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Innungen und Verbände | Veranstaltung | Elektrotechnik

Jahrestagung des LIV Berlin/Brandenburg - Seit 20 Jahren vereint

ep8/2010, 1 Seite

Am 1. August 1990 – gut zwei Monate vor der Deutschen Einheit und lange bevor über eine Fusion der beiden Bundesländer diskutiert wurde – gründete sich der Fachverband Elektrotechnische Handwerke Berlin/Brandenburg. "Wir waren unserer Zeit eben schon immer voraus", schmunzelte Landesinnungsmeister Werner Gutschmidt auf der 20. Jahrestagung des LIV in Rheinsberg.


Bislang mit einem blauen Auge davongekommen Das baden-württembergische Elektrohandwerk kam bislang mit einem blauen Auge durch die Krise - trotz des starken Rückgangs des Geschäfts mit den industriellen Kunden. Auch die Ankündigung der zusätzlichen Degression der Einspeisevergütung für Solarstrom machte den Handwerken im Ländle zu schaffen, zumal rund die Hälfte der Elektrobetriebe sich auf diesem Gebiet betätigt. Nach einem kurzen Resümee zur wirtschaftlichen Situation der Branche fokussierte sich Landesinnungsmeister Thomas Bürkle vor allem auf wichtige Verbandsaufgaben der Zukunft. Nachwuchs sichern Als überlebenswichtig bezeichnete er die Nachwuchssicherung und konzentrierte sich besonders auf das Thema „Werkrealschule“. Sie soll sich als eine grundlegende, erweiterte allgemeine Bildung an lebensnahen Situationen und Aufgabenstellungen orientieren und zudem praktische Begabungen und Leistungen fördern. Für Absolventen einer Werkrealschule, die damit über einen mittleren Bildungsabschluss mit technischen Profil verfügen, würden die badenwürttembergischen Elektrohandwerke hervorragende Perspektiven bieten. Hier gäbe es allerdings Nachbesserungsbedarf, vor allem was die Positionierung dieser Schulform, die vorhandene technische Infrastruktur und die ausreichende Anzahl von technisch ausgebildeten Lehrkräften anbetrifft. Hier wird sich der Fachverband weiter ins Zeug legen müssen. Elektromobilität Gerade im mittelständisch und von der Automobilindustrie geprägten „Ländle“ sieht Bürkle die zwingende Notwendigkeit, sich auf dem Gebiet der Elektromobilität stark zu machen und nicht nur auf Willenserklärungen seitens Politik und Industrie zu verlassen. Damit die Entwicklung nicht am Elektrohandwerk vorbeigeht, bietet der Fachverband allen Entscheidungsträgern auf Landesebene und darüber hinaus ausdrücklich seine Kooperation an. Es ist das erklärte Ziel, das Elektrohandwerk in diese Entwicklung einzubinden - z. B. in den Aufbau der Ladeinfrastruktur als wichtige Voraussetzung, die Zahl der E-Mobile, wie gewünscht, zu steigern. Als wichtigen Baustein zu den intelligenten Netzen der Zukunft sieht Bürkle den intelligenten Zähler, der seit Beginn des Jahres bei Neubau und zum Teil bei Altbausanierung installiert wird. Glücksfall für die elektrohandwerkliche Organisation Gutschmidt freute sich, zur Jubiläumsfeier nicht nur Freunde und Kollegen aus Berlin und Brandenburg, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet begrüßen zu können. Sein besonderer Dank galt allen Mitstreitern, die sich in den vergangenen 20 Jahren engagiert für den LIV, die Innungsbetriebe und die Beschäftigten eingesetzt haben. „Sie alle trugen dazu bei, dass sich unser Landesverband zu einem starken und zuverlässigen Partner der elektrotechnischen Handwerke, der Industrie und des Großhandels entwickelt hat“, so der Landesinnungsmeister. ZVEH-Präsident Walter Tschischka erinnerte daran, dass die Einheit auch ein Glücksfall für die elektrohandwerkliche Organisation gewesen sei. Gleichsam hob er die rasanten technologischen Entwicklungen der letzten Jahre hervor, die das E-Handwerk durch ständige Qualifizierung mit Bravour gemeistert habe. Thomas Wätzel als Vertreter des Elektrogroßhandels unterstrich in seinen Grußworten die hohe Bedeutung der Fachmesse Belektro für die Weiterbildung in der Region. „Wir brauchen begeisterte und qualifizierte Mitarbeiter. Auf der Belektro können sie den Fortschritt hautnah spüren und miterleben.“ Jürgen Rose, Vizepräsident der HwK Potsdam, kritisierte die teilweise im Lande existierende „Jammerkultur“: „Wir haben in den letzten 20 Jahren doch sehr viel erreicht.“ Rose betonte, wie wichtig es sei, sich als Berufsstand und als Innung zu behaupten: „Wir brauchen mehr denn je eine starke Interessenvertretung und können uns Stillstand nicht erlauben.“ „Der Weg von der Plan- zur Marktwirtschaft war schwierig, aber gerade das Handwerk hat hier sehr flexibel reagiert“, sagte der stellvertretende Landrat des Kreises Ostprignitz-Ruppin Egmont Hamelow. Speziell die Elektrobetriebe erwiesen sich als treibende Kraft: „Die letzten 20 Jahre waren von vielen Neuerungen geprägt, die ohne die Elektrotechnik nicht möglich wären und auch künftig nicht möglich sind, denken wir nur an die Elektromobilität“. Feinsinnig und humorvoll („wer Licht in die Welt bringen will, wird Priester oder Elektriker“), hintergründig und detailreich ließ Hans-Joachim Slischka in seiner Festrede die 20-jährige Geschichte des Landesinnungsverbandes Revue passieren. Der Mitbegründer des LIV erinnerte an die Lichtgestalten und Visionäre zur Wendezeit, an den Aufbau der handwerklichen Strukturen in Brandenburg und Ost-Berlin und an so manche Anekdote aus den vergangenen zwei Jahrzehnten. BRANCHE AKTUELL Elektropraktiker, Berlin 64 (2010) 8 626 Landesverbandstag in Baden-Württemberg Qualifizierter Nachwuchs ist überlebenswichtig Auf Einladung der Innung Schwarzwald-Baar fand der Verbandstag des baden-württembergischen Fachverbandes Elektro- und Informationstechnik diesmal in Villingen-Schwenningen statt. Die Ehrenamtsträger und rund 200 geladene Gäste verfolgten auf der öffentlichen Hauptversammlung interessiert die Ausführungen von Landesinnungsmeister Thomas Bürkle zur Zukunft des Elektrohandwerks in der Region. Landesinnungsmeister Thomas Bürkle Foto: FV Baden-Württemberg Hans-Joachim Slischka ließ die vergangenen 20 Jahre nochmals Revue passieren Foto: ep Jahrestagung des LIV Berlin/Brandenburg Seit 20 Jahren vereint Am 1. August 1990 - gut zwei Monate vor der Deutschen Einheit und lange bevor über eine Fusion der beiden Bundesländer diskutiert wurde - gründete sich der Fachverband Elektrotechnische Handwerke Berlin/Brandenburg. „Wir waren unserer Zeit eben schon immer voraus“, schmunzelte Landesinnungsmeister Werner Gutschmidt auf der 20. Jahrestagung des LIV in Rheinsberg.

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