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Veranstaltung | Elektrotechnik

ZVEI-Fachverband Sicherheit - Auf neue Herausforderungen vorbereitet

ep8/2010, 1 Seite

Der Bereich der elektronischen Sicherheitssysteme hat für das Jahr 2009 wieder ein Umsatzwachstum verzeichnen können. Doch jetzt werden sich wohl auch hier die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise bemerkbar machen. Zu dieser Einschätzung kommt der ZVEI-Fachverband Sicherheit.


Marktsituation Zu Beginn der diesjährigen Pressekonferenz im Porschezentrum Leipzig ging der stellvertretende Vorsitzende Uwe Bartmann (Bild ) auf den geänderten Namen des ZVEI-Fachverbandes ein. In dem sich aus den beiden früheren Verbänden Sicherheitssysteme und Wehrtechnik zusammensetzenden neuen Fachverband Sicherheit sind deren Themenbereiche gebündelt. Die Umstrukturierung resultiere unter anderem aus einem im Sicherheitsbereich entstehenden „neuen“ Markt. Die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit würden immer stärker verschwimmen. Integrierte Lösungen seien erforderlich, eine Art „System der Sicherheitssysteme“: „Diesen Markt wollen wir erschließen“, verdeutlichte Bartmann. Mit der Ausarbeitung und Anpassung entsprechender Sicherheitskonzepte befasse sich der Verband seit langem (z. B. effektive Gebäudeevakuierung mit System - Technische Maßnahmen im Brandfall und bei sonstigen Gefahrenlagen [1]). Derzeit sei der Markt in der EU zersplittert und unterscheide sich bei den Sicherheitsphilosophien zum Schutz von Gebäuden und Infrastrukturnetzen in den einzelnen Ländern. Ihn zusammenzuführen, müsse das Ziel sein. Dafür sei die deutsche Sicherheitsindustrie gut aufgestellt. Auch der neue Fachverband Sicherheit sei zur gegenwärtigen Lage passend. Er widme sich der „Defence“ (äußere Sicherheit), der „Security“ - innere Sicherheit,Schutz kritischer Infrastrukturen (z. B. Flughäfen), Abwehr von durch Menschen verursachter Gewalt (Terroranschläge oder Ähnliches) - und der „Safety“ (u. a. Schutz vor von Bränden, Explosionen oder Überschwemmungen ausgehenden Gefahren). 90 Unternehmen umfasse der „neue“ Verband, auf deren Fachkompetenz der ZVEI zurückgreifen könne: „Die gefühlte Sicherheit zu erhöhen, ist die Aufgabe, der wir uns zu stellen haben“, fasste Bartmann die zukunftsgerichteten Maßnahmen zusammen. Die sogenannte „Sauerland-Gruppe“ habe verdeutlicht, dass Deutschland ins Visier terroristischer Aktivitäten gerückt sei. Es sei nicht mehr nur Unterschlupf, sondern Operationsgebiet. Rund 15000 Stellen seien hierzulande mit dem Schutz kritischer Infrastrukturen in dem als „Homeland Security Market“ bezeichneten Sicherheitsbereich beschäftigt. Stagnierender Markt erwartet Die aktuelle Marktstatistik präsentierte Dipl.-Ing. Angelika Staimer (Bild ). Trotz der bereits offenkundigen Krise habe sie im vergangenen Jahr für 2008 die bisher besten Zahlen präsentieren können: „Wir wussten damals nicht, wie es weitergehen würde“, bekannte die Lenkungsausschussvorsitzende des ZVEI-Fachverbandes Sicherheit. Unter diesen Voraussetzungen stelle das jetzt erzielte Umsatzwachstum elektronischer Sicherheitssysteme von 1,9 % zufrieden. Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung habe zu der vergleichsweise günstigen Entwicklung beigetragen. Für mehr als 2,5 Mrd. Euro seien Brandmeldeanlagen, Einbruch- und Überfallmeldeanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Video-und Zutrittskontrollsysteme an Endkunden verkauft worden. Wachstumsmotor war einmal mehr die Brandmeldetechnik, die einen Zuwachs von 3,8 % erwirtschaftete (1,1 Mrd. Euro). Der Bereich des Zutrittsmanagements legte um 2,2 % (231 Mio. Euro) und die Videotechnik um 0,8 % (363 Mio. Euro) zu. Das „Sorgenkind“ stellten Einbruch-und Überfallmeldeanlagen dar, deren Absatz um 0,5 % auf 630 Mio. Euro zurückging (vgl. Grafik auf Seite 625). In ihren Ausführungen zeigte Staimer die Abhängigkeit des Marktes der elektronischen Sicherheitssysteme von der Bauwirtschaft auf: „Durch die Verschiebung von Bauvorhaben wird uns die Krise noch treffen“, lautete ihre Einschätzung. Aufwendungen für Sicherheitstechnik würden verzögert und seien nur auf behördliche Auflagen zurückzuführen. Viele Unternehmen würden nicht kontinuierlich in die Sicherheit investieren. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten rückten sie von sicherheitstechnischen Vorkehrungen ab. Bei Vorkommnissen, wie beispielsweise großen Schadenfällen (Brände, Explosionen), sei dann oftmals mit erheblich größerem finanziellen Aufwand „nachzurüsten“. Durch Sicherheitsnetzwerke hätten sie die Zugriffe auf die IT-Sicherheit einschränken können, doch Maßnahmen gegen Industriespionage eher außer Acht gelassen. Nach Ansicht des Verfassungsschutzes gelänge es sogar bei klassischen Einbrüchen, ungeschützt zugängliche Betriebsgeheimnisse zu stehlen. Aussichten Nach verschiedenen Fachbeiträgen zum Thema „Sicherheit in der Praxis“ (z. B. Gewalt an Bahnhöfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, Rauchmelderkampagne) machte Staimer dennoch Mut. Neuerungen seien in der Brandmeldetechnik zu erwarten, die sich sicherlich auch in den kommenden Marktzahlen niederschlagen würden. Die in Würzburg vertretene Ansicht des Bayerischen Staatsministers der Finanzen „Der Brandschutz bringt uns um!“ (Sitzung des IHK-Steuer- und Finanzausschuss Würzburg-Schweinfurt, Anfang Juni 2010) werde sich also kaum bewahrheiten. Die hier zu leistenden, von ihm jedoch als „Mondbeträge“ bezeichneten Investitionen seien notwendig und könnten nicht besser angelegt sein. I. Kölbl, S. Wagner Literatur [1] ZVEI-Fachverband Sicherheit (Hrsg.): Effektive Gebäudeevakuierung mit System - Technische Maßnahmen im Brandfall und bei sonstigen Gefahrenlagen, Frankfurt am Main, Mai 2010. BRANCHE AKTUELL Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 8 632 ZVEI-Fachverband Sicherheit Auf neue Herausforderungen vorbereitet Der Bereich der elektronischen Sicherheitssysteme hat für das Jahr 2009 wieder ein Umsatzwachstum verzeichnen können. Doch jetzt werden sich wohl auch hier die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise bemerkbar machen. Zu dieser Einschätzung kommt der ZVEI-Fachverband Sicherheit. Der stellvertretende Vorsitzende des ZVEI-Fachverbandes Sicherheit Uwe Bartmann erläuterte die Sicherheitslage und die neuen Strukturen des ZVEI Angelika Staimer, Lenkungsausschussvorsitzende des ZVEI-Fachverbandes Sicherheit, gab die Marktzahlen bekannt Fotos: S. Wagner

Autoren
  • I. Kölbl
  • S. Wagner
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