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Bild 1: Unzulässige Adapterleitung von CEE-32-Stecker auf Schuko-Kupplung ohne normen-konforme Absicherung (Bild: K. Rohlof, M. Lochthofen/ep)
Messen und Prüfen | Aus- und Weiterbildung

Aus dem Facharchiv: Lernen & Können

Prüfen nach 
DIN VDE 0701-0702: 16 Punkte der Sichtprüfung nach Norm (3)

27.05.2020

Das Thema „Prüfen der elektrischen Sicherheit“ ist ein wichtiger 
Bereich der Arbeit einer Elektrofachkraft. Jedoch ist es für einige Fachkräfte nicht alltäglich, selber elektrotechnische Prüfungen auszuführen. Mit dieser Serie sollen die bereits 
erworbenen Kenntnisse vertieft und erweitert werden. Das Wichtigste 
bei einer Geräteprüfung ist eine gründliche Sichtprüfung.

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Um diese Prüfungen vollständig, richtig und sicher durchführen zu 
können, werden solide elektrotechnische Kenntnisse und ausreichende persönliche Erfahrung benötigt.

16 Punkte der Sichtprüfung

An Beispielen werden die 16 Punkte der

Sichtprüfung nach DIN VDE 0701-0702 erläutert. Diese 16 Punkte sind auf keinen Fall abschließend, die zum Prüfen befähigte Person soll sich ein umfassendes Bild verschaffen und danach ihre Bewertung der Sichtprüfung vornehmen.

1. Schäden an den Anschlussleitungen

Eine schwere Verlängerungsleitung wurde mit einem Stahlseil zusammengebunden und mit einem Kran transportiert. Die Schnitte im Mantel der Gummischlauchleitung sind tief und fallen nicht besonders auf. Solch ein Fehler wird nur bei einer intensiven Mantelkontrolle bemerkt.

2. Schäden an Isolierungen

Es ist weit verbreitet, auf Elektrohandwerkszeugen den Besitzer einzugravieren. Dennoch ist dies eine Beschädigung vom Gehäuse, also von wichtigen Isolierteilen. Diese sind nun mechanisch geschwächt und in ihrer Schlagfestigkeit beeinträchtigt.

3. Bestimmungsgemäße Auswahl und Anwendung von Leitungen und Stecker

Der im Bild 1 dargestellte Adapter wurde von einem Metallbauer verwendet. Es ist ein Adapter von einem CEE-32-A-Stecker auf Schuko-Kupplung – ohne Absicherung dazwischen! Diese Kombination ist gefährlich und deswegen verboten. Eine Kupplung darf in der Regel nicht „übersichert“ werden.

4. Zustand des Netzsteckers, der Anschlussklemmen und -adern

Als ein seltener, aber extrem gefährlicher Fehler ist folgendes anzusehen: Der Schutzleiter-Stift (PE-Stift) ist nach hinten in den Stecker verschoben. Beim Einstecken in eine Steckdose rutscht dieser noch tiefer in das Gehäuse und kontaktiert nicht. Der innere Aufbau im Stecker ist durch massive Gewalteinwirkung komplett zerstört. Von außen fällt dies dem Laien nicht auf. Dieser Stecker war ursächlich an einem schweren Unfall beteiligt.

5. Mängel am Biegeschutz

Bei der im Bild 2 dargestellten Rüttelflasche ist der Biegeschutz konstruktiv sehr stark ausgeführt. Trotzdem ist er bereits abgebrochen. In diesem Fall ist nicht nur der Biegeschutz defekt, sondern auch die Leitung ist längst beschädigt (das ist im Bild 2 leider nicht ersichtlich).


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Bilder

Bild 2: Defekter Biegeschutz (Bild: K. Rohlof, M. Lochthofen/ep)