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Installationstechnik | Fachplanung

Flexible und erweiterbare Verkabelung im Eigenheim

ep11/2006, 1 Seite

Wer die Elektroinstallation für das neue Eigenheim seines Kunden plant, sollte auch an die zukünftigen Bedürfnisse seiner Bewohner denken. Fernsehen, Telefon, Computer, Video und Audio – das alles erfordert eine möglichst flexible und zukunftsfähige Verkabelung. Um später Kosten zu sparen, ist es sinnvoll, den Kunden bereits heute von der Installation einer erweiterungsfähigen Lösung zu überzeugen.


Flexible Wohnraumnutzung Wo heute im Wohnzimmer vielleicht noch ein Anschluss genügt, werden morgen schon drei oder vier benötigt. Was heute Büro ist, wird morgen als Kinderzimmer genutzt. Flexibilität in der Gebäudetechnik ist hier gefragt - insbesondere in Wohnhäusern, die gemischt genutzt werden, etwa als Büro, Kanzlei oder Praxis (Bild ). Multimediale Anwendungen An einem Beispiel wird der Nutzen sichtbar. In Hamburg wurde im Frühjahr 2005 ein Einfamilienhaus fertiggestellt. Man iinstallierte dort eine Netzwerkinfrastruktur mit einer Übertragungsrate von 10 Gigabit. Die Entscheidung fel auf eine Verkabelungslösung, die die Nutzung aller Kommunikationsanwendungen aus einer Anschlussdose bietet (Bild ). Das überzeugte sowohl Architekten als auch den Bauherren. Damit können im Haus alle Dienste - Audio, Video, Internet, TV und Telefon - über ein einziges Netz: genutzt werden. Auch Gegensprechanlage und Schließanlage lassen sich darüber steuern . Einfache Funktionsweise Kernstück des Systems ist der Verteilerschrank im Keller. Von hier aus werden alle Signale im Haus verteilt. Diese sind so in jedem gewünschten Raum abrufbar. Anstelle von mehrfachen Anschlüsse in jedem Zimmer reicht dabei nur eine Anschlussdose, die ein bis zwei Buchsen hat. Über diese können wiederum bis zu vier verschiedene Dienste laufen. Der Kunde hat weder mit lästigem „Kabelsalat“ noch mit verwirrenden Steckdosenleisten zu kämpfen - vor allem auch für die ältere Generation eine überschaubare Anwendung. Wo früher drei Netze gebraucht wurden, reicht heute ein einziges. Flexibles Planen Bereits vor Baubeginn des Hamburger Hauses wurde festgelegt, in welchen Räumen Anschlüsse vorhanden sein sollten. Dabei spielt Flexibilität und Erweiterbarkeit des Netzes eine große Rolle. Was heute noch Arbeitszimmer ist, ist morgen das Reich der Kinder, dann Studierzimmer, Bibliothek und später vielleicht Hobbyraum oder Büro. Mit einer solchen Lösung ist die Gebäudeverkabelung flexibel nutzbar. Ein aufwändiges und kostenintensives Nachverlegen von Kabeln und Anschlüssen entfällt. Damit wird große Gestaltungsfreiheit in den verschiedensten Lebensphasen der Bewohner geboten. 10 Gbit Übertragungsrate Die Lösung ermöglicht eine Übertragungsrate von 10 Gbit/s. Selbst wenn der Kunde meinen sollte: „10 Gigabit - das brauche ich nicht“, sollte man ihn von der Zukunftsfähigkeit des Systems überzeugen. Diese Form der strukturierte Gebäudeverkabelung erlaubt es, in den kommenden 10 oder 20 Jahren den Bedürfnissen und Anforderungen an die Gebäudetechnik ohne kostenintensive Zusatzinvestittionen gerecht zu werden. Auch auf den Fachmessen ist zu beobachten, wie Datentechnik und Unterhaltungselektronik sich ständig annähern. Die früheren Grenzen zwischen diesen beiden Bereichen existieren heute faktisch nicht mehr. Die Bereiche wachsen zusammen und werden zukünftig auf dem gemeinsamen Nenner, dem IP (Internet-Protokoll) miteinander kommunizieren, so lautetet die Prognose der Experten. In absehbarer Zeit wird es vielleicht zum Standard gehören, etwa das Fernsehnetz über diese Kanäle zu übertragen. Auch Voice over IP - die Internettelefonie - gewinnt zunehmend an Aktualität. Einfache Installation Der Nutzen einer solchen Lösung ist deutlich. Wie sieht es damit In der Praxis aus? Ist der Aufwand höher, die Installation schwieriger? „Im Gegenteil“, weiß Norbert Fahje, Geschäftsleiter bei tenomega und verantwortlich für die Installation im Hamburger „Home Net“-Haus. „Der Aufwand ist eher noch geringer als bei der ,herkömmlichen' Verkabelung, besonders wenn bereits vorhandene Leerrohre genutzt werden können.“ Der Kunde kann dabei sogar noch sparen: Bis zu 50 % geringere Kosten sind möglich im Vergleich zu einem herkömmlichen System, das im gleichen Umfang genutzt werden soll - bei gleicher Funktionalität. Mit diesem System hat man mit nur einer Dose und einem universellen Kabel alle Dienste in einem Zimmer. Bei herkömmlicher Verkabelung ist der Aufwand viel höher. Telefon, TV, Internet brauchen eine separate Leitung. Frühzeitige Planung bedeutet auch hier, bares Geld zu sparen: „Auch vorerst nicht genutzt Räume, etwa ein Dachboden, sollten bereits mit einem Anschluss versorgt werden“, empfiehlt Fahje, „baue ich später aus, so muss ich nicht umständlich nachrüsten, sondern kann die vorhandenen Datenleitungen direkt nutzen.“ Praktikable Lösung Es ist ein flexibles und einfach zu verlegendes System. Alle Komponenten, wie z. B. der MMJ 3000-Stecker (Bild ), sind leicht zu handhaben. Mit dem richtigen Werkzeug und etwas Übung ist es ohne Schulung allein zu bewerkstelligen. Es handelt sich bei dieser multifunktionalen Verkabelung (Kabel MMC 150 und 230) um Kategorie 7, Klasse F mit dem Schirmungsmaß oder Coupling attenuation > 85 dB der Klasse A. Damit ist der größtmögliche Schutz anderer Funkdienste - sicherheitsrelevante Funkdienste bedürfen wegen der Anforderungen der Bundesnetzagentur eines besonderen Schutzes - und der Hausbewohner hinsichtlich Abstrahlung der Hochfrequenzsignale aus der Kabelanlage gegeben. Gleichzeitig werden die eigenen Übertragungsdienste gegen Störungen von außen wie z. B. Funkdienste geschützt. A. Bürth Elektropraktiker, Berlin 60 (2006) 11 916 BETRIEBSFÜHRUNG Flexible und erweiterbare Verkabelung im Eigenheim Wer die Elektroinstallation für das neue Eigenheim seines Kunden plant, sollte auch an die zukünftigen Bedürfnisse seiner Bewohner denken. Fernsehen, Telefon, Computer, Video und Audio - das alles erfordert eine möglichst flexible und zukunftsfähige Verkabelung. Um später Kosten zu sparen, ist es sinnvoll, den Kunden bereits heute von der Installation einer erweiterungsfähigen Lösung zu überzeugen. Schema einer Verkabelung im Wohnhaus und für Home-Entertainment bis zu vier verschiedene Dienste über eine Anschlussdose MMJ 3000-Stecker Fotos: Kerpen IM ÜBERBLICK Verbindungstechnik MMJ 3000 Ausage Anschlusspaare · 4-paarige Anwendungen (z. B. 10 Gbit Ethernet) · 2-paarige Anwendungen (z. B. Fast Ethernet, DSL) · 1-paarige Anwendungen (z. B. Telefon, TV) Anwendungen · Fernsehdienste: TVoIP, CATV, SAT, DVB-T · Telefondienste: VoIP, ISDN, analog · Datendienste: Ethernet 1 Gbit/s, Ethernet 10/100 Mbit/s, DSL · Videodienste; VoD, Schließanalage, Außenbewachung, Home-Entertainment · Audiodienste: Multimedia Server (MP3), Home-Entertainment · Gegensprechanlage EP1106-914-916 20.10.2006 12:44 Uhr Seite 916

Autor
  • A. Bürth
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