
Elektromobilität: Elektro-Lkw im Alltagstest
Lkw mit Hirschgeweih [Update]
Die Bundesregierung fördert zwei Autobahn-Teststrecken, auf denen Lkw mit Oberleitungen im Probebetrieb fahren sollen. Kritiker sehen darin ein Schwächung des Güterverkehrs der Bahn – und eine weitere Zunahme des Lkw-Verkehrs.
Welche Technologie wird gefördert?
Die Hybrid-Lkw fahren wahlweise mit Elektro- oder Dieselantrieb.
Über der Fahrspur verlaufen Oberleitungen, die von einem intelligenten Stromabnehmer erkannt werden. Ist der Stromabnehmer ausgefahren, fährt der Lkw mit E-Antrieb. Bei Spurwechseln oder dem Verlassen der elektrifizierten Strecke zieht sich der Stromabnehmer automatisch ein, und der Lkw schaltet auf Dieselantrieb um. Die technische Funktion des Hybridantriebs wird hier in einem Video erklärt.
Seit wann wird die Technologie erprobt?
Siemens, Volvo und Scania arbeiten seit 2011 an Hybrid-Lkw mit Diesel- und Elektroantrieb.
Auf dem früheren Militärflughafen Groß Dölln (Brandenburg) testen Siemens und Scania den neuen Antrieb seit 2015, allerdings unter Ausschluss anderer Verkehrsteilnehmer.
Seit 2016 lassen beide Unternehmen ihre Hybridfahrzeuge auf einem zwei Kilometer langen Autobahnabschnitt bei Stockholm im realen Verkehr testen (ep berichtete).
Wo sollen die Hybrid-Lkw in Deutschland fahren?
Nach einem Bericht der FAZ hat das Bundesumweltministerium zwei Autobahnabschnitte in Hessen und Schleswig-Holstein ausgewählt. Jeder Abschnitt sei zwölf Kilometer lang. Die genauen Standorte will das Ministerium Anfang Februar 2017 veröffentlichen.
Der Testbetrieb soll bis Ende 2018 starten. Zuvor müssen an beiden Strecken Strommaste errichtet und Oberleitungen gezogen werden. Die Hybrid-Lkw fahren reale Fracht, am Test beteiligen sich deshalb Speditionen, die ihre Güter transportieren lassen.
