Licht- und Beleuchtungstechnik
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Arbeits- und Gesundheitsschutz
Beleuchtung am Arbeitsplatz - Teil 6: Optimierung der künstlichen Beleuchtung
luk2/2010, 2 Seiten
Künstliche Beleuchtung Beleuchtungsstärke. Durch die Anhebung der Beleuchtungsstärken können die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft erhöht sowie die Ermüdung, die Unfall- und die Fehlerhäufigkeit gesenkt werden. Eine Individualisierbarkeit der Beleuchtung, bei der die Mitarbeiter die Beleuchtungssituation für ihren Arbeitsbereich oder für eine Teilfläche im Arbeitsbereich selbst verändern bzw. die Veränderung selbst beeinflussen können, ist zu empfehlen. Individualisierung. Durch eine Individualisierbarkeit der Beleuchtung wird eine höhere Akzeptanz der Mitarbeiter mit ihren Arbeitsumgebungsbedingungen erreicht. Ihre Motivation und ihr Leistungsvermögen kann gesteigert werden. Die Mitarbeiter erhalten dadurch auch die Möglichkeit, · die Beleuchtung für den Arbeitsbereich oder eine Teilfläche an unterschiedliche Tätigkeiten anzupassen, · die Beleuchtung an ihr Sehvermögen anzupassen, · ihre Konzentration auf ihren Arbeitsbereich oder eine Teilfläche innerhalb des Arbeitsbereiches durch eine erhöhte Beleuchtungsstärke zu unterstützen. Eine Individualisierbarkeit der Beleuchtung kann z. B. durch Arbeitsplatzleuchten erfolgen. Eine allgemeine orientierende Information über Anforderungen an Beleuchtungsstärken in Abhängigkeit von sehphysiologischen und produktionsbezogenen Erfordernissen nach DIN EN 12464-1 und die Mindestanforderungen für die Beleuchtungsstärken nach der BG-Regel geben die im Anhang 2 der BGR 131-2 enthaltenen Beispiele für Anforderungen an Beleuchtungsstärken (Tafel ). Lichtmanagement Auch auf ökologische und letztlich energiewirtschaftliche Fragen Bezug muss genommen werden. Ein Lichtmanagement, insbesondere dynamisches Licht, kann einerseits das Wohlbefinden und die Gesundheit sowie die Aufnahmefähigkeit der Mitarbeiter ebenso wie auch die Energienutzung positiv beeinflussen. Tageslichtnutzung Es bietet sich hierfür eine tageslichtabhängige Beleuchtungsregelung an, bei der Kunstlicht aktiviert oder langsam stufenlos hinzu zugesetzt wird, wenn das Angebot an Tageslicht sinkt. Dies kann durch ein Lichtmanagementsystem erfolgen, mit dem automatisiert Tages- und Kunstlicht so verbunden werden, dass eine für Sicherheit und Gesundheitsschutz optimale Situation geschaffen wird. Dimmbare elektronische Vorschaltgeräte (EVG) sowie Signalverstärker mit Lichtsensoren, die die Helligkeit messen, sind wesentliche Betriebsmittel einer solchen fortschrittlichen Beleuchtungstechnik. Licht- oder Helligkeitssensoren können im Raum, direkt an den einzelnen Arbeitsplatzleuchten oder im Außenraum angebracht werden. Jeder Sensor wird entweder einer Leuchte oder einer Leuchtengruppe bezogen auf Raumzonen zugeordnet. In Bild ist das Prinzip einer solchen Tageslichtergänzungsbeleuchtung entsprechend den Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung dargestellt. Das künstliche Licht wird automatisch auf den voreingestellten Soll-Wert eingestellt und damit das Beleuchtungsniveau im Raum konstant gehalten. Bei mehreren Leuchtenachsen im Raum sollte jede Achse (Leuchtenreihe) getrennt geregelt werden, um eine optimale Tageslichtnutzung zu erzielen. Während Leuchten, die weiter von Fenstern entfernt sind, in der Regel mehr Kunstlicht abgeben müssen, um das erforderliche Beleuchtungsniveau am Arbeitsplatz zu halten, können Leuchten in fensternahen Bereichen stärker gedimmt werden. In aktuellen Veröffentlichungen wird darauf verwiesen, dass sich durch die tageslichtabhängige Beleuchtungssteuerung bis zu 75 Prozent des Energiebedarfs für künstliche Raumbeleuchtung einsparen lassen. Anwesenheitskontrolle Noch weiter reduzieren lässt sich der Energiebedarf durch eine präsenzabhängige Beleuchtungssteuerung. Damit kann in Einzelbüros oder auch bei nicht ständig benutzten Arbeitsbereichen eine höhere Einsparung als in Gruppen- oder Großraumbüros erreicht werden. Durch die Einfügung von Bewegungsmeldern in das Lichtmanagement wird die Beleuchtung eines Raums sofort aktiviert, sobald jemand den Raum betritt. Ist niemand mehr im Raum, schaltet die Beleuchtung zeitversetzt wieder aus. Diese anwesenheitsabhängige Steuerung bietet ein Einsparpotenzial bis zu 50 Prozent. Potentiale nutzen Nach aktuellen Feststellungen der Leuchtenindustrie sind die heute auf dem Markt Um Beleuchtungssituationen im Betrieb ebenso wie auf Baustellen und Verkehrswegen richtig beurteilen zu können, ist es wichtig, sich über einige wesentliche Fakten zu informieren. Dieser Beitrag enthält abschließend einige Empfehlungen zur Optimierung einer Beleuchtungsanlage. Arbeitssicherheit Beleuchtung am Arbeitsplatz Teil 6: Optimierung der künstlichen Beleuchtung F a c h w i s s e n L e r n f e l d e r 6 - 1 3 LERNEN KÖNNEN 2/10 Tageslichtergänzungsbeleuchtung bei tiefen Arbeitsräumen entsprechend der Arbeitsstättenverordnung Die Raumtiefe t erreicht Werte von mehr als dem doppelten der Fensteröffnung h. Arbeitsebene Tageslicht Tageslicht und Tageslichtergänzungsbeleuchtung Tageslichtergänzungsbeleuchtung Arbeitssicherheit F a c h w i s s e n L e r n f e l d e r 6 - 1 3 12 LERNEN KÖNNEN 2/10 angebotenen Leuchtensysteme sowohl hinsichtlich ihrer Beleuchtungsfunktion als auch in Bezug auf die Energieeffizienz optimal. Sie können also dazu dienen, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit ebenso wie durch verminderten Energieverbrauch die Wirtschaftlichkeit des Betriebsgeschehens zu optimieren. Allerdings sind in den Betrieben bisher nur relativ wenige dieser Systeme im Einsatz. Allein in mehr als 75 % der deutschen Büros und an vielen gewerblichen Arbeitsplätzen steht es mit der Beleuchtung nach Feststellungen der Fachleute nicht zum Besten, d. h. die BGR 131 ebenso wie die Arbeitsstättenverordnung werden in diesen Arbeitsstätten bisher nicht oder nur teilweise erfüllt. Zum Teil werden nach diesen Untersuchungen ältere ineffiziente Beleuchtungssysteme verwendet, die Energie verschwenden und meist nicht den europäischen Standards für die Beleuchtung am Arbeitsplatz entsprechen. Mit einer Modernisierung der veralteten Beleuchtungssysteme könnten nach diesen Berechnungen die Betreiber von öffentlichen und privaten Gebäuden jährliche Kosten von insgesamt 200 bis 400 Mio. Euro vermeiden. Nach den Erkenntnissen der Deutschen Energie-Agentur Gmb H (dena) kann die Beleuchtung in Bürogebäuden einen Anteil von bis zu 50 % an den gesamten Stromkosten erreichen. Wird veraltete Beleuchtungstechnik gegen moderne Systeme ausgetauscht, lassen sich in einem typischen Büro bis zu 75 % der Stromkosten für Beleuchtung vermeiden. Laut dena senkt allein der Einsatz moderner Spiegelrasterleuchten mit effizienten Röhren und elektronischen Vorschaltgeräten etwa 50 % der Stromkosten. Zusätzlich verbessert die moderne Technologie den Lichtkomfort und damit Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Ebenso wird durch die längere Lebensdauer energieeffizienter Lampen der Aufwand für Instandhaltung und Entsorgung verringert. Die Broschüre „Effiziente Beleuchtung: Konsequent Kosten senken“ kann unter www.energieeffizienz-im-service.de heruntergeladen werden. Fazit Das Thema Licht und Beleuchtung ist insbesondere für elektrotechnische Betriebe von besonderer Bedeutung. Die in den maßgebenden Regelungen festgelegten Maßnahmen sind nicht nur für den eigenen Betrieb wichtig, sondern müssen bei der Planung und Projektierung von fremden Anlagen, d. h. bei der Beratung der Kunden, verwendet werden. Ein sorgfältiges Studium dieser Regelungen u. a. auch des Anhangs zur Arbeitsstättenverordnung ist daher von großem Nutzen. Diese staatliche Verordnung enthält grundsätzliche Bestimmungen für Beleuchtung und Sichtverbindung und ist für alle Arten von Betrieben verbindlich. H.H. Egyptien Beispiele aus DIN EN 12464-1 Umsetzung nach BGR 131 Räume (Bereiche) Wartungswerte Wartungswerte der horizontalen Aufgaben, Tätigkeiten Beleuchtungsstärke Beleuchtungsstärke auf der Bewertungsfläche (Bereiche), Sehaufgaben im Arbeits- auf der im Umgebungs-oder Tätigkeiten bereich Teilfläche bereich Keramik, Fliesen, Glas, Glaswaren Schleifen optischer Gläser, Kristallglas, Handschleifen, Gravieren, Arbeiten an mittelgroßen Teilen 750 Lux 500 Lux 750 Lux 300 Lux Chemische Industrie, Kunststoff- und Gummiindustrie Präzisionsmessräume, Laboratorien 500 Lux 500 Lux - 300 Lux Zuschneiden, Nachbearbeiten, Kontrollarbeiten 750 Lux 500 Lux 750 Lux 300 Lux Elektroindustrie Elektronikwerkstätten, Prüfen, Justieren 1500 Lux 500 Lux 1500 Lux 300 Lux Metallbe- und -verarbeitung Feine Maschinenarbeiten, Schleifen: Toleranzen < 1 mm 500 Lux 500 Lux - 300 Lux Textilherstellung und -verarbeitung Spinnen, Zwirnen, Spulen, Winden 500 Lux 500 Lux - 300 Lux Nähen, Feinsticken, Maschenaufnehmen 750 Lux 500 Lux 750 Lux 300 Lux Automobilbau Karosseriebau und Montage 500 Lux 500 Lux - 300 Lux Endkontrolle 1000 Lux 500 Lux 1000 Lux 300 Lux Holzbe- und -verarbeitung Schleifen, Lackieren, Modelltischlerei 750 Lux 500 Lux 750 Lux 300 Lux Arbeiten an Holzbearbeitungsmaschinen, z. B. Drechseln, Kehlen, Abrichten, Fugen, Schneiden, Sägen, Fräsen 500 Lux 500 Lux - 300 Lux Endkontrolle 1000 Lux 500 Lux 1000 Lux 300 Lux Büro Schreiben, Schreibmaschineschreiben, Lesen Datenverarbeitung 500 Lux 500 Lux - 300 Lux CAD-Arbeitsplätze 500 Lux 500 Lux - 300 Lux Konferenz- und Besprechungsräume 500 Lux 500 Lux - 300 Lux Verkaufsräume Kassenbereich 500 Lux 500 Lux - 300 Lux Gesundheitseinrichtungen Untersuchungsräume (allgemein) Allgemeinbeleuchtung 500 Lux 500 Lux - 300 Lux Untersuchung und Behandlung 1000 Lux 500 Lux 1000 Lux 300 Lux Tafel Beispiele für Anforderungen an Beleuchtungsstärken (BGR 131-2, Anhang 2)
Autor
- H.-H. Egyptien
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