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Cybersicherheit

Hört jemand meine Gespräche mit?

16.01.2025

NordVPN-Experten haben einen Test konzipiert, mit dem Verbraucher überprüfen können, ob ihre Geräte Gespräche mithören, um gezielte Werbung zu schalten.

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Während sich das Gerät in der Nähe befand, wurden bewusst Gespräche über Lieblingstiere, zufällig gewählte Länder und Mode geführt, um herauszufinden, wie lange es dauert, bis Werbung zu diesen Themen angezeigt wird. Nach diesen Gesprächen über die jeweiligen Themen erhielten die Experten gesponserte Social-Media-Beiträge für alles Mögliche, von Reisezielen bis hin zu Tierschutzorganisationen. Diese Praktiken sind nicht unrechtmäßig, solange ein Nutzer in den AGB einer App zugestimmt hat, dass Geräte die persönlichen Daten sammeln dürfen. NordVPN rät den Nutzern, selbst zu testen, ob ihr Gerät sie ausspioniert und empfiehlt, die Berechtigungen zu überprüfen, die sie ihren Apps erteilt haben.

Ja, das Handy hört wirklich mit! Ein einfacher Test, der von NordVPN-Experten konzipiert wurde, zeigt, wie sich herausfinden lässt, ob das Gerät Gespräche belauscht. Smartphones hören über das eingebaute Mikrofon des Geräts mit. Dies ist meist eingeschaltet, damit virtuelle Assistenten Sprachbefehle erkennen können. Diese virtuellen Assistenten hören aber auch Gespräche im Hintergrund mit, um den Nutzern personalisierte Werbung zu senden, die auf den Gesprächsthemen basiert.

Die Rechtmäßigkeit dieser Praxis hängt vom Einverständnis der Nutzer ab. Wenn die Nutzer den Nutzungsbedingungen zustimmen oder die Einstellungen so anpassen, dass das Mithören erlaubt ist, ist es legal. Jegliche App-Überwachung ohne Zustimmung ist jedoch illegal. Verbraucher können testen, ob ihr Telefon mithört, indem sie ein bestimmtes Thema in der Nähe ihres Geräts besprechen und danach beobachten, ob in den folgenden Tagen oder Wochen entsprechende Anzeigen erscheinen.

Test in vier Schritten, um festzustellen, ob das Handy mithört:

1.    Ein einzigartiges Thema auswählen
       Wählen eines Themas, über das noch nie gesprochen bzw. online gesucht wurde
       Das Thema sollte nicht in Zusammenhang mit den üblichen Interessen oder Online-Verhalten stehen

2.    Über das Thema sprechen
       über mehrere Tage hinweg sollen mehrere Gespräche in der Nähe des Telefons über das gewählte Thema geführt werden
       Verwendung spezifischer Wörter, die mit dem gewählten Thema in Zusammenhang stehen

3.    Handy wie gewohnt nutzen
       Telefon wie gewohnt verwenden, aber nicht nach Inhalten suchen, die mit dem Wahlthema in Zusammenhang stehen, und nicht interagieren
       Telefon während des Gesprächs in der Nähe belassen, aber nichts an der Art und Weise ändern, wie es verwendet wird

4.    Abwarten, beobachten und analysieren
       in den darauffolgenden Tagen oder Wochen genau auf die Anzeigen achten, die auf demTelefon und anderen Geräten erscheinen
      Gibt es Anzeigen zu dem passenden Thema, die in Apps, auf Webseiten oder auf Social-Media-Plattformen erscheinen? Wenn solche Anzeigen zu dem gewählten Thema erscheinen, kann dies darauf hinweisen, dass das Telefon mitgehört und diese Informationen für gezielte Werbung verwendet hat.

NordVPN-Experten haben daher den Test gemacht, um herauszufinden, was genau der Auslöser dafür sein könnte.  
Einer der Experten untersuchte, ob die Erwähnung von zufällig ausgewählten Ländern zu einer Zunahme von Werbung von Reisebüros und anderen Unternehmen der Tourismusbranche für dieses Land führen würde. Der Experte sprach darüber, dass er gerne Saudi-Arabien besuchen würde. Daraufhin erhielt er Facebook-Anzeigen von Booking.com für Hotels in der Stadt Al-Ula. Zwei Tage später wurde Saudi-Arabien in einer App angezeigt und drei Tage später erschienen Anzeigen für Hotels in Al-Ula. Ein weiterer Experte sprach währenddessen über ein zufällig gewähltes Tier – in diesem Fall über Orang-Utans. Einen Tag später erhielt er Werbeanzeigen von Orang-Utan-Hilfsorganisationen.

Marijus Briedis, Chief Technology Officer bei NordVPN, sagt: „Es geht um etwas, dass uns allen schon einmal in unserem digitalen Leben begegnet ist – eine Werbung erscheint für etwas, worüber wir erst kürzlich gesprochen haben. Obwohl wir sie normalerweise als harmlos oder sogar notwendig abtun, sind sie ein Indikator dafür, dass Nutzer ihrem Gerät weitgehenden Zugriff auf ihre persönlichen Daten und Interessen gewähren.

Um die Privatsphäre zu schützen, sollten Nutzer die App-Berechtigungen auf ihren Geräten überprüfen und einschränken. Man sollte besonders achtsam mit dem Zugriff auf Mikrofon und Standort umgehen. Wer sich diese Mühe nicht macht, bezahlt die Bequemlichkeit mit seiner Privatsphäre.

Es empfiehlt sich zudem, regelmäßig die Privatsphäre-Einstellungen in den sozialen Medien zu überprüfen und darauf zu achten, welche Informationen man mit anderen online teilt. Selbst scheinbar harmlose Details können für gezielte Werbung oder für böswilligere Zwecke verwendet werden. Man kann seine Online-Kommunikation und sensiblen Daten auch verschlüsseln, indem man einen VPN-Dienst wie NordVPN verwendet, wenn man sich mit öffentlichen WLAN-Netzwerken verbindet, um so eine Überwachung zu verhindern.“

Marijus Briedis gibt Nutzern Tipps zum Schutz der Privatsphäre auf dem Smartphone:

Nutzen Sie ausschließlich verifizierte Downloads: Laden Sie Apps, insbesondere virtuelle Assistenten, nur aus offiziellen Stores herunter. Bei Drittanbietern kann es sein, dass häufig keine Sicherheitsprüfungen durchgeführt werden, sodass Ihr Gerät Schadsoftware ausgesetzt sein kann. Inoffizielle Apps können ebenfalls ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Prüfen Sie die App-Berechtigungen: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre App-Berechtigungen. Lehnen Sie unnötige Zugriffsanfragen auf Ihr Mikrofon, Ihre Kamera oder Ihren Standort ab. Dies sind oft Warnsignale für das Sammeln von Daten. Entfernen Sie unbekannte Apps sofort, da sie von Cyberkriminellen stammen könnten.


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