Betriebsführung
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Innungen und Verbände
ELKOnet - das Bildungsnetzwerk des Elektrohandwerks
ep11/2003, 2 Seiten
Ursprung des Netzwerkes Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) startete den bundesweiten Wettbewerb „Entwicklung überbetrieblicher Bildungsstätten zu Kompetenzzentren“. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung trafen sich die Leiter der elektrotechnischen Bildungsstätten bfe-Oldenburg, etz-Stuttgart und BZL-Lauterbach und entwickelte die Idee eines „Elektrotechnischen Kompetenznetzwerkes“. Diese - kurz „ELKOnet“ genannte - Projektidee ging 1999 als Sieger des Wettbewerbs hervor. In der Folge entwickelte das ELKOnet soviel Dynamik, dass es zum Vorreiter eines weit reichenden Konzeptes wurde. Ausgewählte handwerkliche Bildungsstätten in allen Gewerken werden technisch, methodisch-didaktisch und inhaltlich mit Unterstützung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zum Kompetenzzentrum weiterentwickelt. Der so gebündelte Sachverstand kann von einem größeren Kreis gleich gelagerter Bildungsstätten genutzt werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit Beratungs- und Dienstleistungen für die regionale Wirtschaft anzubieten. Aufgaben Das Gesamtprojekt ELKOnet umfasst 15 Teilprojekte. Folgende Aktivitäten sind geplant bzw. in Arbeit: · Bildungs- und Wissenstransfer in die Klein-und Mittelbetriebe des Elektrohandwerks. · Überbetriebliche Ausbildung wird handlungsorientiert an Kundenaufträgen entwickelt. · In der Meisterausbildung werden moderne Medien (CD-ROM) und Methoden (E-Learning) eingesetzt, um den Aufenthalt der Meisterschüler in der Bildungseinrichtung zu vermindern und den Lernprozess weitgehend selbstbestimmt ablaufen zu lassen. · In der Aus- und Weiterbildung werden neue Lernformen wie Blended Learning (eine Kombination von E-Learning und Präsenzlernen) und Videoconferencing eingeführt, um das Lernen effizienter und auf Dauer preiswerter zu gestalten. · Bildungsangebote werden besser aufeinander abgestimmt und ergänzt. So lässt sich das Angebot erweitern bei gleichzeitiger Reduzierung des Mitteleinsatzes in den einzelnen Lernzentren. Dienstleistungen Sobald die organisatorischen und technischen Voraussetzungen geschaffen sind, können nach und nach eine Reihe von Dienstleistungsangeboten realisiert werden: · Unterstützung bei der Einführung von Qualitäts- und Umweltmanagementsystemen · Bildungsberatung · Unterstützung bei der Einrichtung und Betreuung von DV-Netzwerken · Normen- und Vorschriftendienst · Beratung bei CAD-gestützten Projekten · Technische und betriebswirtschaftliche Beratung in enger Zusammenarbeit mit den Verbänden · Projekt- und Kooperationsmanagement zwischen verschiedenen Gewerken unter Federführung des Elektrohandwerks · Beobachtung der technischen Entwicklung (Monitoring) und Information an die Unternehmen · Unterstützung bei der Projektabwicklung in neuen Technologiefeldern · Unterstutzung der Unternehmen bei der Internetanbindung und beim Webdesign. Realisierte Projekte Die ersten konkreten Ziele sind bereits erfolgreich in die Praxis umgesetzt worden. 4.1 Überbetriebliche Ausbildung Seit Sommer stehen im Internet die neuen handlungsorientierten Module für die überbetriebliche Ausbildung der Informationselektroniker allen Bildungsträgern zur Verfügung. Die entsprechenden Module für die überbetriebliche Ausbildung in den seit August 2003 existierenden Elektronikerberufen des Elektrohandwerks werden zur Zeit erarbeitet. Sie stehen ab 2004 im Web zur Verfügung. Der Auszubildende kann online auf die Lerninhalte zurückgreifen, sofern ein PC und ein Internet- Elektropraktiker, Berlin 57 (2003) 11 854 BETRIEBSFÜHRUNG ELEKTRO PRAKTIKER MEISTERWISSEN ELKOnet - das Bildungsnetzwerk des Elektrohandwerks D. Dutzmann, Lauterbach Der Bildungs- und Wissenstransfer in die handwerklichen Elektrobetriebe sowie die Entwicklung branchenspezifischer Dienstleistungen für die unterschiedlichsten Regionen wird durch das ELKOnet ermöglich. Bildungseinrichtungen kooperieren im elektrotechnischen Kompetenznetzwerk ELKOnet Autor Dipl.-Ing. Dieter Dutzmann ist Leiter des Bildungs- und Technologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik e. V. (BZL), Lauterbach. anschluss vorhanden sind. Im BZL-Lauterbach und im etz-Stuttgart stehen ergänzend für jeden Lehrgang mehrere Lernstationen zur Verfügung, an denen unterschiedliche praktische Kundenaufträge in Kleingruppen bearbeitet werden können. Weitere Informationen hierzu stehen beim etz-Stuttgart (www.etzstuttgart.de) und beim BZL-Lauterbach (www.bzl-lauterbach.de) elektronisch bereit. 4.2 SHK-Anpassungskursus Der Lehrgang „Sanitär- und Heizungstechnik für Elektrotechniker-Meister“ wurde vom etz-Stuttgart als E-Learning-Kurs konzipiert. Er wird seit Mitte 2002 von den innungsnahen Schulen des Elektrohandwerks in ganz Deutschland angeboten. Weitere Lehrgänge werden zur Zeit entwickelt. 4.3 Meisterausbildung Die Meisterausbildung befindet sich im Umbruch. Bereits in diesem Jahr werden die ersten Meistervorbereitungslehrgänge und die ersten Prüfungen nach der neuen Meisterprüfungsberufsbildverordnung handlungsorientiert durchgeführt. Auch hier kommen moderne Lehrmethoden und Medien zum Einsatz. Die E-Learning-gestützte Meisterausbildung des bfe-Oldenburg (www.bfeoldenburg.de) wurde im Januar 2003 vom Adolf-Grimme-Institut als „Best Practice“-Ausbildung ausgezeichnet. 4.4 Normen- und Vorschriftendienst Der Normen- und Vorschriftendienst der bfe wird im ELKOnet weiterentwickelt. Unternehmen des Elektrohandwerks können sich beraten lassen, welche Normen und Vorschriften für den eigenen Betrieb von Bedeutung sind und welche Änderungen aktuell zu beachten sind. Bis zum Jahresende kann dieser Dienst kostenfrei von Abonnenten des ep (www.elektropraktiker.de/fachinfo/normen/) getestet werden. 4.5 Breitbandkommunikation Im Bildungszentrum Lauterbach werden auf Grundlage bestehender Präsenz-Kurse bis zum Jahresende drei CD-ROMs zur Breitbandkommunikationstechnik entwickelt, die eine Anwesenheit in den Schulungsräumen während der Weiterbildung reduzieren helfen. 4.6 Internetplattform Im Internet (www.elkonet.de) wird demnächst allen Elektrofachbetrieben die Branchen-Plattform „ELKOnet“ zur Verfügung stehen. Der Testbetrieb hat bereits begonnen (Bild ). Gleichzeitig wird angestrebt, den Betrieb der Plattform auf sieben Partner zu erweitern, die ihr vollständiges Bildungsangebot in der Elektro- und Informationstechnik gemeinsam ins Netz stellen. Dieses Angebot umfasst dann mehr als 100 verschiedene Fachlehrgänge und -seminare vor allem für das Elektrohandwerk, ergänzt um Dienstleistungsangebote im Projektmanagement und anderen Aktivitäten. Vorteile sind neben dem Umfang und der Vielfalt des Angebotes die Praxisnähe, die Herstellerneutralität und die Aktualität der Lehrgänge/Seminare. Ausblick Das Kompetenznetzwerk ELKOnet wird auf weitere Bildungszentren ausgedehnt, damit eine flächendeckende Versorgung der Betriebe gewährleistet werden kann. Vorgesehen ist gegenwärtig die Einbeziehung der elektrohandwerklichen Bildungszentren in München, Nürnberg, Dresden und Hamburg. Insgesamt ist zu erwarten, dass das Elektrohandwerk und seine Bildungsstätten mit dem Konzept ELKOnet eine überzeugende Antwort auf die zukünftigen Herausforderungen des Marktes finden. Es wird darauf ankommen, weiter zielstrebig die Interessen der elektrohandwerklichen Betriebe im Auge zu behalten und Produkte zu entwickeln, die in der gegenwärtigen schwierigen Situation eine wirksame Hilfe bei der Bewältigung der Aufgaben darstellen. Elektropraktiker, Berlin 57(2003) 11 855 BETRIEBSFÜHRUNG Anzeige
Autor
- D. Dutzmann
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