Mobilität
Neue Kleinfahrzeuge: Chancen für Umwelt und Sicherheit
Die VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik geht der Frage nach, wie man Umweltbelastungen und Risiken der Mobilität minimieren kann. Einen Beitrag könnte eine neue Mobilitätsklasse, die Klasse M0, leisten.
Anforderungen für die Sicherheit
Die Sicherheitsanforderungen für Kleinfahrzeuge zielen darauf ab, ein Sicherheitsniveau zu erreichen, das mit der M1-Klasse vergleichbar ist und im Rahmen des Gewichts- und Kostenbereichs realisierbar ist. Diese Kleinfahrzeuge sind hauptsächlich für den Einsatz in urbanen und suburbanen Gebieten auf Kurzstrecken vorgesehen. Daher ermöglicht eine differenzierte Analyse der Unfallhäufigkeit und Kollisionsgeschwindigkeiten eine Anpassung des Anforderungsprofils. Durch den Einsatz moderner sicherheitsrelevanter Assistenzsysteme kann dieses Ziel erreicht werden.
Eine Analyse der beteiligten Fahrzeuge aus 41.272 rekonstruierten Verkehrsunfällen mit Personenschäden aus der GIDAS-Datenbank durch die Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden GmbH ergab, dass die Fahrzeuge in eine Gruppe von M0-ähnlichen Fahrzeugen (L5e, L6e, L7e sowie M1-Fahrzeuge mit M0-ähnlichem Nutzungsverhalten) und eine Gruppe von übrigen M1-Fahrzeugen differenziert werden können. Diese Analyse zeigt eine deutliche Verschiebung der Unfallorte hin zu innerstädtischen Gebieten für die M0-Gruppe. Die Unfalltypen in der M0-Gruppe weisen eine geringere Häufigkeit von Längsverkehrsunfällen auf, während Abbiege- und Kreuzungsunfälle sowie Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern einen größeren Anteil ausmachen.
Daraus ergibt sich die Bedeutung von Maßnahmen zum Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer sowie einem Fokus auf Abbiege- und Kreuzungsassistenzsysteme. Obwohl Längsverkehrsunfälle seltener auftreten, sind sie mit einem Anteil von über 25 % immer noch signifikant.
Die Kollisionsgeschwindigkeiten in der M0-Gruppe sind generell niedriger. In der M0-Gruppe treten 88,2 % der Frontalunfälle bis 50 km/h auf, im Vergleich zu 86,4 % bis 60 km/h in der M1-Vergleichsgruppe. Der Einsatz von Notbremsassistenten ermöglicht eine weitere deutliche Reduzierung der Kollisionsgeschwindigkeiten. Dadurch können Deformationszonen in der M0-Klasse kleiner und gewichtssparender gestaltet werden, ohne das Verletzungsrisiko zu erhöhen.
Seitliche Kollisionen treten in der M0-Gruppe in 82,9 % der Fälle bis 40 km/h auf, im Vergleich zu 83,6 % bis 50 km/h in der M1-Gruppe. Hierbei nimmt jedoch die relative Häufigkeit von Kollisionen zu, was die Forderung nach Abbiege- und Kreuzungsassistenzsystemen weiter unterstreicht.

