Brandschutz in komplexen Gebäuden
Auf höchste Sicherheit bauen
In der jüngeren Vergangenheit haben tragische Brandfälle gezeigt, dass in hohen und hochkomplexen Gebäuden ein sicherer Brandschutz wichtig ist. Aber wie sind die Richtlinien für solche Sonderbauten, und wie müssen diese Gebäude brandschutztechnisch ausgestattet sein?
Sicherer Rauchabzug erfordert eine detaillierte Planung
Die Verteilung von RWA-Steuerungen und -Fensterantrieben in hochkomplexen Gebäuden bedingt eine präzise Planung. Laut Torsten Helbig empfiehlt sich hierfür ein dezentrales Entrauchungskonzept. Bei diesem werden mehrere kleine RWA-Zentralen im Gebäude verteilt und durch AdComNet, ein vom VdS zertifiziertes RWA-Bussystem, miteinander verbunden. Der Vorteil: Es müssen keine massiven, langen Antriebskabel quer durch das Gebäude gelegt werden – die Kabellängen und -querschnitte werden deutlich reduziert. „Selbst größte Entrauchungsszenarien können auf diese Weise wirtschaftlich realisiert werden, ohne dabei an Sicherheit und Funktionalität zu sparen“, sagt Torsten Helbig.
Ob alle Verbindungen störungsfrei funktionieren, kann durch eine Schnittstelle zur Gebäudeleittechnik überwacht werden. „Wir haben mit der neuen digitalen Rauchabzugszentrale CPS-M ein System entwickelt, das ein Zusammenspiel mit Einbruch- und Brandmeldeanlagen, Heizung, Licht sowie Lüftung ermöglicht“, sagt Stefan Decknatel, Leiter Vertrieb und Innovationsmanagement bei der D+H Mechatronic AG.
Die CPS-M ist mit dem intelligenten und standardisierten Bussystem ACB (Advanced Communication Bus) ausgestattet, das eine zeitgemäße Kommunikation zwischen Steuerungen und Antrieben ermöglicht. Zeitgemäß heißt in diesem Fall, dass die Antriebe nicht mehr nur Anweisungen von den Steuerungen zum Auf- und Zufahren erhalten, sondern auch selber Informationen über ihre Zustände, Anschlüsse und Positionen zurückgeben können. Diese sogenannte bidirektionale Kommunikation ermöglicht dem Nutzer nicht nur mehr Funktionalitäten, sie erleichtert ihm auch die Wartungsarbeiten, da das Auslesen der Antriebe über die SCS Software wesentlich einfacher gelingt. Zudem lassen sich innerhalb des Programms für die Antriebe individuelle Einstellungen vornehmen. Dazu zählen z. B. verschiedene Fahrbefehle.
„Die CPS-M ist vollmodular aufgebaut“, sagt Stefan Decknatel. Die Zentrale werde auf einem nahezu kabelfreien Stecksystem auf einer TS 35 Schiene montiert. „Ein Klick genügt, und das System ist um ein Modul und weitere Funktionen reicher.“ Die Module bestehen aus Funktions- und Sockelbaugruppen. Dadurch können sie ausgetauscht oder ergänzt werden, ohne die ganze Zentrale demontieren zu müssen. Auf die Verdrahtung der Module untereinander wird verzichtet, wodurch auch der gesamte Verdrahtungsaufwand der Zentrale an sich verringert wird.
Das Internet der Dinge
Auf die Herausforderungen der Urbanisierung liefert die zunehmende Digitalisierung wichtige Antworten. Smarte Technologien und das Internet der Dinge, also die Konnektivität einzelner Komponenten im Gebäude, sorgen dafür, dass die zukünftigen komplexen Anforderungen an Sicherheit, Energieverbrauch und Nutzungsverhalten in Gebäuden bewältigt werden können. Und somit nicht nur die Gebäude an Höhe zulegen, sondern auch deren Sicherheitsstandards.
Autor: Katja Schmees
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