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Bild: Der erste gemessene Kopierer KonicaMinolta Bizhub C353, analysiert mit dem PQA 824 (oben links) (Quelle: S. Fassbinder)
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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis

Messungen an mehreren Multifunktionsdruckern

06.07.2023

Beim Betrieb von Multifunktionsdruckern interessieren – außer der Leistungsfähigkeit des Geräts – vor allem zwei Punkte: Der Energieverbrauch und das Verhalten im Netz, also Störungen, die möglicherweise von dem Gerät ausgehen, und die Empfindlichkeit des Geräts gegen Unregelmäßigkeiten im Stromnetz. Dem soll nachfolgend am Beispiel dreier Geräte-Generationen desselben Herstellers nachgegangen werden.

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Netzanalysatoren werden gewöhnlich an zentralen Stellen eingesetzt, um dort die Verhältnisse in einem elektrischen Netz zu erfassen. Unter Umständen lassen sie sich jedoch ebenso gut wie ein Laborgerät für Messungen an einem einzelnen Betriebsmittel verwenden, obwohl sie dafür eigentlich nicht gedacht sind. Bei den nachstehend beschriebenen Messungen an Multifunktionsdruckern war dies gegeben.

Vorgehensweise

Was man mit jedem vernünftigen Netzanalysator tun kann, ist, die aufgezeichneten Daten als Zahlenkolonnen zu exportieren und z. B. mit Microsoft Excel weiter zu bearbeiten. Der Aufwand ist um ein Vielfaches größer als die grafische Auswertung mit der Software der Geräte, sofern diese Möglichkeit vorgesehen ist, doch mit dem Export ist man im Rahmen des gewählten Tabellen-Kalkulationsprogramms völlig frei in der Gestaltung nach Form und Farbe. Grafiken sind ebenso möglich wie Tabellen. Dieser Methode wurde hier deshalb der Vorzug gegeben – obwohl bei der zweiten und dritten Messung ein Messgerät zum Einsatz kam, das nicht nur über eine numerische, sondern auch eine umfangreiche Grafik-Software verfügt.

Die Messungen erfolgten jeweils über einen Bürotag von 0 h bis 24 h in Intervallen von 1 s, was für das zunächst eingesetzte Messgerät das kürzest mögliche Intervall darstellte. Das für die zweite und dritte Messung verwendete Gerät schafft minimale Intervalle von 0,25 s. So kleine Einstellungen sind zwar für die Netzanalyse unüblich, wo meist über wesentlich längere Zeiträume (Wochen bis Monate, manchmal Jahre) protokolliert und das Intervall entsprechend auf 15 min eingestellt wird, weil dies der Konvention im Netzbetrieb entspricht. Die Software ist auf 10 min voreingestellt, lässt sich jedoch selbstverständlich flexibel an ganz andere Anforderungen anpassen.

Da ein Intervall von 15 min viel zu lang ist, um kurzfristige Ereignisse zu erfassen, protokollieren vernünftige Netzanalysatoren je Intervall gleich drei Werte jeder Messgröße: Den Mittelwert, den Minimalwert und den Maximalwert dieses Intervalls. Diese Funktion wurde in den nachfolgend beschriebenen Messungen nicht genutzt, denn innerhalb einer Sekunde ändert sich an den Effektivwerten zu wenig. Exportiert und weiter bearbeitet wurden nur die Sekunden-Mittelwerte; daneben natürlich ggf. auch die Oszilloskopbilder und die Transienten. Diese zeigen die schnellen und ganz schnellen Änderungen in aller Deutlichkeit – soweit das Messgerät hierzu in der Lage ist.

Gemessen wurde nun das netzseitige Betriebsverhalten dreier Multifunktionsdrucker („Mufu-Geräte“ mit Drucker, Kopier- und Fax-Funktion – siehe Bild sowie zwei Nachfolge-Modelle desselben Herstellers) im Hinblick auf die o. g. Punkte Energieverbrauch und Netzrückwirkungen. Selbstverständlich wurde hierbei auch die Netzspannung mit protokolliert, also deren Oberschwingungen und etwaige Schwankungen, Transienten sowie die Reaktionen des Netzes auf Einschalt-Stromspitzen.

Durch ein nachträgliches Studium der Betriebsanleitungen ließ sich später feststellen, dass alle drei Geräte sowohl über einen Energiesparmodus als auch über einen Ruhezustand verfügten. Der Ruhezustand spart zwar mehr Energie als der Energiesparmodus (wie auch eine LED-Lampe in aller Regel mehr Energie spart als eine „Energiesparlampe“ – so viel zum Gebrauch und Missbrauch nicht genormter Begriffe), doch die nachfolgend notwendige Aufwärmphase dauert länger. Hierin besteht der Unterschied.


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