Zum Hauptinhalt springen 
Elektrotechnik | Installationstechnik

Bestandschutz bei Umbau von Küche und Bad

ep7/2009, 2 Seiten

Als Elektroplaner einer Wohnungsbaugesellschaft habe ich die Aufgabe, als begleitende Maßnahme zu einer Erneuerung der Sanitärstränge, die Elektroanlage im Bad und in der Küche entsprechend geltender Vorschriften zu verändern bzw. zu erhalten. Die Elektroanlage des Wohnhauses wurde mit dem Gebäude in den Jahren 1968/1969 im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus errichtet. In den Häusern ist ein durchgängiges TN-C-System vorhanden. Alle Steckdosen in Wohnräumen, in der Küche und im Bad sind in der zum Errichtungszeitpunkt zulässigen Schutzart „klassische Nullung“ ausgeführt. Die Leitungen zu den Steckdosen und den Lampen sind Stegleitungen 2 x 1,5 mm². Licht- und Steckdosenstromkreise sind teilweise nicht getrennt. Die Leitungen der einzelnen Stromkreise sind von Steckdose zu Steckdose durchgeklemmt. Gemäß der neuen Fassung von DIN VDE 0100-410 kann als einzig sichere Lösung eigentlich nur die komplette Erneuerung der Elektroinstallation in der gesamten Wohnung die Schlussfolgerung sein. Dies ist jedoch im bewohnten Zustand und bei Wohnungsgrößen bis 90 m² mit bis zu fünf Räumen eine sehr kostenintensive Baumaßnahme, da die Wohnung für die Arbeiten komplett leergezogen werden müssten und eine komplette Renovierung von Wänden und Decken in allen Räumen erforderlich wäre. 1. Kann ich die Elektroanlage in Küche und Bad entsprechend DIN VDE 0100-410 ausführen und den Rest der Wohnung unverändert lassen (Bestandsschutz)? Dabei muss ich bemerken, dass Eingriffe in die restliche Elektroanlage erforderlich sind, weil durch das Demontieren der Bad- und Kücheninstallation die Verbindung zu den dahinter liegenden Räumen unterbrochen werden kann. 2. Kann ich (zusätzlich zu 1.) verbleibende Steckdosen in den Wohnräumen (außer in Bad und Küche) mit sogenannten SRCDs ausrüsten? Diese Variante ließe sich im bewohnten Zustand sicherlich realisieren. 3. Ist es zu verantworten, dass der Auftraggeber diese Elektroanlage aus Kostengründen überhaupt nicht anfassen lässt und der Zustand der Anlage nur erhalten wird? Es handelt sich bei dem Sanierungsvorhaben um etwa 140 Wohnungen. 3. Ist der Begriff Bestandsschutz irgendwo definiert und wann wird der Bestandsschutz einer Elektroanlage aufgehoben?


   

Autor
  • W. Hörmann
Downloads
Sie haben eine Fachfrage?