Elektrotechnik
55 Jahre bfe Oldenburg
ep8/2002, 1 Seite
Entwicklung des bfe H. Friedrichs ist am Bundestechnologiezentrum insgesamt 37 Jahre tätig und teilt als Zeitzeuge die Entwicklungsgeschichte des bfe in folgende drei Phasen ein: Phase 1: 1947 bis 1976 wurden überwiegend Meister in allen Elektrohandwerken ausgebildet. Phase 2: Ab 1977 setzte man sich das Ziel, das Angebot an Bildungsmaßnahmen auf eine breitere Basis zu stellen. Als Folge entstanden die Bereiche · Aufstiegsfortbildung mit der Meisterausbildung, Betriebswirt (HWK) und ein Lehrgang zum „Fachplaner für Elektro-und Informationstechnik“. · Umschulungen (überwiegend für Elektro- und IT-Berufe) mit Prüfung bei der IHK. · Geförderte Fortbildungslehrgänge (Arbeitsamt) von der Ebene Gesellen/Facharbeiter bis zu Hochschulabsolventen. · Seminare für Industrie, Behörden, Elektrohandwerke. Diese Seminare werden heute sowohl am bfe als auch bei den einzelnen Unternehmen durchgeführt. · Duales Studium für Elektrotechnik, seit 1999 in Zusammenarbeit mit der privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik. Die Studenten lernen in einem Industrie- oder Handwerksbetrieb einen Beruf und studieren gleichzeitig an der Fachhochschule im bfe. Phase 3: Die 2000 vorgenommene Umbenennung in Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik war eine logische Folge der erweiterten Entwicklungsziele des bfe. Neue Ausrichtung E-Learning Seit 1997 werden gezielt multimediale Lerneinheiten für modernste Lernformen über das Internet entwickelt. Das bfe gilt mit seinen seit 2001 durchgeführten Meisterlehrgängen per E-Learning (Bild ) als Vorreiter in Deutschland (Beitrag zur Meisterausbildung per e-learning im ep 10/02). Handwerkskammern, IHKs und andere Einrichtungen wollen deshalb mit dem bfe zusammenarbeiten. Kompentenzzentrum bfe Dieses ist auch Grundgedanke des 1999 gewonnenen Wettbewerbs „Bildungszentren zu Kompetenzzentren“, für den das bfe zusammen mit zwei Bildungseinrichtungen aus Hessen (bzl) und Baden-Württemberg (etz) von Bundesministerin Edelgard Bulmahn ausgezeichnet wurde. Im Zuge dieses Modellvorhabens werden auch Dienstleistungen entwickelt bzw. ausgebaut, die für Betriebe, Berufsschulen, Behörden interessant sind. Beispiele sind hier der Normen-Vorschriften-Dienst, der den Nutzern einen Zugriff auf die Normen nach Art der Aufträge erlaubt. Der Normen-Vorschriften-Dienst ist die einzige Auslegestelle für Normen im Weser-Ems-Raum. Das bfe hat sich mit diesem Projekt bundesweit vernetzt und betreibt außerdem eine verstärkte Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung. So arbeitet es seit vielen Jahren gemeinsam mit dem OFFIS-Institut an der Universität Oldenburg an Multimediaprojekten und zur Zeit mit dem Kernforschungszentrum Jülich an der Entwicklung von internetfähigem Lernmaterial für Brennstoffzellen. Expansion für die Bildung Die Entwicklung zum Technologiezentrum zeigt auf beeindruckende Weise die Aufstockung der Labor- bzw. IT-Räume. 1972 gab es drei Laborräume für elektrotechnische Übungen. Heute stehen 29 Labor- bzw. IT-Räume zur Verfügung. Somit kommt den Teilnehmer eine optimale Betreuung aufgrund kleinerer Lerngruppen in den Fachräumen zu Gute (Bild ). Natürlich erfordert die hohe technologische Ausrichtung des bfe auch für die eigenen Dozenten ein lebenslanges Lernen. Die Weiterbildungskosten des bfe-Personals sind von rund 10 Tsd. im Jahre 1977 auf heute etwa 230 Tsd. angestiegen. Nur so ist auch erklärbar, dass bfe-Mitarbeiter erfolgreich in vielen nationalen und europäischen Gremien mitwirken. Schlussbemerkung Das heutige vielseitige Dienstleistungsangebot erlaubt ideal eine bundesweite Ausrichtung der Vertriebsstrategie. Dieses ist gerade für den Standort Oldenburg bzw. die Weser-Ems-Region von hoher Bedeutung. H. Hackbarth Elektropraktiker, Berlin 56 (2002) 8 624 Branche aktuell 55 Jahre bfe-Oldenburg Meisterschule entwickelt sich zum Bundestechnologiezentrum Das bfe (Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik) wurde 1947 als Meisterschule für die Britische Besatzungszone in Oldenburg gegründet. Oldenburg war zu der Zeit kaum zerstört und Obermeister Sandfuchs (Leiter) bot seine Heimatstadt spontan als möglichen Standort an. 1972 wurde Dipl.-Ing. Horst Friedrichs (Bild ) zum Leiter des bfe-Oldenburg berufen. Er leitet dieses jetzt seit 30 Jahren. Leiter der bfe H. Friedrichs E-Learning fürs Handwerk Hochwertig ausgestattete IT-Räume für kleine Lerngruppen Anzeige
Autor
- H. Hackbarth
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