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Elektrotechnik | Installationstechnik | Recht

Gesetzesverstöße bei Schwarzarbeit

ep10/1999, 1 Seite

Von einem Hausbesitzer in der Nachbarschaft wurde ich gebeten, die Erneuerung und Erweiterung seiner häuslichen Elektroinstallation zu begutachten. Nachdem ich festgestellt hatte, daß alles ordnungsgemäß ausgeführt war und auch gegen den verlangten Preis keine Einwände erhoben werden konnten, ließ der Nachbar die Katze aus dem Sack. Er hatte alles als Schwarzarbeit von einem jungen Elektroinstallateur machen lassen, der sich als Ingenieurstudent auf diese Weise etwas dazu verdiente. Nun wollte er den Preis drücken. Da sich bezüglich der Qualität der Arbeit keine Anknüpfungspunkte ergaben, ging es um die Tatsache der Schwarzarbeit. Dem jungen Mann wurde in Aussicht gestellt, der Elektroinnung oder der Energieversorgung von seiner Tätigkeit als illegaler Installateur ohne Zulassung Kenntnis zu geben und somit Schwierigkeiten zu machen. Ich will hier nicht über die kontroverse Diskussion berichten, die sich dann ergeben hat. Nach meiner Ansicht geht es bei diesem Auftrag um ein rein privates zweiseitiges Geschäft – die geleistete Arbeit ist in jedem Fall zu bezahlen. Die Verantwortung für die normgerechte Tätigkeit trägt in jedem Fall der Schwarzarbeiter. Eine Frage blieb aber offen: Macht sich ein Schwarzarbeiter strafbar, weil er ohne eigenes Gewerbe und ohne Eintragung in die Handwerkerrolle installiert? Gegen welche gesetzliche Vorgabe verstößt er und wer kann gegen ihn vorgehen? Ich setze voraus, daß er normgerecht arbeitet und seine Einkünfte versteuert.


   

Autor
  • J. Pietsch
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