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Konkurrenz am Energiemarkt

Web.de wird Stromverkäufer

23.09.2016

Discountstrom per Mail: Web.de verkauft ab sofort Strom. Für den Mutterkonzern United Internet soll das der Einstieg in ein viel größeres Geschäft sein – mit Smart Metern und vernetztem Wohnen.

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Woher bezieht United Internet den Strom?

Der Konzern ist weder an Kraftwerken noch an Stromnetzen beteiligt. Er kauft den Strom an der Leipziger Strombörse zu tagesaktuellen Preisen und verkauft ihn an seine Kunden weiter. Nach eigenen Aussagen will United Internet Preisvorteile an die Kunden weiterreichen.

Mit diesem Geschäftsmodell hat United Internet Erfahrung. DSL- und Handyverträge werden auf ähnliche Weise seit Jahren erfolgreich vertrieben. Der Konzern ist ein Reseller – er kauft Leistungen bei anderen Unternehmen ein und verkauft sie mit Gewinn weiter.

Warum steigt United Internet ins Stromgeschäft ein?

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht Jan Oetjen, Geschäftsführer von web.de, über die Strategie des Konzerns:

"Einen intelligenten Stromzähler kann nur einbauen, wer den Kunden mit Strom versorgt. Diesen Zugang wollen wir uns nun mit einem ersten Schritt sichern."

Oetjen geht davon aus, dass Smart Meter ab 2020 in jedem Haushalt Pflicht sind. Dann kann der Stromkunde seine Wohnung zum Smart Home umbauen: den Stromverbrauch an den Ökostrom anpassen, der vom Wetter abhängig ist, oder die Batterien für E-Autos als Strompuffer nutzen. Oetjen sieht das Smart Home als gewinnträchtige Zukunftsvision.

In diesem Geschäft wird aber nur derjenige erfolgreich sein, der über das Smart Meter direkten Kontakt zum Kunden besitzt, glaubt Oetjen.

Deshalb ist der Verkauf von Strom für United Internet nur Mittel zum Zweck. Denn die Voraussetzung für den Einbau von Smart Metern ist die Stromversorgung. Mit dem Stromverkauf steckt der Konzern sein Revier ab. Nach 2020 will er die Ernte einfahren – wenn zehntausende Smart Meter zu installieren sind und den Stromkunden die Umrüstung ihrer Wohnungen zum Smart Home schmackhaft gemacht wird.

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Autor
Name: Jürgen Winkler