Bautechnische Anforderungen an den Spritzraum. Die Tür ist mit dem Sicherheitszeichen zu versehen. Sie muss dicht- und selbstschließend sein. Andere bautechnische Maßnahmen sind nicht erforderlich. Es sollte überlegt werden, die beiden Räume durch eine Wand explosionstechnisch zu entkoppeln und jeweils nur von außen zugänglich zu machen. Literatur [1] DIN EN 60079-14/VDE 0165 Teil 1:2004-07 Elektrische Betriebsmittel für gasexplosionsgefährdete Bereiche - Teil 14: Elektrische Anlagen für gefährdete Bereiche (ausgenommen Grubenbaue). [2] Betriebssicherheitsverordnung (Betr Sich V) vom 27. September 2002 (BGBl. I Nr. 70, S. 3777). [3] BGI 104 Ex-Regeln mit Beispielsammlung (bisher Ex-Richtlinien). [4] DIN VDE 0100-482:2003-06 Brandschutz bei besonderen Risiken oder Gefahren. F. Schmidt NS-Schaltgerätekombinationen ? Unsere Firma baut Schaltschränke, die weltweit eingesetzt werden. Als Vorschriftengrundlage bezogen wir uns bisher immer auf VDE 0100, 0113, 0660. 1.Vor kurzem erfuhr ich, dass die VDE 0100 für Schaltschränke, -anlagen nicht mehr zulässig/gültig ist. In dieser Norm sind meiner Meinung nach grundlegende Dinge erläutert, an die ich mich als Schaltschrankbauer halten muss, auch wenn diese nicht explizit auf Schaltschränke zutreffen. Sollten wir die Angabe der VDE 0100 auf Schaltplänen streichen? 2.Welche Vorschriften sollten/müssen auf das Deckblatt der Schaltpläne? Bisher haben wir dort die Richtlinien/Vorschriften VDE 0100, VDE 0113 angegeben. 3.Werden Schaltschränke z. B. nach Österreich geliefert, muss die dortige ÖVE eingehalten werden. Wir können diese Bestätigung kaum erbringen, wenn wir nicht wissen was in der ÖVE steht. Ist es überhaupt möglich, dass zwischen der VDE und der ÖVE große Unterschiede bestehen? 4.Wäre es möglich, sich für Projekte in Europa auf eine in ganz Europa gültige Vorschrift/Norm zu beziehen, z. B. die EN 60 439 (meines Wissens in der VDE 0660 erwähnt)? 5. Welche EN können für den Schaltschrankbau noch angewendet werden? ! Für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen gibt es nicht nur eine europäische Norm, sondern auch eine internationale Norm - die IEC 60 439-1. Diese ist theoretisch weltweit anwendbar. In der Praxis wird es aber Probleme geben. Ungeachtet dessen gilt für Europa einheitlich die EN 60 439-1 (identisch mit IEC 60 439-1) die in Deutschland als DIN EN 60 439-1 (VDE 0660 Teil 500) veröffentlicht ist. Europanormen sind in den Ländern der EU und in vielen anderen Ländern einheitlich anzuwenden oder wortgleich in nationale Normen zu übernehmen. Somit gilt auch für Österreich die EN 60 439-1 ohne Abweichung, auch wenn sie in Österreich als ÖVE-Norm mit ÖVE-Nummer veröffentlicht wurde. Das schließt nicht aus, dass in einigen Ländern durch gesetzliche Vorgaben Abweichungen vorhanden sein können. Da jedoch in dieser EN keine „Nationalen Abweichungen“ angeführt sind, gilt die EN 60 439-1 ohne Abweichung. Trotzdem können sich Abwei- Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 1 LESERANFRAGEN

Autor
  • F. Schmidt
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