Arbeits- und Gesundheitsschutz
Beleuchtung am Arbeitsplatz - Teil 4: Beleuchtungskonzepte und Beleuchtungsstärken
luk12/2009, 2 Seiten
Raumbezogene Beleuchtung Unter raumbezogener Beleuchtung versteht man ein Konzept, bei dem der gesamte Raum als ein Arbeitsbereich (AB) betrachtet wird. Dieses Beleuchtungskonzept wird empfohlen, wenn · Arbeitsbereiche in der Planungsphase örtlich nicht zugeordnet werden können, · die räumliche Ausdehnung der Arbeitsbereiche in der Planungsphase nicht bekannt ist, · eine flexible Anordnung der Arbeitsbereiche vorgesehen ist oder · der Raum gleichmäßig ausgeleuchtet sein soll. Im gesamten Raum ist eine einheitliche qualitätsmäßig befriedigende Beleuchtung vorhanden. Arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung In größeren Räumen oder solchen mit unterschiedlichen Arbeitsplätzen wird man im Allgemeinen eine Arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung einrichten. Darunter versteht man die gesonderte Beleuchtung von Arbeitsbereichen (AB) und Umgebungsbereichen (UB) sowie gegebenenfalls von sonstigen Bereichen (SB). Für den Umgebungsbereich kann ein Randstreifen von 0,50 m Breite entlang der Raumbegrenzungsflächen unberücksichtigt bleiben. Empfohlen wird dieses Beleuchtungskonzept, wenn · die Anordnung der Arbeitsplätze und der Arbeitsbereiche bekannt sind, · verschiedene Arbeitsbereiche unterschiedliche Beleuchtungsbedingungen erfordern oder · im Raum unterschiedliche Lichtzonen vorhanden sein sollen. Verschiedene Varianten der Beleuchtung von Arbeitsräumen sind üblich, die sich letztlich in Bild zusammenfassen lassen. Hier erkennt man die · arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung (AB), · teilflächenbezogene Beleuchtung (TF), · umgebungsbereichsbezogene Beleuchtung (UB) und die · Beleuchtung für sonstige Bereiche (SB). Teilflächenbezogene Beleuchtung Unter dem Konzept „Teilflächenbezogene Beleuchtung“ versteht man die Beleuchtung von einzelnen Flächen im Arbeitsbereich. In diesen Bereichen werden Tätigkeiten mit höheren Sehanforderungen verrichtet, z. B. Lesen, Messen oder Beobachten von Fertigungsprozessen. Dieses Beleuchtungskonzept wird empfohlen, wenn die Beleuchtung angepasst werden soll an · unterschiedliche Tätigkeiten in einem Arbeitsbereich, · räumlich unterschiedlich orientierte Arbeitsmittel innerhalb des Arbeitsbereiches, · das individuelle Sehvermögen und an individuelle Erfordernisse der Mitarbeiter. Für dieses Konzept können zusätzlich Arbeitsplatzleuchten verwendet werden, wobei bei der Auswahl darauf zu achten ist, dass die Arbeitsplatzleuchten den sicherheitstechnischen, ergonomischen und lichttechnischen Erfordernissen genügen. Mindestbeleuchtungsstärken Eine wichtige Aufgabe bei der Planung bildet die Festlegung der für die einzelnen Bereiche erforderlichen Beleuchtungsstärken. Arbeitsbereiche, in denen sich Mitarbeiter bei der von ihnen auszuübenden Tätigkeit regelmäßig über einen längeren Zeitraum aufhalten müssen, sind mit einem Wartungswert der horizontalen Beleuchtungsstärke von mindestens 300 Lux zu beleuchten. Dies gilt auch, wenn der gesamte Raum wie ein Arbeitsbereich betrachtet wird (raumbezogene Beleuchtung). Wartungswerte Als Wartungswert der Beleuchtungsstärke wird der Wert (in Lux) bezeichnet, unter den die mittlere Beleuchtungsstärke auf einer bestimmten Fläche nicht sinken darf. Letztlich bedeutet dies, dass auch Beleuchtungsanlagen einer regelmäßigen Prüfung zu unterziehen sind. Der Wartungswert der Beleuchtungsstärke von 300 Lux wird aus sicherheitstechnischen Gründen festgelegt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Unfallhäufigkeit bei Beleuchtungsstärken unter 300 Lux deutlich ansteigt. Sind aus produktionsbezogenen Erfordernissen Werte ab 500 Lux erforderlich, so ist aus ergonomischen Gründen der gesamte Arbeitsbereich mit einem Wartungswert von min-Zu den Gütemerkmalen der künstlichen Beleuchtung zählt u. A. das Beleuchtungsniveau. Über verschiedene Beleuchtungskonzepte wird es erreicht. Durch regelmäßiges Prüfen von Wartungswerten der Beleuchtungsstärke lässt sich dieses Niveau sichern. Arbeitssicherheit Beleuchtung am Arbeitsplatz Teil 4: Beleuchtungskonzepte und Beleuchtungsstärken F a c h w i s s e n L e r n f e l d e r 6 - 1 3 LERNEN KÖNNEN 12/09 z. B. Anlagen mit Fern bedienungen SB, Verkehrsweg AB Arbeitsbereich UB Umgebungsbereich TF Teilfläche SB sonstige Bereiche Möglichkeiten zur Planung einer bereichsbezogenen Beleuchtung destens 500 Lux zu beleuchten. Wartungswerte ab 750 Lux müssen nicht auf den gesamten Arbeitsbereich, sondern nur auf Teilflächen innerhalb der Arbeitsbereiche bezogen werden. In diesen Fällen darf die mittlere Beleuchtungsstärke im Arbeitsbereich zusammen mit der Teilfläche nicht unter 500 Lux abfallen. Die Beleuchtung von Teilflächen kann z. B. durch Arbeitsplatzleuchten erfolgen. In Tafel sind Festlegungen der erforderlichen Beleuchtungsstärken sowie der Wartungswerte zusammengefasst. Unter der horizontalen Beleuchtungsstärke wird dabei die Beleuchtungsstärke auf einer ebenen horizontalen Fläche, z. B. einer Arbeitsfläche verstanden. Der Umgebungsbereich ist mit einer Beleuchtungsstärke, die eine Stufe unter der des Arbeitsbereiches liegen kann, aber mindestens mit 200 Lux entsprechend Tafel zu beleuchten. Alle sonstigen Bereiche sind mit einem Wartungswert der horizontalen Beleuchtungsstärke gemäß Tafel , mindestens jedoch mit 50 Lux, zu beleuchten. Der Wartungswert der horizontalen Beleuchtungsstärken bezieht sich im Allgemeinen auf eine Höhe von 0,85 m über dem Boden. In Bereichen in denen vorwiegend im Sitzen gearbeitet wird, z. B. an Büroarbeitsplätzen, bezieht sich der Wartungswert der horizontalen Beleuchtungsstärken auf eine Höhe von 0,75 m über dem Boden. Für Verkehrswege, Treppen, Fahrwege und ähnliches bezieht sich der Wartungswert der horizontalen Beleuchtungsstärken auf eine Höhe von 0,20 m über den Boden. Beleuchtungsanlagen sind mit einem Wartungsfaktor zu planen, der die · Verschmutzung der Leuchten sowie der Lampen, · Lampenlebensdauer (Ausfallwahrscheinlichkeit), den · Lichtstromrückgang der Lampen und die · Verschmutzung der Raumoberflächen berücksichtigt. Beim Fehlen von Daten für die spezifische Planung der Beleuchtungsanlage, aber auch für eine überschlägige Projektierung, sollte von einem Referenzwert des Wartungsfaktors von · 0,67 für normal verschmutzende Räume, · 0,50 für stärker verschmutzende Räume ausgegangen werden. Die Werte gelten bei einem Wartungszyklus von drei Jahren. H.H. Egyptien Arbeitssicherheit F a c h w i s s e n L e r n f e l d e r 6 - 1 3 12 LERNEN KÖNNEN 12/09 Zylindrische und vertikale Beleuchtungsstärke Fortsetzung LERNEN & KÖNNEN Arbeitsbereiche Wartungswert der horizontalen Beleuchtungsstärke Arbeits- Umgebungsbereich bereich Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte sich bei der von ihnen auszuübenden Tätigkeit regelmäßig über einen längeren Zeitraum oder im Verlauf der täglichen Arbeitszeit nicht nur kurzfristig aufhalten. 300 Lux 200 Lux Arbeitsbereiche, in denen aus sehphysiologischen oder produktionsbezogenen Erfordernissen Werte ab 500 Lux erforderlich sind, z. B. Büroarbeitsplätze, Laboratorien, Arbeitsplätze im Gesundheitswesen, oder alle Arbeitsbereiche mit besonderen Gefährdungen, z. B. Arbeiten mit Kreissägen. 500 Lux 300 Lux Arbeitsbereiche, in denen Mitarbeiter sich nicht regelmäßig über einen längeren Zeitraum oder im Verlauf der täglichen Arbeitszeit nur kurzfristig aufhalten und die keine besonderen Gefährdungen aufweisen, z. B. für Tätigkeiten im Lager. Ausgenommen davon sind Arbeitsbereiche mit besonderen Gefährdungen, z. B. mit Kreissägen, handbetriebenen Maschinen und Werkzeugen, Umgang mit Gefahrstoffen, sowie Arbeitsbereiche, die vorübergehend für Instandhaltung und Reparaturen oder ähnliches genutzt werden. 200 Lux 200 Lux Tafel Beleuchtungsstärken für Arbeitsbereiche und Umgebungsbereiche in Innenräumen Sonstige Bereiche Wartungswert der horizontalen Beleuchtungsstärke Verkehrsflächen und Flure 100 Lux Treppen, Fahrtreppen und Fahrbänder 150 Lux Fahrwege mit Personenverkehr 150 Lux Fahrwege ohne Personenverkehr 50 Lux Anlagen mit Fernbedienungen 50 Lux Anlagen mit gelegentlichen manuellen Eingriffen 150 Lux Lagerflächen 100 Lux Pausenräume 100 Lux Sanitärräume 200 Lux Bereiche mit niedrigen Anforderungen an die Sehaufgabe, z. B. Wartungsgänge, Stellflächen in Parkhäusern 50 Lux Tafel Beleuchtungsstärken für sonstige Bereiche Impressum ep - LERNEN und KÖNNEN Magazin für die Aus- und Weiterbildung HUSS-MEDIEN Gmb H Am Friedrichshain 22; 10407 Berlin Tel. 030 42151-378, Fax 030 42151-251 Redaktion: Rüdiger Tuzinski (Redaktionsleiter), Hein Elster, Heino Hackbarth (Redakteure), Sabine Funke (Layout), Petra Richter (Zeichnungen) Schülerservice Abo-Verwaltung und Vertrieb: Directa Buldt Fachverlag Lübecker Str. 8; 23611 Bad Schwartau Tel. 0451 49999-0, Fax 0451 49999-40 Erscheinungsweise: Monatlich als Beilage der Zeitschrift Elektropraktiker Anpassung des Beleuchtungsniveaus an das Sehvermögen älterer Mitarbeiter
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- H.-H. Egyptien
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