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KIT präsentiert LED-Straßenleuchte

Kostensparende Straßenleuchten für Städte und Gemeinden

02.02.2017

Eine neuartige, noch sparsamere LED-Straßenleuchte wurde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt. Die industrielle Umsetzung hat bereits begonnen.

Trickreiche Schaltung

Am Karlsruher Institut für Technologie wurde eine LED-Straßenleuchte konzipiert, bei der die üblichen Hochleistungsdioden durch ein spezielles Leuchtpunkte-Array ersetzt wurden. Dadurch lässt sich eine deutliche Steigerung des Wirkungsgrads und der Lebensdauer erzielen. Zudem bietet die Lampe mehr Sicherheit und ein schöneres Licht. Die trickreiche Schaltung fängt Ausfälle einzelner LEDs ab. Dadurch wird es kostengünstig, eine Vielzahl von LEDs auf einer einzigen Platine zu montieren und zu betreiben. Die Straßenleuchte arbeitet zudem mit einer wesentlich geringeren Spannung, was zu einer geringeren unerwünschten Wärmeentwicklung führt. Eine lokale Überhitzung, die zur Senkung der Lebensdauer der LEDs führt, findet nicht statt. Die Leuchteigenschaften sind für das menschliche Auge angenehmer, da viele kleine LEDs aus der Entfernung als Flächenstrahler wahrgenommen werden. Sie blenden weniger als Hochleistungs-LEDs, die das menschliche Auge als Punkt-Lichtquelle wahrnimmt.

Großes Einsparpotenzial für Städte und Gemeinden

Die Umstellung der stromfressenden konventionellen Straßenbeleuchtung auf LED ist vielerorts im vollen Gange. Die stromsparende Beleuchtung soll in Städten und Gemeinden zum Einsatz kommen, was die Energie- und Wartungskosten deutlich senken könnte. In Berlin summierten sich beispielweise die Energiekosten für die elektrische öffentliche Beleuchtung (Gaslaternen kommen in der Hauptstadt ebenfalls noch zum Einsatz) im Jahr 2015 auf rund 14 Millionen Euro. Hier wurden 75.000 Megawattstunden Strom verbraucht. In Deutschlands zweitgrößter Metropole Hamburg beliefen sich die Kosten im Jahr 2014 bei einem Energieverbrauch für die Straßenbeleuchtung von rund 35.000 Megawattstunden auf sieben Millionen Euro. Durch die finanziellen Einsparungen profitieren auch die Einwohner von der Neuentwicklung des Karlsruher Instituts für Technologie, denn die Steuergelder werden für andere Dinge frei. Gleichzeitig schont die LED-Straßenbeleuchtung die Umwelt.

Testeinsatz noch in diesem Jahr

Erste Industriepartner hat man bereits gewonnen, und die LED-Straßenbeleuchtung befindet sich in der Produktentwicklung auf Grundlage der Karlsruher Technik. „Die innovative Technologie erlaubt es uns erstmals, blendfreie Leuchten mit hohem Wirkungsgrad zu konstruieren, die höchsten Sicherheitsstandards entsprechen“, erklärt Klaus Müller, Geschäftsführer von Gratz Luminesance. „Ersten Testkunden werden wir noch in diesem Jahr unsere Leuchte zu Testzwecken zur Verfügung stellen können.“ Bild rechts: KIT-LED-Straßenbeleuchtung (Quelle: Karlsruher Institut für Technologie)

Autor
Name: Antje Schubert