Skip to main content 
Seltene Erden, Bild: Anastasiia / stock.adobe.com
Elektrotechnik | Umwelttechnik | Personen und Firmen | Produkte

Preisauslobung

ISC3 gibt Finalisten der Innovation Challenge bekannt

06.07.2026

Das International Sustainable Chemistry Collaborative Centre (ISC3) ist stolz darauf, die acht Finalisten seiner siebten Innovation Challenge bekannt zu geben. Ausgewählt aus über 50 Einreichungen aus mehr als 25 Ländern, haben sich die acht Finalisten mit innovativen Lösungen für eine der drängendsten Nachhaltigkeitsherausforderungen unserer Zeit einen Platz im Finale verdient: die Elektronikindustrie.

Seiten

Warum Elektronik, warum gerade jetzt?

Elektronik ist allgegenwärtig – ebenso wie ihre Folgen. Von giftigen Substanzen in Bauteilen über Berge von Elektroschrott bis hin zum enormen Energieverbrauch bei der Halbleiterfertigung: Der ökologische Fußabdruck dieser Branche wurde lange Zeit als unvermeidlicher Kompromiss betrachtet. Das ISC3 stellt diese Annahme nun in Frage.

Im Rahmen des diesjährigen Aufrufs wurden Start-ups dazu aufgefordert, die Chemie hinter unseren Geräten neu zu überdenken – die Antworten waren so vielfältig wie das Problem selbst. Die ausgewählten Innovationen reichen von lösungsmittelfreiem Magnetrecycling und neuartigen Batterieelektrolyten bis hin zu KI-gestützten Plattformen zur Rückverfolgbarkeit von Elektronik und biobasierten Klebstoffen für eine umweltfreundlichere Montage. Weitere Finalisten setzen auf lokal verankerte E-Schrott-Lösungen, die den informellen Sektor in die Kreislaufwirtschaft einbinden, sowie auf modulare, ökodesignte elektronische Ohrtags zur Tiergesundheitsüberwachung. Gemeinsam zeigen sie die Vielfalt nachhaltiger Elektronikinnovation und spiegeln eine neue Generation von Gründern wider, die Nachhaltigkeit als zentrales Gestaltungsprinzip betrachten – und nicht als nachträglichen Gedanken.

Von Experten ausgewählt, auf Wirkung ausgelegt

Die Auswahl von acht Finalisten aus dem starken Feld der Bewerber war keine leichte Aufgabe. Eine Jury aus 15 unabhängigen Experten – aus den Bereichen nachhaltige Chemie, Elektronik, Industrie, Innovation und Wissenschaft – brachte bei der Bewertung eine strenge, vielschichtige Perspektive ein. „Die Qualität und Vielfalt der diesjährigen Bewerbungen senden ein wichtiges Signal: Die Gründer beweisen, dass nachhaltige Chemie und Innovationen in der Elektronik Hand in Hand gehen – und genau das ist die Art von Arbeit, die das ISC3 fördern und voranbringen will,“ sagt Dr. Alexis Bazzanella, Direktor des ISC3 Innovation Hub. Das ISC3 bedankt sich herzlich bei allen Jurymitgliedern für ihre in den Prozess eingebrachte Zeit und das Fachwissen.

Die acht Finalisten

Nach einem zweistufigen Auswahlsverfahren haben sich die folgenden acht Start-ups einen Platz in der Finalrunde der ISC3 Innovation Challenge 2026 gesichert (in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt):

Afya Ya Mnyama Digital(Tansania)hat ein ökodesigntes, modulares Smart-Ohrtag-Sensorsystem entwickelt, das die Gesundheit von Nutztieren in Echtzeit überwacht − mit dem Fokus, den ökologischen Fußabdruck über den gesamten Gerätelebenszyklus zu reduzieren.

AppCyclers (Ghana) betreibt ein sicheres, gemeinschaftsorientiertes digitales E-Schrott-Recyclingsystem − von der Sammlung über sicheres Recycling und Schulungen bis hin zum Handel mit hochwertigen Recyclingprodukten.

B-CIRC Botswana Circular Energy Storage Platform (Botswana) entwickelt eine Vier-Geräte-Plattform für Energiespeicherung und solare Kraftstoffe, mit dem Ziel, alle aktiven Elektroden- und Elektrolytmaterialien aus botswanischen Abfallströmen oder Evaporitlagerstätten zu beziehen.

Ecolyte (Aserbaidschan) ersetzt brennbare Elektrolyte in Lithium-Ionen-Batterien durch ein Gel auf Basis ionischer Flüssigkeiten, die das Potential haben, Effizienz, Lebensdauer und Sicherheit von Batterien zu verbessern.

ON nano International (Deutschland) bietet den weltweit ersten Spin-Coater mit der größten Beschichtungsfläche für glasbasierte Leiterplatten an. Dieser ermöglicht eine äußerst gleichmäßige Resistbeschichtung auf ultradünnen Materialschichten für fortgeschrittene Aufbau- und Verbindungstechnik in der Chip-Fertigung und reduziert dabei den Einsatz von Chemikalien und Materialien deutlich.

ReBond Technologies (Tansania) führt einen kostengünstigen, biobasierten reversiblen Klebstoff für die elektronische Montage und Demontage ein − zur Verbesserung der Materialrückgewinnung und zur Förderung der Kreislaufelektronik.

TSR Innovations (Deutschland) entwickelt einen kosteneffizienten, geschlossenen mechanochemischen Recyclingprozess für Seltenerdmagnete am Ende ihrer Lebensdauer.

WeavInsight (Singapur) entwickelt eine KI-gestützte Remote-Sensing- und IoT-Plattform, die einen „Chemical Digital Twin" für Elektronikprodukte erstellt, um Materialverluste und toxische Leckagen frühzeitig zu erkennen und zu reduzieren.


Seiten