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Aus dem Facharchiv: Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Falsch verdrahteter Akkusatz explodierte

Durch gegeneinander verpolte Akkuzellen kam es zu einer Explosion in einem Defibrillator. Umherfliegende Teile verletzten den Mitarbeiter.

Akkusatz, verpackt in undurchsichtiger Schrumpffolie (BG ETEM)

Akkusatz, verpackt in undurchsichtiger Schrumpffolie (Foto: BG ETEM)

Arbeitsauftrag: Ein Mitarbeiter eines Gewerbebetriebes sollte die in dem Unternehmen aufgestellten Defibrillatoren warten. Er öffnete jeweils die Geräte und schloss den Akkusatz an ein Ladegerät an. Die Ladezeit betrug etwa 9 Stunden.

Unfallhergang: Wie gewohnt, öffnete der Mitarbeiter einen Defibrillator und klemmte jeweils den roten und schwarzen Anschlussdraht des Akkusatzes an das Ladegerät (Bild 1). Nach der vorgeschriebenen Ladezeit schloss er den Akkusatz im Gerät an und schraubte die Abdeckung wieder zu. Nun wollte er den Defibrillator testen. Dazu schaltete er das Gerät ein. Plötzlich gab es im Inneren des Defibrillators eine Explosion. Die Befestigungsschrauben des Deckels wurden dabei aus dem Geräteunterteil herausgerissen und einzelne Teile flogen dem Mitarbeiter gegen eine Hand und an den Kopf. Durch den Explosionsknall erlitt er zusätzlich auf beiden Ohren ein Knalltrauma.

Unfallanalyse: Auf dem Bild 2 ist zu sehen, dass die 15 Mignonzellen schon bei der Herstellung falsch gepolt wurden. Die beiden Mignonzellen rechts im Bild sind jeweils mit dem Minuspol miteinander verbunden. Es ist anzunehmen, dass es durch die schnelle Eigenentladung der Mignonzellen zu einer Wasserstoffanreicherung im Gerätegehäuse gekommen ist. Das entzündete sich dann beim Testen des Gerätes. Es handelt sich eindeutig um einen Fabrikationsfehler. Den Prüfer trifft im vorliegenden Fall keinerlei Schuld, zumal er die Verpolung innerhalb des mit Schrumpffolie verpackten Akkusatzes (Bild 1) nicht einmal hätte erkennen könnten.

Verpolte Mignonzellen rot umrandet (Foto: BG ETEM)

Autor: J. Jühling

Dieser Artikel ist unserem Facharchiv entnommen.

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