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(1) Reservesicherungen sollten besser in ihrer Verpackung bleiben (Foto: F. Schmidt)
Betriebsführung | Arbeits- und Gesundheitsschutz | Arbeitsschutzunterweisung

Aus dem Facharchiv: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsführung

Nicht sich selbst überlassen – Schutzeinrichtungen in Mittelspannungsschaltanlagen überwachen

15.04.2019

Aus Erfahrung machen Betreiber und Schaltberechtigte oftmals um die Schutzeinrichtungen in ihren Anlagen einen ehrfurchtsvollen Bogen. Selbst wenn die heutigen Schutzrelais über raffinierte Eigenkontrollen verfügen, ganz auf sich allein gestellt dürfen sie dennoch nicht bleiben.

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Nachteilig ist, dass bei einem Kurzschluss unmittelbar an der Einspeisung gleichzeitig der höchste Kurzschlussstrom und die längste Auslösezeit auftreten. Wenn zusätzlich zum Strom auch die Netzspannung ausgewertet wird, kann ein zum Beispiel für den Betrieb von Parallelleitungen wichtiger Richtungsentscheid erfolgen.

Der Reserveschutz wird automatisch von den nachgeordneten Relais mit höherer Auslösezeit gewährleistet.

Anwendungshinweise für den AMZ- und UMZ-Schutz

  • Die Einstellwerte der Relais dürfen nicht ohne Grund verändert werden.
    Das Vorhandensein der Steuerspannung und die Funktion ihrer Überwachung sind regelmäßig zu kontrollieren.
  • Warnmeldungen (oft gelbes Blinklicht) ist nachzugehen; nach Feststellung der Ursache sind sie zu quittieren.

Buchholzschutz

Kurzbeschreibung: Eingesetzt werden Buchholzschutzrelais nach DIN VDE 0532-216-2 [5] für das Überwachen flüssigkeitsisolierter Betriebsmittel mit Ausdehnungsgefäß (Bild 4a). Für Betriebsmittel ohne Ausdehnungsgefäß werden Schutzrelais nach DIN VDE 0532-216-3 [6] verwendet, wahlweise auch mit einer Temperaturüberwachung (Bild 4b). Überwacht wird das Flüssigkeitsniveau durch einen Schwimmerschalter. Eine Stauklappe erfasst spontane Gasentwicklung und heftige Ölströmung von 1 bis 2 m/s, wie sie beispielsweise bei inneren Fehlern auftreten. Während der Schwimmerkontakt oft nur eine Warnung auslöst, führt das Ansprechen des Stauklappenkontaktes stets zur Abschaltung innerhalb von 0,5 s.

Anwendungshinweise

  • Bei Wartungsarbeiten sollte auch die Funktion des Relais getestet werden. Dazu wird die Prüftaste am Relais bis in die erste Stellung gedrückt (Warnung), beim Erreichen der zweiten Stellung erfolgt die Auslösung. Bei den wiederkehrenden Prüfungen des Buchholzschutzrelais (etwa alle vier Jahre) wird Luft in das Relais gepumpt.
  • Beim Ansprechen der Auslösefunktion muss ein innerer Fehler im Betriebsmittel angenommen werden. Eine Wiedereinschaltung darf erst erfolgen, wenn ein solcher Fehler sicher ausgeschlossen werden kann. Bei geringstem Zweifel ist eine Analyse der Verbrennungsgase – meist auf Anwesenheit von Kohlendioxid und Azetylen – erforderlich.

Autor: F. Schmidt

Literatur: [1] DIN EN 60282-1 (VDE 0670-4):2015-05 Hochspannungssicherungen Teil 1: Strombegrenzende Sicherungen.
[2] DIN EN 60644 (VDE 0670-401):2010-07 Anforderungen für Hochspannungssicherungseinsätze für Motorstromkreise (IEC 60644:2009).
[3] DIN VDE 0670-402 (VDE 0670-402):2014-11 Wechselstromschaltgeräte für Spannungen über 1 kV – Auswahl von strombegrenzenden Sicherungseinsätzen für Transformatorenstromkreise.
[4] DIN EN 62271-105 (VDE 0671-105):2013-08 Hochspannungs-Schaltgeräte und -Schaltanlagen – Teil 105: Wechselstrom-Lastschalter-Sicherungs-Kombinationen für Bemessungsspannungen über 1 kV bis einschließlich 52 kV.
[5] DIN EN 50216-2 (VDE 0532-216-2):2002-11 Zubehör für Transformatoren und Drosselspulen Teil 2: Buchholzrelais für flüssigkeitsgefüllte Transformatoren und Drosselspulen mit Ausdehnungsgefäß.
[6] DIN EN 50216-3 (VDE 0532-216-3):2007-09 Zubehör für Transformatoren und Drosselspulen Teil 3: Schutzrelais für ohne Gaspolster hermetisch verschlossene flüssigkeitsgefüllte Transformatoren und Drosselspulen.
[7] DIN EN 50216-11 (VDE 0532-216-11):2009-04 Zubehör für Transformatoren und Drosselspulen Teil 11: Öl- und Wicklungstemperaturanzeiger.
[8] VDN-Richtlinie für digitale Schutzsysteme: 2003-11, Verband der Netzbetreiber – VDN e.V. beim VDEW.

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen. Bildunterschriften/ -quellen:
(1) Reservesicherungen sollten besser in ihrer Verpackung bleiben (Quelle: F. Schmidt)

(2) Kennlinie eines AMZ-Relais mit Hochstromstufe (Quelle: F. Schmidt)


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