Aus dem Facharchiv: Lernen & Können
Typische Fehler in der Elektroinstallation – Leuchten
Moderne Leuchten geben heutzutage wesentlich weniger Energie in Form von Wärme an ihre Umgebung ab als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Dennoch darf das Brandrisiko durch Leuchten nach wie vor nicht unterschätzt werden. Angelehnt an das Web-Lernmodul „Leuchten“ [1] des GDV werden entsprechende Schutzmaßnahmen im Folgenden näher erläutert.
Brandgefahr Leuchten
Leuchten stellen eine häufige Brandursache dar. Teilweise werden 80 bis 90 % der zugeführten elektrischen Energie in Wärme umgesetzt. Sie sind somit einem elektrischen Wärmegerät gleichzusetzen. Dies ist bei der Errichtung besonders zu beachten. Auch die Verlustleistung der vorgeschalteten Elektronik, z. B. bei Entladungslampen, ist als Wärmequelle zu beachten. Verstärkt kommen auch Leuchtdioden in unterschiedlichsten Bauformen zum Einsatz. Auch hier ist die Verlustleistung nicht zu vernachlässigen, die bis zu 85 % betragen kann.
Lampenarten
Grundsätzlich ist zwischen Glühlampen und Entladungslampen sowie Leuchtdioden bzw. Lumineszenzdioden (LED) zu unterscheiden.
Glühlampen
Funktion: Bei Glühlampen werden mit Hilfe des elektrischen Stromes in einem elektrisch leitfähigen Faden, beispielsweise einem Glühfaden aus dem Metall Wolfram, ungeordnete Atomschwingungen erzeugt – also Wärme (Bild 1). Werden diese Stöße sehr heftig, prallen im Metallgitter benachbarte Atome aufeinander und es kommt schließlich zu den beschriebenen Reaktionen der gebundenen Elektronen und zur Erzeugung von Licht.
Thermostrahler: Da bei Glühlampen die Lichterzeugung über den Umweg der Wärme abläuft, bezeichnet man sie allgemein auch als Thermostrahler. Da Thermostrahler das Licht über den Umweg der Wärme erzeugen, erreichen sie nur eine relativ geringe Lichtausbeute. Ihr Licht erzielt jedoch eine sehr gute Farbwiedergabe, da alle Farben des weißen Lichts in ihrem Spektrum enthalten sind. Da die Glühfadentemperatur aufgrund des Wolframschmelzpunktes relativ niedrig bleibt, ist die warmweiße Lichtfarbe typisch für diesen Lampentyp.
Glühlampen sind Thermostrahler.
Typische Eigenschaften der Glühlampen sind:
- geringe Lichtausbeute,
- sehr gute Farbwiedergabe,
- warmweißes Licht.
Entladungslampen
Funktion: Entladungslampen besitzen anstelle des Glühfadens ein gasgefülltes Rohr aus Glas oder einem anderen durchscheinenden Werkstoff. Das Rohr wird häufig auch als „Brenner“ bezeichnet. Die elektrischen Anschlüsse sind die sogenannten Elektroden (Bild 2a). Innerhalb des Rohres werden Elektronen von den Elektroden emittiert. Anschließend werden diese durch das elektrische Feld der anliegenden Spannung so stark beschleunigt(Bild 2b), dass sie selbst in der Lage sind, andere, an die Gasatome gebundenen Elektronen aus ihrer angestammten Umlaufbahn herauszustoßen (Bild 2c). Die Lichterzeugung erfolgt in folgender Form: Sobald die Elektronen wieder auf eine energieärmere Umlaufbahn zurückfallen, geben sie ihre Energie in Form eines Photons an die Umgebung ab (Bild 2d).
Lumineszenz: Da hier direkt aus elektrischer Energie Licht erzeugt wird, und damit der Umweg über die Wärme entfällt, spricht man in diesem Zusammenhang häufig von kalten Leuchten – auch Lumineszenz genannt. Lumineszenz kann durch verschiedene Vorgänge hervorgerufen werden (Röntgen oder Kathodenstrahlen, Strahlung radioaktiver Stoffe oder chemisch, elektrisch bzw. mechanisch). So wird z. B. in Lumineszenzdioden (LED) durch elektrische Vorgänge Licht erzeugt. In Entladungslampen entsteht Licht überwiegend aus Lumineszenz. Das bedeutet aber nicht, dass in Entladungslampen keine Wärme entsteht. Die Lichterzeugung erfolgt nur nicht über die Wärme. Wärme tritt hier gewissermaßen als unerwünschtes Nebenprodukt auf.
Entladungslampen sind Lumineszenzstrahler.
Lampen als Lichtquellen der Beleuchtungstechnik können nach den vorangegangenen Beschreibungen nach dem Schema in Tabelle 1 unterschieden werden.
LEDs: Ebenfalls werden in der Beleuchtungstechnik, insbesondere zur Effekt und Akzentbeleuchtung, die bereits erwähnten Lumineszenzdioden (LEDs) zunehmend eingesetzt. Weiter erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben in der Anzeigetechnik, Kfz-Beleuchtung usw. Ihr Funktionsprinzip lässt sich wie folgt beschreiben: In Lumineszenzdioden entsteht „kaltes Licht“ beim Stromdurchgang durch einen pn-Halbleiterübergang in Durchlassrichtung.
Funktion von Leuchten
Leuchten sind die Träger der Lampen. Sie dienen dem elektrischen Anschluss und dem mechanischen Schutz der Lampen. Den Menschen sollen sie gegen direktes Berühren und bei indirektem Berühren aktiver Teile schützen. Reflektoren in den Leuchten dienen der Lichtlenkung und verhindern die direkte Blendung von Menschen. In der Raumgestaltung bilden Leuchten heute außerdem eine wesentliche innenarchitektonische Gestaltungskomponente. Leuchten werden je nach Art der verwendeten Lampen unterschieden nach:
- Leuchten für Entladungslampen (enthalten zusätzlich Lampenbetriebsgeräte z. B. Vorschaltgeräte, Transformatoren und Kondensatoren),
- Leuchten für Glühlampen,
- Leuchten für LEDs.
Betriebsbedingungen von Leuchten
Leuchten sind grundsätzlich für eine Umgebungstemperatur von 25 °C ausgelegt. Bei höheren Umgebungstemperaturen muss diese besondere Gegebenheit bei der Auswahl der Leuchten berücksichtigt werden. An allen brennbaren Flächen, die durch die Leuchten thermisch beeinflusst werden, darf sich bei normalem Betrieb keine höhere Temperatur als 90 °C entwickeln. Leuchten sind so zu errichten oder aufzustellen, dass sie nicht mit brennbaren Stoffen wie Gardinen oder Lagergütern in Berührung kommen können. Bei Strahlerleuchten in Vitrinen oder Schaufenstern ist unbedingt darauf zu achten, dass in Strahlungsrichtung ein Mindestabstand zu brennbaren Gegenständen eingehalten wird. Um Brände durch eine falsche Installation von Leuchten zu vermeiden, müssen die Kennzeichnungen der Leuchten unbedingt beachtet werden.
Kennzeichnung von Leuchten
Im Folgenden werden einige Beispiele für Leuchtenkennzeichnungen erläutert (siehe auch VdS 2005 und [2]):
F in Dreieck ist ein veraltetes, aber noch gebräuchliches Montagekennzeichen. Leuchten, die unmittelbar auf nichtbrennbaren, schwer oder normal entflammbaren Baustoffen angebracht werden dürfen, wurden damit versehen. Diese Leuchten benötigen seit April 2012 kein spezielles Kennzeichen mehr.
M in Dreieck kennzeichnet Leuchten mit Entladungslampen, die für die Installation in und an Einrichtungsgegenständen, z. B. Möbel, geeignet sind.
D in Dreieck kennzeichnet Leuchten mit begrenzter Oberflächentemperatur. Bei diesen Leuchten können sich keine brennbaren Stäube oder Fasern in gefährlicher Menge anlagern, sodass sie für feuergefährdete Betriebsstätten geeignet sind. Die Hersteller von Leuchten sind verpflichtet, die zulässigen Ein und Anbaumöglichkeiten für die Leuchten mit einer Montageanleitung zu versehen.
(gekürzt)
Auswahl und Montage von Leuchten
Wärmestau vermeiden. Bei der Auswahl und der Errichtung von Leuchten ist grundsätzlich darauf zu achten, dass kein Wärmestau entsteht, da sonst Brandgefahr besteht. Die beim Betrieb entstehende Wärme muss hinreichend abgeführt werden. Dazu sind die Regelungen in DIN VDE 0100559 zu beachten.
Schutzglas in Leuchten: Beim Wechseln von Leuchtmitteln bei Entladungslampen, z. B. Quecksilberdampflampen, ist besonders darauf zu achten, dass die Schutzgläser wieder eingesetzt werden. Bei fehlendem Schutzglas ist die Leuchte außer Betrieb zu nehmen. Beim Zerplatzen von Leuchtmitteln besteht die Gefahr, dass herabfallende heiße Bauteile brennbare Materialien entzünden. Deshalb ist auch hier immer ein Mindestabstand zu brennbaren Materialien zu berücksichtigen.
Feuergefährdete Betriebsstätte: In feuergefährdeten Betriebsstätten sind Leuchten einzusetzen, die den Anforderungen gemäß VdS 2033 entsprechen.
Landwirtschaft und Gartenbau: Bei landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Anwesen ist generell mit einer erheblichen Feuergefährdung durch Staub oder Fasern zu rechnen. Häufig sind zusätzlich Feuchtigkeit oder Nässe vorzufinden. Daher sind die Anmerkungen und Forderungen gemäß VdS 2067 besonders zu beachten.
Literatur
[1] Web-Lernmodul des GDV „Leuchten“: vds-industrial.de
[2] Baade, W.: Errichtung von Beleuchtungsanlagen (Teil 1 bis 5). Elektropraktiker Berlin 67(2013)7–11, Lernen und Können
Autor: M. Heberer
Der vollständige Beitrag ist in unserem Facharchiv nachzulesen.
Bild 2: Lichterzeugung bei Entladungslampen (Prinzip) (Bild: GDV-Lernmodul)
a) Ausgangszustand, Brenner: gasgefülltes Rohr aus Glas
b) elektrisches Feld liegt an und beschleunigt vorhandene Elektronen
c) Elektroden emittieren Elektronen, die selber andere, an die Gasatome gebundenen Elektronen aus ihrer angestammten Umlaufbahn herausstoßen
d) Lichterzeugung: Sobald die Elektronen wieder auf eine energieärmere Umlaufbahn zurückfallen, geben sie ihre Energie in Form eines Photons an die Umgebung ab.

