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Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Elektrische Sicherheit beim Laden privater E-Fahrzeuge im Betrieb

Ist das Laden privater Elektroautos auf Firmengelände erlaubt? Was sagen Normen und Vorschriften dann zur elektrischen Sicherheit aus?

(Bild: stock.adobe.com/Wellnhofer Designs )

Frage:

Als verantwortliche Elektrofachkraft stehe ich vor folgender Aufgabe: Der Arbeitgeber erlaubt Mitarbeitern das Laden von privaten Elektro-Kraftfahrzeugen auf dem Firmengelände. Wie sieht es hier mit der elektrischen Sicherheit aus?

Allgemein sind ja alle am Arbeitsplatz befindlichen Geräte nach VDE 0701-0702 zu prüfen, auch Geräte privater Natur. Nur, wie soll das hier stattfinden? Wer darf prüfen? Muss die Ladesäule über eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung Typ B+ verfügen? Wie sieht es mit dem Blitz- und Überspannungsschutz aus?

Antwort:

Es gibt keine gesetzliche Reglung, die vorschreibt, dass Elektrofahrzeuge nach DIN VDE 0701-0702 (VDE 0701-0702)[1]zu prüfen sind. Lediglich die Ladesäule, das Ladekabel und die zugehörige elektrische Installation müssen einer Prüfung unterzogen werden. Aufgrund der häufigen Nutzung und der Umwelteinflüsse entstehen an der Ladestation und dem Ladekabel eine entsprechende Abnutzung und Alterung.

Aus diesem Grund muss im Laufe der Zeit mit Mängeln gerechnet werden, die entscheidend für die Sicherheit der Nutzer sind. Daher sollte, wie im gewerblichen Bereich, auch in allen anderen Bereichen eine wiederkehrende Prüfung und Wartung an der Ladestation und dem Ladekabel durchgeführt werden.

Oft bergen Ladestationen, Ladekabel und der zugehörige elektrische Anlagenteil elektrische Gefahren, die durch eine entsprechende Prüfung und Wartung einer Elektrofachkraft (EFK) vorzeitig erkannt und behoben werden können. Nach Abschluss der erforderlichen Prüfung und Wartung und nach Beseitigung der eventuell festgestellten Mängel ist die Sicherheit für den Nutzer wiederhergestellt.

Anmerkung. Die Elektrofachkraft ist hier als Berater des Betreibers für die elektrotechnischen Belange der Ladeinfrastruktur zu sehen. Für den ordnungsgemäßen Zustand der Ladeinfrastruktur und deren elektrischen Betriebsmittel ist der Betreiber selbst verantwortlich.

Ladesäulen und Ladekabel. Bei der Durchführung von wiederkehrenden Prüfungen an Ladesäulen ist die DIN VDE 0105-100 (VDE 0105-100)[2] anzuwenden. Für die Prüfung von Ladekabeln ist die DIN VDE 0701-0702 (VDE 0701-0702)[1] zu berücksichtigen.

Gefährdungsbeurteilung. Der Arbeitgeber ist für den sicheren Zustand von Arbeitsmitteln verantwortlich. Dazu hat er bezüglich der erforderlichen Maßnahmen eine Gefährdungsbeurteilung vor der ersten Inbetriebnahme zu erstellen. Die Prüfungen vor der Erstinbetriebnahme sind durch diese Gefährdungsbeurteilung zu regeln.

Bei der wiederkehrenden Prüfung sind die allgemein anerkannten Regeln der Technik zu berücksichtigen, die zum Zeitpunkt der Errichtung der elektrischen Anlage oder der elektrischen Betriebsmittel Gültigkeit hatten.

Autor: B. Martinovic

Literatur:

[1] DIN VDE 0701-0702 (VDE 0701-0702):2008-06 Prüfung nach Instandsetzung, Änderung elektrischer Geräte – Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte – Allgemeine Anforderungen für die elektrische Sicherheit.

[2] DIN VDE 0105-100 (VDE 0105-100):2015-10 Betrieb von elektrischen Anlagen – Teil 100: Allgemeine Festlegungen.

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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