Aus dem Facharchiv: Lernen & Können
Typische Fehler in der Elektroinstallation – Stromkreisabsicherung
Eine falsche Stromkreisabsicherung kann zu Überlastung elektrischer Betriebsmittel führen. Das kann im Extremfall sogar den Ausfall von Schutzeinrichtungen oder die Entstehung von Bränden bedeuten.
Kabel und Leitungen führen Ströme und werden dadurch erwärmt. Damit im normalen Betrieb und auch im Fehlerfall die Leiterisolierung keinen thermischen Schaden nehmen kann, werden sie für die zu erwartenden Belastungen dimensioniert und mit einem Überstromschutz versehen. Überstrom kann z. B. durch eine zu hohe Last oder durch einen Kurzschluss auftreten. Kabel und Leitungen müssen sowohl für den Normalbetrieb als auch für den Fehlerfall richtig ausgelegt werden!
Besonders bei großen Leitungslängen muss gewährleistet sein, dass trotz eines hohen Schleifenwiderstandes auch bei einem Kurzschluss am Ende der Leitung die Auslösung des Schutzgerätes erfolgt.
Die Leitungslänge und die Höhe der Kurzschlussströme sind für die Auswahl der richtigen Leitungsquerschnitte sehr wichtig.
Für Kabel und Leitungen sind die zulässigen Strombelastbarkeiten nach VDE 0298-4 sowie die Anforderungen nach VDE 0100-430 zu beachten. Im Wesentlichen geht es um die richtige Zuordnung
- des Betriebsstroms des angeschlossenen Verbrauchers Ib,
- des Nennstroms der Überstrom-Schutzeinrichtung In,
- der Strombelastbarkeit des Kabels bzw. der Leitung Iz.
Um einen sicheren Schutz vor einer Überlastung zu gewährleisten, müssen dabei folgende Verhältnisse dieser Stromwerte eingehalten werden:
- Der Betriebsstrom des angeschlossenen Verbrauchers muss stets kleiner sein als der Nennstrom der Überstromeinrichtung.
- Der Nennstrom der Überstromeinrichtung muss stets kleiner sein als die Strombelastbarkeit des Kabels bzw. der Leitung.
Ib ≤ In ≤ Iz
Nachdem der Betriebsstrom Ib ermittelt wurde, ist die Strombelastbarkeit des Leiterquerschnittes unter Berücksichtigung der folgenden Bedingungen zu ermitteln:
1) Leitungsart (zulässige Betriebstemperatur am Leiter z. B. 60 °C, 70 °C oder 90 °C),
2) Verlegeart,
3) Umgebungstemperatur (Umrechnungsfaktor f1),
4) Häufung von Kabel oder Leitung (Umrechnungsfaktor f2),
5) Anteil von Oberschwingungen (Umrechnungsfaktor f3),
6) Anzahl der belasteten Adern (Umrechnungsfaktor f4).
(siehe Anhang B von VdS 2025)
Autor: M. Heberer
Der vollständige Beitrag ist in unserem Facharchiv nachzulesen.
Literatur
[1] Web-Lernmodul des GDV „Ersatzstromanlagen/USV“: https://vds.de/fileadmin/lehrnmodule/elektrofachkraefte/ls5/index.html


