Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Kombinierte Erdungsanlagen für Schutzpotentialausgleichs-, Blitzschutz- und EMV-Anordnungen
Durch DIN 18014, Ausgabe 2014-03, [1] wird der Aufbau der Fundamenterderanlage konkreter beschrieben. Aufgrund des Trends, isolierende Materialien im Fundament und in Erdungsschichten einzusetzen bzw. der stetig steigenden Nutzung umschlossener Perimeterdämmungen, ist gemäß der DIN 18014 zusätzlich zur gewohnten Erdermasche im Fundament auch ein erdfühliger Ringerder vorzusehen.
Der größte Nutzen dieser Maßnahme ist nicht in der Abschirmung der induktiven Einkopplung zu sehen, die nur relativ selten auftritt und ohne Unterstützung durch weitere Schirmungsmaßnahmen in Wand und Decke auch nicht zum gewünschten Erfolg führen würde.
Der Nutzen liegt in der niederimpedanten Vernetzung der räumlich unterschiedlichen Potentialausgleichspunkte/Erdungspunkte von Verbrauchern.
Am Beispiel Produktionsmaschine: Bei hohen induktiven oder kapazitiven Lasten (durch Schalten von Motoren oder Schaltnetzteilen) werden die dadurch resultierenden schnellen Spannungsspitzen (kleine Überspannungen) im jeweiligen Verbraucher/in der Produktionsmaschine intern durch RC-Glieder gegen Erdpotential abgeleitet.
Diese schnellen Spannungsspitzen bewirken über die normalen PE-Zuleitungen Spannungspotentialanhebungen. Das heißt, das gesamte PE-Potential wird kurzfristig angehoben. Dadurch können Störungen des Systems verursacht werden.
Bei mehreren verbundenen Maschinen/Verbrauchern dieser Art können diese Spannungsspitzen umfangreiche Störungen im Netz verursachen. Eine Vermaschung dieser Anlagen über Datenanbindung stellt dann den Extremfall dar. Die mögliche Datenperformance wäre aufgrund der Ausgleichsströme und Einkopplungen definitiv nicht gegeben. Die Funktion des Systems wäre nicht mehr gewährleistet.
Literatur: [1] DIN 18014:2014-03 Fundamenterder – Planung, Ausführung und Dokumentation.
[2] DIN VDE 0100 Errichten von Niederspannungsanlagen.
[3] DIN EN 62305-1 (VDE 0185-305-1):2011-10 Blitzschutz – Teil 1: Allgemeine Grundsätze.
Autor: A. König
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(Bild 2) Verbindung Fundamenterder mit der Bewehrung in Abständen von max. 2 m (Bildquellen: Autor/ep)

