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Installationstechnik | Inf.- und Kommunikationstechnik | Hard- und Software

Planungssoftware für strukturierte Gebäudeverkabelung

ep11/2006, 3 Seiten

Die informationstechnische Verkabelung eines Gebäudes ist heute eine ebenso wichtige Infrastruktur wie die der Heizungs-, Niederspannungs- oder Beleuchtungsanlage. Die Festlegungen der Normenreihe DIN EN 50173 zu universell einsetzbaren Verkabelungssystemen enthalten verlässliche Planungsgrundlagen und ermöglichen dem Anwender Nutzungszeiten von mehr als 10 Jahren. Solide Planung und ausreichende Dokumentation sind daher für IT-Verkabelungen in größeren Gebäuden unerlässlich.


Vielseitiges Planungswerkzeug Mit dem Programm LANeCo der Paderborner Firma Klarinet Software steht ein Werkzeug zur Planung und Dokumentation strukturierter Gebäudeverkabelungen zur Verfügung, dass den gesamten Planungsprozess vom Entwurf der Netzstruktur, über die Auswahl und Dimensionierung der Betriebsmittel bis hin zur Erstellung von Ausführungsunterlagen unterstützt. Das Produkt wird als Einzelplatzversion angeboten. Wer es dennoch im Netzwerk nutzen möchte, findet auf der Homepage www.klarinet.de die dazu nötigen Informationen. Interessenten können eine Demoversion aus dem Internet herunterladen oder sich eine Demo-CD zuschicken lassen. Die Installation der Einplatzversion ist unkompliziert, allerdings sollte ein halbwegs aktueller Rechner (Tafel ) mit MS Excel und MS Access zur Verfügung stehen. Excel wird zwar nur gebraucht, wenn man exportierte Daten weiter verarbeiten möchte, aber die Datenbank Access ist eine Voraussetzung für die Lauffähigkeit des Programms. Schwerpunkt des Programms ist die Unterstützung der Planung der Etagenverkabelung, also der Tertiärverkabelung. Die im Programm integrierten Automatismen sind Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 11 Planungssoftware für strukturierte Gebäudeverkabelung Die informationstechnische Verkabelung eines Gebäudes ist heute eine ebenso wichtige Infrastruktur wie die der Heizungs-, Niederspannungs- oder Beleuchtungsanlage. Die Festlegungen der Normenreihe DIN EN 50173 zu universell einsetzbaren Verkabelungssystemen [1] enthalten verlässliche Planungsgrundlagen und ermöglichen dem Anwender Nutzungszeiten von mehr als 10 Jahren. Solide Planung und ausreichende Dokumentation sind daher für IT-Verkabelungen in größeren Gebäuden unerlässlich. Hauptmenü mit Start-Dialog und Netzwerkplanungs-Assistent Tafel Systemanforderungen CPU ab Pentium III oder vergleichbar RAM min. 256 MByte Betriebssystem Windows NT 4.0/2000/XP Festplattenplatz 200 MByte Sonstiges min. 17"-Monitor, VGA-Grafik 1024x768 CD-ROM-Laufwerk, Drucker, MS Excel, MS Internet Explorer, MS Access EP1106-917-923 19.10.2006 11:52 Uhr Seite 917 insbesondere auf diesen Teil ausgelegt. Bei der Primär- und Sekundärverkabelung bezieht sich die Unterstützung auf die Dokumentation der Ergebnisse. Leistungsumfang Nach dem Programmaufruf gelangt man über einen Start-Dialog in das Hauptmenü (Bild ). Ein Blick in die verschiedenen Menüs vermittelt einen ersten Eindruck vom Leistungsumfang. Über das Ansicht-Menü kann das Erscheinungsbild des Programms in der windowsüblichen Weise verändert werden. Das Katalog-Menü ermöglicht den direkten Zugriff auf die hinterlegten elektronischen Kataloge der verschiedenen Hersteller (teilweise mit Bildern). Einstellungen Bevor mit der Bearbeitung eines konkreten Projektes begonnen wird, müssen im Einstellungs-Menü verschiedene, für die weitere Bearbeitung wichtige Festlegungen getroffen werden. Dazu gehören die Berechnungsparameter für die Verkabelung und Brandlast ebenso, wie eine Vorauswahl der in der Anlage zu verwendenden Produkte oder die zu berücksichtigenden Layer beim Einlesen von Grundrissen. Beschriftungs-Assistent Gerade bei größeren Objekten ist eine ausreichende und sinnvolle Beschriftung für Bau und Betrieb unverzichtbar. Mittels eines integrierten Beschriftungs-Assistenten können die Beschriftungsschemata für die Liegenschaft (Gebäude, Stockwerke und Räume) und Netzwerkkomponenten festgelegt werden (Bild ). Um die Vergabe braucht man sich dann während der Planung nicht zu kümmern, das übernimmt die Software. Schon allein diese Funktion rechtfertigt die Anwendung dieses Produktes bei größeren Objekten. Gebäude anlegen Ausgangspunkt der Planung ist der Gebäudegrundriss. Bei größeren Anlagen mit einer Primärverkabelung ist es der Liegenschaftsplan. Zum Import der Zeichnungen steht die DXF-Schnittstelle zur Verfügung. Dabei werden die bereits in den Plänen definierten Räume erkannt und übernommen. Natürlich können auch nachträglich Räume und Fluchtwege (wegen der Brandlastberechnung) im CAD-Fenster angelegt werden. Über die in der Projektverwaltung sichtbare Struktur (Liegenschaft, Gebäude, Etagen und Räume) ist ein gezielter Zugriff auf einzelne Räume möglich (Bild ). Später werden an dieser Stelle auch die den Räumen angeordneten Anschlussdosen und Verteilerschränke angezeigt. Komponenten platzieren In den im CAD-Fenster angezeigten Grundriss können jetzt die Komponenten der strukturierten Gebäudeverkabelung angeordnet werden. Dieser Arbeitsgang ist ausgesprochen unkompliziert und besteht aus folgenden Aktivitäten: · Kabelkanäle zeichnen · Anschlussdosen platzieren · Verteilerstandorte definieren · Deckendurchbrüche festlegen. Die einzelnen Schritte werden über die Symbolleiste aktiviert. Der Kabelkanal wird direkt mittels Maus im Grundriss eingezeichnet. Die Anschlussdose, die Verteilerschränke und die Deckendurchbrüche werden danach mittels des angezeigten Kabelkanals angeordnet. Den so platzierten Komponenten werden die bei den Einstellungen vorgewählten Produkte zugewiesen. Diese Zuordnung kann aber auch im Detail geändert werden. Verkabelung und Brandlasten berechnen Die Berechnung der Verkabelung und der Brandlasten wird durch das Programm auf der Basis der platzierten Komponenten automatisch erledigt. Dabei werden die voreingestellten Parameter wie Biegeradien, Längenbeschränkungen und Kanalkapazität berücksichtigt. Kritische Bereiche werden farblich gekennzeichnet. Der Nutzer hat damit die Möglichkeit Änderungen einzuarbeiten. So kann es z. B. in der Nähe der Verteilerräume nötig sein, Kabelkanäle mit einer größeren Kapazität (Bild ) zu installieren. Auch dabei besteht die Möglichkeit, sich Detailinformationen zum ausgewählten Produkt anzeigen zu lassen. Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 11 918 BETRIEBSFÜHRUNG Ändern des vorgewählten Kabelkanaltyps Beschriftungs-Assistent Projektverwaltung und Grundriss zur Platzierung der Komponenten Ports werden automatisch belegt EP1106-917-923 19.10.2006 11:52 Uhr Seite 918 Verteilerschränke konfigurieren Die Verteilerschränke werden durch die Software praktisch automatisch konfiguriert. Mit der Berechnung der Verkabelung werden im Verteilerschrank Patchfelder angeordnet (Bild ), deren Ports mit den abgehenden Kabeln belegt werden. Die Portbelegung im Verteilerschrank kann ebenso angezeigt werden (Bild a), wie bei der Anschlussdose das ankommende Kabel (Bild b). Dokumentation und Datenaustausch Auf der Basis der Netzwerkplanung werden automatisch Komponentenstücklisten und Ausschreibungstexte generiert. Gleiches gilt für Kabel-und Auflegepläne, sowie Schrankansichten. Umfangreiche Ausschreibungen und Angebote lassen sich damit in kurzer Zeit erstellen. Für den Datenaustausch bestehen folgende Möglichkeiten: · Ausgabe der Stücklisten im Excel-Format · Erstellung von GAEB-Dateien (D 81 und D 82) der Ausschreibungstexte · Ausgabe der Netzinfrastruktur im DXF-Format. Für die Übergabe der Planungsdaten an ein Facility Management System steht darüber hinaus eine gut dokumentierte Datenbankschnittstelle zur Verfügung, deren Nutzung allerdings solide Datenbankkenntnisse voraussetzt. Die Beschreibung der verwendeten Datenbankmodelle kann auf der Internetseite des Herstellers eingesehen werden. Handhabung und Einarbeitungshilfen Das Programm verfügt über eine gelungene, intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche. Die Einarbeitung in das Programm wird durch den integrierten Netzwerk-Planungsassistenten erleichtert (Bild ). Diese Hilfe macht den Anwender mit der Benutzeroberfläche vertraut, führt durch ein erstes Beispielprojekt und erläutert typische Arbeitsabläufe. Zur Bearbeitung eines ersten Beispiels wird die dazu nötige DXF-Datei gleich mitgeliefert. Um die vielfältigen Hilfen nutzen zu können, sind Erfahrungen im Umgang mit CAD-Programmen und solides Wissen um die Grundlagen der Planung von anwendungsneutralen, strukturierten Verkabelungssystemen unerlässlich. Perfektion im Umgang mit Windows-Programmen wird ohnehin vorausgesetzt. LANeCo ist eben ein Produkt von Spezialisten für Spezialisten. Fazit Mit LANeCo steht ein ausgereiftes Werkzeug zur Planung von IT-Verkabelungen zur Verfügung, dessen Vorzüge insbesondere bei Anlagen mit einer vierstelligen Anzahl von Anschlussdosen sichtbar werden. Zur Planung der Verkabelung einer Arztpraxis oder eines Autohauses gibt es sicher einfachere Werkzeuge. Aber für alle größeren Objekte wie etwa Bürogebäude, Ausbildungseinrichtungen, Krankenhäuser u. ä. m. ist der Einsatz dieses Hilfsmittels sinnvoll. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache und mit Blick auf den Leistungsumfang des Programms ist der Preis von 2 530,- Euro (zzgl. MwSt.) für eine Arbeitsplatzlizenz durchaus gerechtfertigt. Die Aufwendungen für die Anschaffung des Produktes und die Einarbeitung in die Handhabung amortisieren sich bei größeren Projekten sicher sehr schnell. Die Demo-Version ist trotz der Einschränkungen (kein Druck, kein Datenexport und max. 30 Anschlussdosen) für Ausbildungszwecke geeignet. Literatur [1] Möbus, H.: Rechnernetze; LAN und Internet in der Gebäude- und Automatisierungstechnik. Elektropraktiker Berlin 60(2006)6, S. 472-475. Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 11 Portbelegung kann jederzeit angezeigt werden a) Portbelegung im Verteilerschrank b) Anzeige der Portzuordnung einer Anschlussdose OBO. Damit arbeiten Profis. OBO Gitterrinnen-System GR-Magic Schneller am Ziel EP1106-917-923 19.10.2006 11:52 Uhr Seite 919

Autor
  • H. Möbus
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