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Aus dem Facharchiv: Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Teilabsturz auf einer Steigleiter

Beim Austausch von Kabeln in einer Windkraftanlage kam es durch Verwendung einer nicht geeigneten Steigschutzeinrichtung zu einem Absturz.

Steigschutzschiene mit Weiche und Ausstanzun-gen zum Auffangen des Mitläufers (Bild: BGETM)

Arbeitsauftrag. In einer Windkraftanlage sollten Kabel im Mastschaft ausgetauscht werden. Hierzu waren die Befestigungsschellen an der Innenseite der Mastwandung zu lösen. Die Arbeit sollte von oben nach unten verlaufend von der innen liegenden Steigleiter aus durchgeführt werden. Der Monteur war über die Benutzung der Steigeinrichtung unterwiesen.

Unfallhergang. Der beauftragte Elektroinstallateur sicherte sich auf der Steigleiter durch einen Auffanggurt und ein mitlaufendes Auffanggerät (Mitläufer), das er in die Steigschutzschiene der Steigleiter eingeführt hatte. Während der Arbeiten beugte er sich beim Lösen der Befestigungsschellen seitlich aus dem Leiterverlauf heraus und rutschte dabei mit seinen Füßen von den Sprossen der Steigleiter ab. Durch das seitliche Herauslehnen arretierte der Mitläufer nicht sofort – sondern erst nach einer Fallstrecke von etwa 5 m. Der Monteur erlitt durch den Sturz erhebliche Verletzungen.

Unfallanalyse. Der Mitläufer in Steigschutzeinrichtungen blockiert die Abwärtsbewegung in Abhängigkeit seines Konstruktionsprinzips. Bei Steigschutzschienen mit ausgestanzten Auffangöffnungen (Bild) arretiert der Mitläufer formschlüssig durch eine Auffangnase. Es befinden sich aber auch Systeme im Einsatz, bei denen der Mitläufer auf der Schiene rein kraftschlüssig durch einen Klemmvorgang den Absturzvorgang verhindert. Bei beiden Systemen muss der Mitläufer durch eine Horizontalkraft entriegelt werden. Das wird durch rechtwinkliges Wegdrücken von der Steigeinrichtung erreicht. In Abhängigkeit des jeweiligen Produkts sind die erforderlichen Horizontalkräfte zum Teil sehr gering. Durch das Hinauslehnen drehte sich der Verletzte bei Abrutschen von den Sprossen seitlich zur Steigleiter. Hierdurch wurde das Verbindungsmittel zwischen Mitläufer und Auffanggurt gestrafft – ein Blockieren des Mitläufers war somit unmöglich. Der Verletzte stürzte an der Steigschutzschiene „geführt“ solange ab, bis seine Körperposition die Entriegelung des Mitläufers wieder freigab.

Autor: J. Jühling

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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