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Elektrotechnik

Unfallauswertung - Durch Übereifer verursachter 20-kV-Stromunfall

ep2/2002, 1 Seite

- Was tun bei Einzel- und Gruppen-Konflikten? - Intervention bei existenzgefährdendem Mobbing einzelner Mitarbeiter/innen - Aktives Wutmanagement: Erkennen von Wendepunkten im Konfliktgeschehen - Moderiertes Abschlussgespräch. Zielgruppen: - Unternehmer, - Personalverantwortliche, - Führungskräfte, - Sicherheitsfachkräfte und - Arbeitsmediziner. Unfallauswertung Durch Übereifer verursachter 20-kV-Stromunfall Arbeitsauftrag: In einer Turmstation sollte ein 20-kV-Lasttrennschalter eingebaut werden. Die angeschlossenen Kunden wurden über eine Ersatzstromversorgung versorgt, so dass die Turmstation freigeschaltet werden konnte. Für die Arbeiten wurde eine Montagefirma beauftragt. Diese setzte eine Gruppe von drei Monteuren ein. Unfallhergang: Die Arbeiten für den Einbau des Lasttrennschalters waren am Unfalltag für die Zeit von 09 bis 16 Uhr geplant. Die Montagearbeiten im freigeschalteten Zustand der Turmstation waren abgeschlossen, als sich am Nachmittag herausstellte, dass das neu gelegte 20-kV-Anschlusskabel einen Fehler durch fremde Bauarbeiten aufweist. Durch die Behebung des Fehlers entstand eine zeitliche Verzögerungen für die Inbetriebnahme der Turmstation. Der Arbeitsverantwortliche konnte erst gegen 19.30 Uhr die Freigabe nach Abschluss der Arbeiten zurückgeben. Dann erfolgte durch die Monteure das Aufheben der Sicherheitsmaßnahmen und die Einspeisung der Turmstation. Nach Inbetriebnahme wurde um 20 Uhr festgestellt, dass die Leiter L 1 und L 3 des 20-kV-Kabels vertauscht waren. Die Leiter sollten am Fußpunkt des Lasttrennschalters getauscht werden. Der Lasttrennschalter befindet sich im oberen Zwischengeschoss. Nach langer Arbeitsschicht hatten alle Beteiligten nur noch die schnelle Erledigung der kleinen Restarbeit im Auge, d. h. das Tauschen der Leiter L 1 und L 3 des Kabels am Lasttrennschalter. Ein Monteur schaltete deshalb den Kabelabgang in der benachbarten Station frei. Diese Station befindet sich in einer kurzen Entfernung zur genannten Turmstation. Es wurde nicht beachtetet, dass die Turmstation für die 20-kV-Ebene eine Durchgangsstation ist. Die andere benachbarte Station in etwa 2 km Entfernung wurde nicht freigeschaltet. Nachdem der Monteur, der die benachbarte Station freigeschaltet hatte, zurückkam, wollte er die Spannungsfreiheit am Lasttrennschalter im Obergeschoss der Turmstation feststellen. In diesem Moment erlitt der Kollege eine Körperdurchströmung, da er sich schon auf dem Trafo befand, um die Schelle für das 20-kV-Kabel zu lösen (Bild ). Er berührte mit dem rechten Oberschenkel die Sammelschiene des Leiters L 1 zum Trafo. Der Stromkreis wurde über die Sicherheitsschuhe zum Trafogehäuse geschlossen. Unfallanalyse: Keiner der Beteiligten hatte daran gedacht, dass die Turmstation noch über die Freileitung mit einer benachbarten Station verbunden war und damit die ganze Anlage weiterhin unter Spannung stand. Nur deshalb ist zu verstehen, dass auch der Arbeitsverantwortliche nicht einschritt, als der Monteur spontan im Übereifer in der Annahme von Sicherheit schon den Trafo erkletterte und dabei auch die rote Sicherheitsabschrankung überschritt. Der Monteur hatte mit den Arbeiten begonnen, obwohl der spannungsfreie Zustand der Anlage nach § 6 (2) der BGV A2 noch nicht sichergestellt war. Auch die Freigabe zur Arbeit nach Abschnitt 6.2.6 der VDE 0105-100 durch den Arbeitsverantwortlichen lag noch nicht vor. J. Jühling Elektropraktiker, Berlin 56 (2002) 2 Branche aktuell In Übereifer begann der Monteur die Schelle des 20-kV-Kabels zu lösen, ohne auf die Freigabe zu warten

Autor
  • J. Jühling
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