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Auch in Australien kommt der Strom aus der Steckdose

Wie Elektrotechniker im Land der Kängurus zurechtkommen
ep2/2017, 4 Seiten

Petra und Hans Krumbholz sind vor einigen Jahren aus Baden-Württemberg nach Queensland ausgewandert und haben dort ihren Traum verwirklicht: Sie eröffneten dort einen klassischen Elektrohandwerksbetrieb. Diese Chance ließen sich die ep-Autoren Kirsten Rohlof und Michael Lochthofen nicht entgehen. Während ihres mehrwöchigen Aussi-Aufenthalts informierten sie sich aus erster Hand, wie Elektrotechnik und die Ausbildung im Handwerk dort funktioniert.


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Petra kümmert sich um die Buchhaltung und die Büroarbeiten – also Kundenanfragen, Rechnungen und Termine.

Hans hat sich auf die Elektrik bei Privatkunden spezialisiert. Gewerbeaufträge sind ihm zu anstrengend, denn die Zahlungsmoral ist bei Privatkunden eindeutig besser ausgeprägt.

Besonders bei Industriekunden müsste er sehr aktiv in den Preiskampf gehen – und das ist äußerst aufwendig. Es macht ihm außerdem einfach mehr Spaß, Privatkunden weiterzuhelfen, als für einen gewerblichen Kunden die Elektroinstallation in einem Restaurant, einem Neubau oder auch in einem Industrieobjekt vorzunehmen.

Typische Installationen und kreative Anschlüsse

Die Installationen in australischen Häusern sind eher einfach gehalten: Stromstoßschalter beispielsweise werden gar nicht verbaut, mehr als eine Wechselschaltung wird üblicherweise nicht installiert. Doch manche Lösungen sind recht ungewöhnlich.

Diesen Eindruck hatten die beiden Autoren auch: So stießen sie auf sehr kreative Lösungen: Auf einem Grundstück eines kleinen landwirtschaftlichen Anwesens besteht ein Drehstromanschluss aus einem Masttransformator. Das ist für die ländlicheren Gegenden von Queensland schon eher ungewöhnlich, da die meisten Anschlüsse einfache Wechselstromanschlüsse sind.

Entweder gab es keine Drehstromzähler oder der Elektriker, der den Anschluss gelegt hatte, wusste nicht, wie man diesen anschließt. Also besteht dort einen Drehstromanschluss mit drei Wechselstromzählern – einer davon mit Tarifschaltgerät, denn der Warmwasserboiler bekommt vergünstigten Strom. So geht es schließlich auch (Bild 2).

Bild 2: Typische Z

In der Installationstechnik kommen üblicherweise Leitungstypen zum Einsatz, die man als „Flachbandkabel“ bezeichnen könnte. Dabei ist ähnlich dem britischen Vorbild der (grün-gelb) Schutzleiter eine Querschnittsstufe kleiner als die Außenleiter (rot) und der Neutralleiter (schwarz).

Federzugklemmen dürfen aufgrund fehlender Zulassungen nicht verwendet werden, man benutzt sogenannte Wirenuts (Bild 3). Diese werden auf die Leiterenden gedreht. Es ist aber auch üblich, Leiterenden einfach zu verdrillen oder zu verlöten und gemeinsam mit Isolierband zu umwickeln.

Bild 3: Typisch: sogenannte Wirenuts f

Die Verwendung von Hohlwanddosen ist nicht bekannt. Lichtschalter werden einfach mit Schrauben auf ein Loch in der Leichtbauwand montiert (Bild 4).

Bild 4: Anstelle von Hohlwanddosen: Schalter aus der Wand (Quelle: M. Lochthofen)

Allerdings findet man bei Reiheneinbaugeräten und im Industriesektor die auch in Deutschland üblichen Hersteller und die Produktqualität. Diese sind jedoch für den „normalen Australier“ nicht erhältlich – in Baumärkten gibt es nur ein begrenztes und sehr billiges Sortiment an Installationsmaterial.

Übliche Netzformen


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Beispiel f


Zeitungsausschnitt


Cassandra Denison (Auszubildende) und Hans Krumbholz, Ausbilder Hans Electrical Service (Quelle: MBRIT)

Autoren
  • M. Lochthofen
  • K. Rohlof
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