Sicherheitstechnik | Brand- und Explosionsschutz
Polystyroldämmung als Brandrisiko
Wissenswertes über Fassadenbrände
14.12.2018
Fassadenbrände mit Polystyroldämmung (EPS) werden häufig als Brandrisiko eingeschätzt. Hauseigentümer zögern deshalb, ihre Gebäude zu dämmen. Dadurch wird viel Energie verschenkt.
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- Fassadenbrände mit EPS oder normal entflammbaren Dämmstoffen sind selten. Die „Brandereignisliste“ des deutschen Feuerwehrverbandes belegt pro Jahr nur 1,8 Brandfälle oder 0,01 Promille aller jährlichen Brände, bei denen Polystyrol über mehrere Stockwerke brannte.
- 53 Prozent der Brandereignislisteneinträge sind Bagatellbrände. Dazu gehören die meisten Brandüberschläge aus Fenstern, da die kleinen Brüstungsflächen zwischen den Fenstern nur geringe EPS-Mengen enthalten.
- Polystyrol brennt stringend nach oben, der von dort tropfenden Schmelze entgegen, nicht nach allen Seiten. Das begrenzt die Brandausdehnung am Haus. Meist brennt und schmilzt es unter dem Putz.
- Die Beurteilung mit dem „Referenzbrand“ belegt meist geringe Auswirkungen von EPS. Bei 179.994 von 180.000 Bränden pro Jahr ist die Fassade ungedämmt. Trotzdem werden dort Dächer über an Fassaden hoch lodernde Flammen angesteckt, entstehen Zimmerbrände durch Brandüberschlag aus Fenstern, müssen Menschen mit Fluchthauben und über Fenster aus verrauchten Häusern gerettet werden.
- Eine Fassadendämmung erschwert die Menschenrettung nicht. Die Verrauchung des Hauses erfolgt in erster Linie durch den Primärbrand im Innern. Bewohner können über das Treppenhaus (Fluchthauben), andere nicht betroffene Fenster oder von der anderen Hausseite gerettet werden. Mülltonnen und Autos stehen nicht unter Fenstern.
Das WDVS mit EPS-Dämmung war bereits ein sicheres System, als es die Beschlüsse der Bauministerkonferenz noch sicherer machten.
Autor: Dipl.-Ing. Werner Eicke-Hennig Energieinstitut Hessen Den vollständigen und viele weitere Artikel über vorbeugenden Brandschutz finden Sie in dem gleichnamigen Sonderheft Vorbeugender Brandschutz.
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