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Sonstige Bereiche

E-Autos im Langzeittest

Leserkommentar: „Verbrennungsmotor ist umweltfreundlicher“

14.09.2017

Zum Langzeittest zweier E-Autos im Artikel "Fahrspaß pur und tauglich für den Alltag" erreichten uns die folgenden Leserkommentare. Autor Klaus Schumacher antwortet auf Kritik an seinem Artikel.

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Kommentar von Stefan Fassbinder:

Sehr geehrte Redaktion,

mit dem Artikel Fahrspaß pur und tauglich für den Alltag gibt es endlich mal einen wirklich brauchbaren, informativen Praxisbericht, weil der sich über 2,5 Jahre und 47.000 km Erfahrung erstreckt. Ehrlicherweise räumt der Befragte dann auch die Schwächen der Technologie ein. Das erhöht die Glaubwürdigkeit gegenüber der üblichen faktenfreien Lobhudelei ganz enorm.

Die ernüchternde Bilanz ist natürlich, dass die Stromkosten (ohne Mineralölsteuer) so hoch liegen wie die Kraftstoffkosten (mit Mineralölsteuer) für einen Diesel bei 5,7 l/100 km. Wenn die Politik die E-Mobilität will, dann muss sie sich auch überlegen, wie sie den Straßenbau finanzieren will, wenn die E-Mobilität denn – Überraschung – tatsächlich kommen sollte. Ladesäulen sind da ja nur ein Aspekt.

Bislang planen die Politiker doch so, als würde sowieso nichts daraus. Beim Atommüll hat man auch (angesichts der volumetrisch sehr geringen Mengen) anfangs gesagt: „Och, das Müllproblem hat noch Jahrzehnte Zeit; das findet sich. Erst mal lagern wir innerhalb der Kraftwerke, und dann…“ Jetzt scheint es doch ein Problem zu sein.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Fassbinder


Kommentar von Ralf Diemann:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihren Artikel habe ich mit Interesse gelesen. Zwei Dinge kann ich nicht unkommentiert stehen lassen:

1. Herr Schumacher schreibt „… macht das Autofahren auch aus Sicht der Umweltverträglichkeit doppelt Spaß und zudem dabei ein gutes Gewissen.“ Ich habe kürzlich einen Untersuchungsbericht gelesen, wonach allein die Herstellung des Akkus für ein E-Fahrzeug so viel CO2 in die Umwelt ausstößt wie ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor nach 200.000 km Laufleistung. Da nach heutigem Stand der Technik die Akkus sicherlich keine Lebensdauer von 200.000 km haben, ist das Auto mit Verbrennungsmotor also umweltfreundlicher. Was sagt Ihr gutes Gewissen dazu, Herr Schumacher?

2. Herr Schumacher schreibt „Ganz gleich, woher der Strom aus der Steckdose derzeitig noch kommt – aus Kraftwerken mit Atomenergie oder mit fossilen Brennstoffen – für ein Ballungsgebiet wie den mittleren Neckar-Raum ist die Elektromobilität in jedem Fall ein Zugewinn für die Umwelt und CO2-Bilanz.“ Sprechen wir nicht von globaler Erderwärmung, der wir unter anderem durch Reduzierung der Treibhausgase begegnen wollen? Welchen Unterschied macht es da, ob die Treibhausgase in Stuttgart oder in der Mecklenburger Seenplatte in die Luft geblasen werden? Ganz so wie sich die „reichen“ Industrienationen rühmen, wie umweltverträglich sie produzieren und in Wirklichkeit die „schmutzigen“ Produkte in Entwicklungsländern herstellen lassen bzw. ihre Abfälle nach dort verschiffen, das nennt sich dann Recycling.

Damit ich nicht falsch verstanden werden, ich bin weder Grüner noch Gutmensch und ganz bestimmt kein Vorbild in Sachen Umwelt. Aber ich denke Dinge bis zu Ende, und gerade beim Thema Umwelt und Energieeinsparung rechnen sich in dieser Gesellschaft Industrie und Politik die Welt schön.

Ich (und hoffentlich viele weitere Leser) sind gespannt, ob Herr Schumacher meine Kritik entkräften kann.


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Autor
Name: Jürgen Winkler