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Elektrotechnik
ZVEI-Fachverband Installationsgeräte und -systeme - Beste Marktchancen in vielen attraktiven Feldern
ep11/2010, 2 Seiten
ZVEI-Fachverband Installationsgeräte und -systeme Beste Marktchancen in vielen attraktiven Feldern Von Energieeffizienz und Klimaschutz über intelligente Zähler und Elektromobilität bis hin zum Kartellrecht und den Vertriebskanälen für sicherheitsrelevante Produkte reichte das breite Themenspektrum, mit dem sich der ZVEI-Fachverband Installtionsgeräte und -system auf seiner Mitgliederversammlung in Königstein (Taunus) befasste. Neuer Vorsitzender des Fachverbandes ist Andreas Bettermann. Megatrends wirken sich deutlich positiv aus Der 34-jährige geschäftsführende Gesellschafter von OBO Bettermann (Bild ) ist der jüngste Vorsitzende in der Geschichte des ZVEI-Fachverbands. Er sieht für die Branche zahlreiche attraktive Betätigungsfelder. Elektromobilität, intelligente Netze und Energieeffizienz seien Megatrends, die sich deutlich positiv auf den Elektroinstallationsmarkt auswirkten. Der Modernisierungsmarkt - drei von vier Wohngebäuden in Deutschland sind älter als 40 Jahre - werde darüber hinaus stark wachsen und sich zu einer tragenden Säule im Gebäudemarkt entwickeln. Bettermann betonte, dass die Branche mit ihrem hohen Qualitäts-und Sicherheitsniveau beste Chancen habe, diesen Markt für sich zu erschließen. Der neue Fachverbandsvorsitzende hat sich zum Ziel gesetzt, die neuen Technologien in der deutschen und europäischen Normung stärker zu verankern, um somit für die Mitgliedsunternehmen eine verlässliche Geschäfts-und Planungsbasis zu schaffen. Des Weiteren stehen die Prozesskostenoptimierung in den Vertriebsstrukturen sowie der Ausbau der Beziehungen zum Großhandel und Handwerk und ihren Verbänden VEG und ZVEH auf seiner Agenda. Als stellvertretende Vorsitzende des Fachverbandes bestätigten die Mitglieder Hans-Georg Krabbe, Vorstand bei ABB, und Otto Kirchner, geschäftsführender Gesellschafter der fränkischen Rohrwerke. Neu in dieser Funktion ist Daniel Hager, Vorstandsvorsitzender der Hager AG. Von der Energieeffizienz bis zur Produktsicherheit Ein breites, interessantes Themenspektrum hatte das Team um Fachverbandsgeschäftsführer Klaus Jung und den bisherigen Vorsitzenden Godehardt Schneider für den öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung vorbereitet. Ministerialdirektor Günther Hoffmann, Leiter der Abteilung Bauwesen, Bauwirtschaft und Bundesbauten beim BMVBS, erläutete, welche Leitlinien hinsichtlich Energieeffizienz und Klimaschutz zu erwarten sind. So stelle der Gebäudebereich einen zentralen Punkt im Energieprogramm der 1989-1995 600 E-Fahrzeuge. 1993, so Weiß, begann der PSA-Konzern in der Region La Rochelle mit dem Testen von 50 Elektrofahrzeugen vom Typ Peugeot 106 und Citroën Saxo unter normalen Stadt-Bedingungen. 1997 folgte mit „Lisellec“ ein „Carsharing“-Projekt für urbane Mobilität. Aktuell arbeite Citroën an der Markteinführung seiner Elektroautos C-Zero und Berlingo Electrique. Als Prozesspartner wurde die e8energy Gmb H gewonnen, die an ganzheitlichen Konzepten der Elektromobilität arbeitet und unter anderem eine Schnellladesäule für Elektrofahrzeuge entwickelt habe. Baustelle Gondwanaland Bereits im Oktober 2009 wurde im Zoo Leipzig die Richtkrone die Tropenerlebniswelt aufgezogen (Bild ). Nach Fertigstellung des rund 60 Millionen Euro teuren Projektes voraussichtlich Anfang 2011 sollen hier dann auf 1,65 Hektar über 500 verschiedene Pflanzen- und über 40 Tierarten ein neues Zuhause finden und Botschafter ihres bedrohten Ökosystems sein. Damit Pflanzen und Tiere keinen Schaden nehmen, soll das ganze Jahr über eine in etwa gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrschen. Das bedeutet, im Sommer eventuell durch Lufttausch zu kühlen und im Winter zu heizen, was bei einer 16500 m2 großen Halle entsprechend große technische Aggregate voraussetzt. In Anbetracht der Bau- und Betriebskosten wurde das Hauptaugenmerk auf eine ressourcenschonende Konstruktion und umweltfreundliche Technik gelegt. Einige Beispiele dafür sind: · Das Dachtragwerk ist eine filigrane zweigeteilte Stahlkonstruktion. Durch die Kombination eines Primär- und Sekundärtragwerksystems konnten erhebliche Stahlmengen eingespart werden. · Die Dachhaut bildet eine unter Druck stehende Folien-Luft-Kissen-Konstruktion in dreilagiger Ausführung. Sie soll eine hervorragende Wärmedämmung gewährleisten bei maximalem Durchlass von Sonnenlicht. · Bei der Beheizung kommt eine Kombination aus Fernwärme und Wärmerückgewinnung zum Einsatz, wobei eine Wärmepumpe die Halle nachts aus der täglichen solaren Überschusswärme versorgt, welche über Sonden in die Erde eingebracht wird. · Regenwasser des Daches wird gesammelt, aufbereitet und für die Bewässerung der Pflanzen bzw. die Speisung eines Flusses in der Tropenhalle genutzt. Die Gebäudeleittechnik soll alle technischen Bereiche - Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Luftbefeuchtung - so aufeinander abstimmen, dass ein optimales Maß an Energieausnutzung erreicht wird. BRANCHE AKTUELL Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 11 894 Baustelle Gondwanaland in Leipzig - eine technische und energetische Herausforderung für gemäßigte Breiten Foto: Zoo Leipzig Andreas Bettermann ist der neue Vorsitzende des ZVEI-Fachverbandes Überspannungsschutz in Hochgeschwindigkeitsnetzwerken bis Klasse EA (10 GBit/s) Wirksamer Überspannungsschutz und exzellente Übertragungsqualität - der Net Defender macht's möglich. Netzwerke der Klasse EA nach ISO/IEC 11081 Amd. 1 (bzw. TIA Kat. 6A ) und „Power over Ethernet“ (PoE) bis 1 A Nennstrom - kein Problem für den Net Defender! Flexibel im Schaltschrank oder direkt am Endgerät installiert garantiert er sicheren Überspannungsschutz ohne Leistungseinbußen. 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Die Auswertungen hätten ergeben, dass sich das Nutzungsprofil von E- und Vergleichsfahrzeugen kaum unterscheide. „95 % der Zeit stehen die Autos ohnehin.“ Erstaunliches Ergebnis: Die meisten Testpersonen nutzten nie eine öffentliche Ladesäule. Die E-Autos werden bevorzugt an der heimischen Steckdose geladen - und dies im Schnitt nur an jedem dritten Tag. Wolfgang Marzin, Chef der Messe Frankfurt, zog ein positives Fazit der diesjährigen Light+Building und analysierte die Entwicklungspotentiale der Leitmesse. Ein wichtiges Ziel für die Zukunft sei, die Wahrnehmung der Messe und ihrer Inhalte in der Öffentlichkeit zu intensivieren. Wie sich das Kartellrecht auf den Fachvertriebsweg auswirkt, damit beschäftigte Rechtsanwalt Mathias Scherer, Chefjurist des ZVEI, in seinem Vortrag. Dabei ging er vor allem der Frage nach, ob ein Hersteller unerwünschte Vertriebswege unterbinden dürfe oder ob dies eine unbillige Behinderung darstelle. Hintergrund ist eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, nach der sich der Inhaber einer Marke dem Weiterverkauf seiner Prestigewaren durch Discounter widersetzen kann. Scherer machte deutlich, dass dieses Urteil nicht generell auf die unterschiedlichen Vertriebsformen übertragbar sei. Mit offenen Vertriebskanälen bei sicherheitsrelevanten Produkten befasste sich auch die abschließende Gesprächsrunde (Bild ). Heftig diskutiert wurde dabei die Auffassung der Marktüberwachungsbehörden, dass nach dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz auch Elektroinstallationsmaterial mit Installationshinweisen für Laien auszustatten ist. Die Vertreter des dreistufigen Vertriebsweg waren sich einig: „Elektroinstallationsmaterial gehört nur in die Hände von Elektrofachkräften.“ Gesprächsrunde zur Frage: „Welche Wirkung haben offene Vertriebskanäle für sicherheitsrelevante Produkte und das Elektrohandwerk?“ v.l.n.r.: Torsten Heinje (Vorsitzender des VEG), Walter Tschischka (Präsident des ZVEH), Godehardt Schneider (Siemens, bisheriger Fachverbandsvorsitzender), Robert Plechinger (Bayerisches Staatsministerium fur Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen) und Prof. Dr. Thomas Klindt, RA (Moderation) Fotos: ep
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