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Security 2006 - Integrierte Sicherheitslösungen sind im Kommen

ep12/2006, 3 Seiten

Etwa 40600 Fachbesucher aus 56 Nationen besuchten dieses Jahr die Fachmesse für Sicherheit und Brandschutz in Essen. Insgesamt 1036 Aussteller, davon 42 % aus dem Ausland, stellten ihre Produkte und Lösungen vor. Obwohl einige am Sicherheitsmarkt etablierte Firmen zum wiederholten Mal fernblieben, konnte die Security als Weltmesse ihre erste Position weiter ausbauen.


Messe, Kongress, Foren, Sonderschauen und mehr Einige tausend Fachbesucher informierten sich zusätzlich in 243 Einzelvorträgen auf dem begleitenden „Security-Kongress“ und den erstmals offenen Foren zu klassischen Themen - Gewährleistung der Sicherheit von Deutschen im Ausland, zusätzliche Gefahren durch das Internet, zivile Sicherheitsforschung und künftige Trends in der Sicherheitstechnologie. In der Sonderschau „Technologie against Terror“ sowie in zahlreichen Vorträgen fanden technische Maßnahmen großes Interesse, mit denen terroristische Anschläge erschwert werden. In der Sonderschau „IT-Sicherheit“ wurden Produkte und Dienstleistungen gezeigt, um kriminelle Angriffe auf Informationssysteme abwehren oder präventiv verhindern zu können. Auf der Fachkonferenz Public Private Partnership erörterte man Möglichkeiten zukunftsweisender Kooperationen zwischen Staat und Wirtschaft. Aktuelle Trends Videoüberwachungstechnik Großes Interesse und Beachtung fanden besonders neue Entwicklungen in der Videoüberwachungstechnik, die meist auch durch neue Softwarelösungen geprägt werden. So stellte VTQ Videotronik das selbst entwickelte und produzierte digitale Videofunksystem O.R.C.A vor. Dieses System bietet derzeit als einziges System auf dem Markt die Nutzung von zwei Frequenzbereichen in einem Gerät an. Bei Übertragungsstörungen im genutzten Frequenzband wird dabei auf ein anderes Frequenzband umgeschaltet. Die Modulation der übertragenen Daten erfolgt mittels dem Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex (COFDM)-Verfahren, das bei sich ändernden Übertragungsbedingungen für die Übermittlung digitaler Bilddaten gut geeignet ist. Eine optionale Verschlüsselung der Bilddaten mittels Triple-DES-Verfahren (3DES) ist möglich. Um eine hohe Kompatibilität zu bestehenden Endgeräten zu gewährleisten, wurde eine Vielzahl verschiedener Anschlussmöglichkeiten vorgesehen. Bei Sony Deutschland standen bei den Netzwerk-Videoüberwachungslösungen Kameras mit integrierter Bewegungs- und Objekterkennung. im Mittelpunkt. Diese Generation von IP-Kameras für die vielfältigsten Anwendungen wurden durch die Pan/Tilt/Zoom-Kamera SNC-RZ50P, eine Netzwerk-Dome-Kamera mit 360°-Endlosrotation, und eine Fixkamera überzeugend präsentiert. Weiterentwicklungen sind auch bei der Videoaufzeichnung unübersehbar. Das Preis-Leistungsverhältnis hat sich bei dieser Technik deutlich zugunsten des Kunden entwickelt. So präsentierte Geutebrück einen 8-oder 16-Kanal-Videorecorder re_porter, der für analoge oder IP-Anschlüsse ausgelegt ist und bis zu 200 Bilder/s aufzeichnen kann. Die Ever Focus Electronics stellte ihre MPEG4-Digitalrecorder-Serie mit programmierbarer Bewegungserkennung und Ethernet-Schnittstelle vor. Diese Recorder können im MPEG4-Format bis zu 400 Bilder/s aufzeichnen. Integrierte Sicherheitslösungen Die Tendenz der immer engeren Verknüpfung und Integration von Einbruchmeldetechnik, Zutrittskontrolle und Videoüberwachung wurde bei vielen Neuheiten deutlich. Am Stand der GE-Security konnte sich der Besucher informieren, wie mit dem Advisor Master Sicherheitssystem eine Einbruchmeldeanlage mit integrierter Zutrittskontrolle modular für kleine bis große Anwendungen aufgebaut und sinnvoll und effizient bei Bedarf erweitert werden kann. Die ATS-Zentralenfamilie ist individuell auf alle Bedürfnisse anpassbar. Das System basiert auf einer europaweiten, gemeinsamen Hard- und Software und ist VdS-Klasse C zertifiziert. Für die Scharfschaltung der Einbruchmeldeanlage und für die Zutrittskontrolle wird die gleiche Karte benutzt. Die zum System vorhandene Managementsoftware Titan ermöglicht die Einbindung von Videoüberwachungskameras zur Dokumentation und schnellen Reaktion auf detektierte Ereignisse. Das eröffnet dem Nutzer eine Reihe komfortabler Möglichkeiten zur Umsetzung seiner Sicherheitsbedürfnisse. Mittels dieser Managementsoftware können Personendaten in der Software hinterlegt und einer Kartennummer zugeordnet werden. Berechtigungen für diese Person kann man individuell und frei zuweisen. Mit der Software lassen sich für sensible Bereiche auch Antipassback-Zonen anlegen, d. h. es wird damit ausgeschlossen, dass eine Karte zweimal für das Betreten eines Bereiches benutzt wird. Integraler Bestandteil der Managementsoftware TIitan ist ein Ausweisdruckprogramm. Neu- und Weiterentwicklungen wurden auch von Schmeissner vorgestellt. Bekannt als Hersteller von Sensoren für die Überwachung von Kunstobjekten, aber auch von Sensoren für die Überwachung von Fenstern, Türen und Glasflächen präsentierte dieses Unternehmen einen aktiven Glasbruchmelder MAGS2 zur Überwachung von zwei bzw. vier Fenstern (VdS-Klasse C). Neben diesem Glasbruchmelder wurde eine Verschluss- und Öffnungskontrolle für Türen und Fenster „VSÖK“ (VdS-Klasse C) sowie eine komplette Serie von Erschütterungsmeldern mit Relais-oder LSN-Ausgang vorgestellt. Abgerundet wurde das Angebot von einem elektronischen Kontaktübergang EKO 1 mit integrierter Auswerteelektronik sowie einem RFID- Überwachungssystem, welches Kunstobjekte mittels Transponder sichert. Brandmeldetechnik Firma Labor Strauss/MEP Pockau stellte eine kompakte Brandmelderzentrale BC06 mit integrierter Löschsteuerfunktion nach EN 12094-1 als eine der Neuheiten vor. Die Zentrale verfügt über 4 Meldelinien in Grenzwerttechnik und ist erweiterbar auf sechs Meldelinien. Interessant war auch die VdS-anerkannte Standsäule mit Blitzleuchte und Freischaltelement für die Aufnahme eines Feuerwehrschlüsseldepots, das über eine entsprechende Überwachung verfügt und nicht mit Beton ausgegossen werden muss. Bei re'graph wurden Neuentwicklungen aus dem Bereich Gefahrenmelde- und Informationssysteme für flexible und offene Lösungen gezeigt. Das System Varex stellt eine Lösung zur Aufnahme, Verarbeitung, Konzentration und Speicherung von Meldungen und deren einheitliche Darstellung an einer Stelle für Gefahrenmeldesysteme unterschiedlicher Hersteller dar. Damit steht ein System zur Verfügung, das es ermöglicht, entsprechend VdS 2878 und DIN 14675 bestehende Brandmeldeanlagen und Neuanlagen zusammenzuschalten und als ein System zu betreiben. Mit einer ebenfalls neu entwickelten FBF-Anschaltgruppe kann nun ein digitales Feuerwehrbedienfeld (FBF) an eine genormte analoge FBF-Schnittstelle einer Brandmelderzentrale angeschlossen werden. Erweitert und ergänzt wurde das Angebot an Feuerwehrlaufkartenbehältern, Edelstahlstandsäulen und anderer peripherer Technik. Notifier by Honeywell präsentierte Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 12 982 BRANCHE AKTUELL Security 2006 vom 10. bis 13. Oktober in Essen Integrierte Sicherheitslösungen sind im Kommen Etwa 40600 Fachbesucher aus 56 Nationen besuchten dieses Jahr die Fachmesse für Sicherheit und Brandschutz in Essen. Insgesamt 1036 Aussteller, davon 42 % aus dem Ausland, stellten ihre Produkte und Lösungen vor. Obwohl einige am Sicherheitsmarkt etablierte Firmen zum wiederholten Mal fernblieben, konnte die Security als Weltmesse ihre erste Position weiter ausbauen. Reges Interesse der Fachbesucher an innovativen Lösungen der Sicherheits- und Brandmeldetechnik Foto: Messe Essen EP1206-980-991 21.11.2006 10:35 Uhr Seite 982 einen 4-Sensor-Multikriterienmelder. Dieser Melder besitzt einen integrierten IR-Sensor zur Verifizierung eines Brandalarms, einen CO-Gassensor zur schnellen Erkennung von Schwelbränden, einen Thermosensor und einen optischen Sensor. Der optische und der CO-Sensor verfügen über eine Driftkompensation. Die Integration der kontinuierlichen Überwachung aller Hauptelemente eines Brandes in einen Melder soll eine schnelle Erkennung eines Feuers ermöglichen und eine hohe Immunität gegen Störgrößen besitzen. Die integrierte Intelligenz des Melders soll sich dynamisch an die Messergebnisse der einzelnen Sensoren bzw. Brandkenngrößen anpassen. Dies ermöglicht die Reaktion auf wechselnde Umweltbedingungen. Die Intelligenz des Melders steuert selbständig die Gewichtung der Sensoren, die Verzögerungszeit jedes Sensors, die Verknüpfung der Sensoren, die Messintervalle der Sensoren und die Mittelwertbildung. Bei Ausfall eines Sensors werden die verbleibenden Sensoren automatisch neu kombiniert, sensibilisiert und der Ausfall an die Brandmeldezentrale gemeldet. Der Melder hat laut Angaben des Herstellers eine Einsatzdauer von etwa 5 Jahren. Bei der Firma Marioff konnte sich der Besucher über eine wenig bekannte Art des Löschens eines Brandes mittels eines Wassernebels informieren, die HI-FOG-Technologie. Das ist eine Wassernebel-Technologie, die weltweit zum Löschen von Bränden eingesetzt wird. Dazu benötigt ein HI-FOG System etwa 70 %-90 % weniger Wasser als eine konventionelle Sprinkleranlage. Die Systeme nutzen herkömmliches Wasser und sind ungefährlich für den Menschen. Sie bieten sehr gute Brandbekämpfungseigenschaften durch die Kombination von Kühlung, lokaler Inertisierung sowie Absorbtion der Strahlungswärme. Diese Systeme erzeugen mittels Hochdrucktechnologie und durch spezielle Düsen feinste Tropfen mit einer optimalen Tropfenverteilung und hohem Eigenimpuls. Zur Druckerzeugung können Systeme mit oder ohne Elektroantrieb - z. B. Druckluft - benutzt werden. Die Düsen werden über Rohre, die geringe Nennweiten besitzen, mit dem Wasser versorgt. Das ermöglicht eine einfache und schnelle Installation. Einsetzbar ist dieses System in Museen, in denkmalgeschützten Gebäuden, selbst in Bibliotheken und bei Verwendung von destilliertem Wasser auch in Rechenzentren. H. Petereins Erwartungen wurden erfüllt Mehr als Dreiviertel der Fachbesucher bewerteten den Ausstellungsverbund mit seinem Informationsangebot als sehr gut, so das Fazit der Messe Berlin: „Die Erwartungen auf der Aussteller- und Fachbesucherseite wurden durchweg erfüllt und bestätigen einmal mehr den hohen Stellenwert beider Messen als wichtige Branchenplattformen in Berlin.“ Viel beachtete Themen der Belektro waren die Produkte und Lösungen der Elektro- und Gebäudetechnik sowie der Licht- und Sicherheitstechnik. Die e/home setzte als Messe für vernetztes Wohnen besonders Akzente in den Bereichen Wohnungswirtschaft, Telemedizin und Heim-Automation. Rundum zufrieden äußerten sich die Teilnehmer beider Messen auch zum fachlichen Rahmenprogramm mit dem Licht-Dialog, dem ep-Forum, zahlreichen Workshops sowie dem e/home-Kongress. Über regen Zulauf erfreute sich auch die Werkstattstraße. Hier hatten die jungen Besucher die Möglichkeit, einen praxisnahen Ein- und Ausblick in zukünftige Berufe des Elektrohandwerks zu erleben. Auf dem Stand der Elektro-Innung zählten neben aktuellen Entwicklungen in der Haus- und Gebäudetechnik vor allem der E-Check, die Weiterbildung im Handwerk sowie die Vorteile der Innungsmitgliedschaft zu den zentralen Themen. Zufrieden zeigten sich auch die Aussteller: 94 % der Befragten gaben an, ihre Ziele des Messeauftrittes erreicht zu haben; 22 % erzielten auf der Belektro konkrete Geschäftsabschlüsse (2003: 17 %). Besonders positiv hervorgehoben wurde die Qualität der Fachbesucher. 73 % der Aussteller bewerteten diese mit Bestnoten. Unter dem positiven Gesamteindruck der Veranstaltung bekundeten schon jetzt 82 % ihre Absicht, an der nächsten Belektro und e/home in zwei Jahren teilnehmen zu wollen. Neues bei Schaltern und Steckdosen Viele der auf der Light+Building im April erstmals vorgestellten Innovationen sind jetzt lieferbar und konnten auf den Regionalmessen im Herbst als „fertiges“ Serienprodukt gezeigt werden. Bei den Schalter-und Steckdosenprogrammen geht der Trend weiterhin zu höherwertigen, designorientierten Ausstattungen, die in vielfacher Weise kombiniert werden können. Daneben gibt es immer wieder pfiffige Lösungen, bei denen man sich fragt, warum sie erst jetzt und nicht schon seit Jahren verfügbar sind. Timer-Steckdose Sicherheit und Energieeinsparung sind Zukunftsthemen, die bei Architekten, Planern und Bauherren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Eine clevere Lösung ist die Timer-Steckdose im System M (Bild ). Über einen 6-fach-Stufenschalter lassen sich die Zeiten an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Von 15 und 30 Minuten bis zu ein, zwei, vier oder acht Stunden wird die Stromzufuhr freigeschaltet. Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 12 984 BRANCHE AKTUELL Belektro und e/home 2006 in Berlin Zufriedene Gesichter bei Ausstellern und Besuchern Mit einer rundum positiven Bilanz endete der erste Messeverbund von Belektro und e/home in Berlin. Mehr als 15000 Fachbesucher informierten sich über das Angebot der gut 300 Aussteller. Im Blickpunkt der ep-Redaktion stand diesmal Neues bei Schaltern und Steckdosen. Reger Andrang herrschte an allen drei Messetagen auf dem ep-Forum. Hier referierten und diskutierten erfahrene Experten über aktuelle Fragen der Branche. In der Werkstattstraße stellte der Nachwuchs sein Können unter Beweis Stimmungsvolle Atmosphäre auf der Eröffnungsfeier Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Klaus Wucherer, Mitglied des Zentralvorstandes der Siemens AG (oberes re. Foto). Grußworte entrichteten (kl. Fotos v.l.n.r.) Carsten Joschko (Elektro-Innung Berlin), Godehardt Schneider (ZVEI), Thomas Wätzel (VEG) und Raimund Hosch (Messe Berlin) EP1206-980-991 21.11.2006 11:45 Uhr Seite 984

Autor
  • H. Petereins
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