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Gebäudesystemtechnik

Multitalent in der Messestadt

ep3/2000, 1 Seite

40 internationale und nationale Messen haben in München-Riem seit Februar 1998 wieder einen Messeplatz mit Weltniveau in Ästhetik, Funktionalität und technischer Ausstattung. Als besonderen Glücksgriff bezeichnen die Verantwortlichen den Einsatz des instabus EIB (European Installation Bus) für die elektrische Installationstechnik, dessen Systemflexibilität sich beim Betreiben der Anlage hervorragend bewährt.


Noch lange nach der feierlichen Eröffnung der neuen Münchner Messe herrscht auf dem Gelände eine rege Bautätigkeit. Das bedeutet für die gebäudetechnischen Anlagen, dass trotz Erweiterungen ein störungsfreier Betrieb möglich ist. Um diese Flexibilität zu erreichen, hat sich die Messe München für den Einsatz des European Installation Bus (EIB) entschieden. Inzwischen sind über 300 Busteilnehmer im Einsatz, verbunden durch 10.000 m EIB-Leitung und angesteuert über 70 separate Verteilungen mit jeweils zugehörigen, aber von der zentralen Tableausteuerung unabhängigen Vor-Ort-Tableaus. Die instabus-Schaltaktoren, Sensoren und Verknüpfungsbausteine sind in der jeweiligen Vor-Ort-Verteilung bzw. in den zentralen Schaltschränken eingebaut und steuern von dort z.B. die Leistungsschütze der rund 250 Leuchtengruppen oder die Frequenzumrichter der Wasserpumpen. Hinzu kommen Schnittstellen in Form von potentialfreien Kontakten zu und von anderen Installationsbereichen der Messe, darunter die ebenfalls mit dem instabus EIB ausgeführte elektrische Intallation der Messehallen und der Übergang des Messegeländes zur Stromeinspeisung durch die Münchner Stadtwerke. Alle EIB-Geräte für die Außenbereiche sind signaltechnisch mit einem großen Tableau in der Sicherheitszentrale der Münchner Messe verbunden. Auf einer grafischen Oberfläche, die die Anordnung der Messehallen und der umliegenden Nutzflächen zeigt, ist der jeweilige Status jeder Leuchtengruppe, jeder Verteilung und jedes Bedientableaus an Signalleuchten erkennbar. Parallel zur Kameraüberwachung kann das Sicherheitspersonal dort auf einen Blick die komplette Außenbeleuchtung kontrollieren und bei Bedarf auch einfach ansteuern. Flexible Raumnutzung Auch bei der Elektroinstallation im neuen Internationalen Congress Centrum München (ICM) wurde auf EIB-Technik gesetzt. Damit war es möglich, die räumliche Flexibilität zu gewährleisten, die der Betreiber für die Vielfalt der Veranstaltungen im ICM benötigt. Insgesamt 95 Verteilungen wurden hier installiert, rund 750 Busteilnehmer sind im Einsatz, die Gesamtlänge der instabus-Leitungen beträgt zusammen über 8.000 m. In allen Tagungsräumen und Sälen befinden sich in der Regel mindestens zwei Bedientableaus, so dass die Beleuchtung und die Jalousien einmal direkt vom Raum aus, andererseits auch aus den Regieräumen gesteuert werden können. Einige Räume sind durch bewegliche Trennwände teilbar, deren Stellung durch Endschalter erfasst und automatisch in die instabus-Konzeption eingekoppelt wird, so dass ein Bedientableau immer der jeweiligen Raumgröße und Steuerungsaufgabe angepasst ist. Auch im ICM können alle Funktionen zusätzlich zentral kontrolliert und gesteuert werden, hier jedoch anders als in der Sicherheitszentrale mit einer PC-basierten Visualisierungssoftware. Dort sind alle räumlichen Bedingungen der Installation und der Steuerungsaufgabe in etwa 30 grafischen Bildern hinterlegt, die - ohne inhaltlich überlastet zu sein - einen sehr schnellen Überblick über den Status der Beleuchtung vermitteln und Eingriffe ermöglichen, sofern nicht die Vororttableaus priorisiert sind. Bei großen Veranstaltungen werden die Beleuchtungsszenarien von der Visualisierungsstation aus vorgegeben, damit sie nicht durch unberechtigte Tasterbedienung vor Ort gestört werden können. Fernwartung Aufgrund der guten Erfahrungen hat sich schon bald ein Optimierungsbedarf ergeben, der nun aktiv umgesetzt wird. Dabei ist die Flexibilität des instabus EIB besonders vorteilhaft. Sie beginnt mit der Zuordnung der Softwareadressen - bei insgesamt drei unabhängigen EIB-Projekten wurden zwölf Adressengruppen definiert, die keinerlei Überschneidung ergeben und somit eindeutig zugeordnet sind. Prinzipiell besteht die Möglichkeit, diese unabhängigen Bereiche zu vernetzen, ohne dass die Projektierung und Programmierung innerhalb der drei Projekte verändert werden müsste. Auch Wartungs- und Serviceaufgaben können flexibel erfüllt werden: Das Betreiberteam verfügt über eine Laptop-Station mit implementierter Visualisierungssoftware und kann sich vor Ort aufschalten. Zusätzlich kann die ausführende Firma via ISDN und Fernwartungssoftware an die ICM-Visualisierungsstation angekoppelte völlig identische PC-Station das Betreiberteam direkt unterstützen und bei der Störungssuche oder Umparametrierungen helfen. intelligenz Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 3 258 build.ing FLEXIBEL PLANEN Multitalentinder Messestadt 40 internationale und nationale Messen haben in München-Riem seit Februar 1998 wieder einen Messeplatz mit Weltniveau in Ästhetik, Funktionalität und technischer Ausstattung. Als besonderen Glücksgriff bezeichnen die Verantwortlichen den Einsatz des instabus EIB (European Installation Bus) für die elektrische Installationstechnik, dessen Systemflexibilität sich beim Betreiben der Anlage hervorragend bewährt. Bei Optimierungen oder neuen Nutzungsabsichten in großen Gebäuden war bisher meist ein erheblicher Installationsaufwand in der elektrischen Installationstechnik fällig. Anders bei der Münchner Messe. Alois Blauhorn, bei der Münchner Messe verantwortlich für die gesamte Elektrotechnik, erläutert die Gründe: "Der instabus EIB ermöglicht uns nicht nur einen gezielten, den Energiebedarf optimierenden Betrieb aller Anlagen, z.B. indem wir helligkeitsgesteuerte Beleuchtungsszenarien vorgeben können. Auch die Flexibilität, mit der die Optimierungsarbeiten durchgeführt werden können, ist wirklich überzeugend. Es genügt völlig, eine Anpassung auf der Softwareebene durchzuführen. Das Nachziehen von Kabeln und Leitungen sowie das Umklemmen von Geräten ist erfreulicherweise entfallen. Gerade in einem Messegelände ist ständig etwas im Fluss, und diese Änderungen können sowohl Details als auch komplexere Nutzungsziele umfassen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass mit dem instabus EIB eine Technik verfügbar ist, die uns dabei hilft, diesen Wandel schnell, flexibel, zuverlässig und kostengünstig durchzuführen. Ein besonderer Vorteil für uns ist auch die Fernwartungsstation der Errichterfirma Kappenberger+Braun in Cham. Zwar wurde unser Bedienpersonal von den dortigen EIB-Spezialisten geschult. Doch die Möglichkeit, von Cham aus Störungen zu analysieren und steuernd einzugreifen, gibt uns zusätzliche Sicherheit. Besonders, wenn unsere Mitarbeiter durch Großveranstaltungen sehr beansprucht werden." BEI EINER MESSE BRAUCHT MAN EINE FLEXIBLE ELEKTROINSTALLATION meinung

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