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Installationstechnik | Elektrotechnik

Infrastruktur mit Schienenverteilern optimieren

ep3/2007, 2 Seiten

Wem die Optimierung seiner Produktion am Herzen liegt, der sollte auch der Energieverteilung mehr Aufmerksamkeit widmen. Ein renommierter Sägebandhersteller hat sich bereits vor vielen Jahren mit diesem Thema befasst und entschied sich für die Installation eines Schienenverteiler-Systems.


System ist über einem Kranfahrweg angeordnet „Für eine andere Lösung hätten wir überhaupt keinen Platz gehabt“, beschreibt Elektromeister Thorsten Kratz das installierte Stromverteilungskonzept in „seiner“ neuen Produktionshalle „Futura 2“. Er leitet bei der Wikus Sägenfabrik Wilhelm H. Kullmann, in Spangenberg die Elektro-Instandhaltung und kennt die Vorzüge von Schienenverteiler-Systemen - und nutzt sie seit vielen Jahren. Aufgrund der notwendig gewordenen Produktionserweiterung entschloss sich die Leitung des Unternehmens, eine im Jahr 1998 gebaute Produktionshalle früher als geplant zu erweitern. Die Fertigungshalle mit einer Fläche von etwa 4000m², welche Anfang des Jahres 2006 fertiggestellt wurde, ist unterteilt in drei Hallenschiffe, die jeweils mit einem Portalkran überfahren werden können. Die gesamte Infrastruktur zur Versorgung der Fertigungsanlagen musste so oberhalb des Kranfahrwegs angeordnet werden. In der Mitte des Gesamtkomplexes befindet sich die Trafostation sowie die Niederspannungs-Hauptverteilung (NSHV). Von dort zieht sich quer durch das Gebäude das Schienenverteiler-System Sivacon LD (1100 bis 5000A) von Siemens. Vorhandene Kuppelschalter vereinfachten Anschluss Die verwendete Fertigungstechnologie der Sägfabrik machte es erforderlich, dass die Hauptversorgungsschienen auf zwei mal 2500 A ausgelegt wurden. Da das gleiche Konzept bereits beim Bau der ersten Halle umgesetzt und am Ende ein Kuppelschalter vorgesehen wurde, konnte der Anschluss der zusätzlichen ländischen Installationen sind stets die nationalen Vorschriften/Normen zu beachten. Ein weiterer Kuppelschalter ist vom ausführenden Elektrotechnik-Partner, der Fa. E-SYS-K, Elektrische Systeme in Niestetal, bereits zum Anschluss an eine zweite Trafostation vorgesehen worden. Für die Einspeisung des Stroms vom Transformator gibt es Trafoanschlussstücke mit Anschlussfahnen. Diese sind für Trafokerzenabstände von 150 bis 750 mm vorbereitet. Das lässt weitere Vorteile solcher Systeme erkennen, wie Kratz bestätigt: „Der Zeitbedarf für Planung und Ausführung einer Energieverteilung ist erheblich geringer als ein Konzept mit Stromleitungen.“ Der Praktiker schätzt, dass eine Schieneninstallation in etwa zwei Drittel der sonst benötigten Zeit realisiert ist. Noch höher bewertet er die Zeitersparnis bei Installationen im laufenden Betrieb: „Wenn wir neue Maschinen anschließen bzw. anders platzieren, sparen wir bestimmt drei Viertel der Zeit.“ Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 3 235 Infrastruktur mit Schienenverteilern optimieren Wem die Optimierung seiner Produktion am Herzen liegt, der sollte auch der Energieverteilung mehr Aufmerksamkeit widmen. Ein renommierter Sägebandhersteller hat sich bereits vor vielen Jahren mit diesem Thema befasst und entschied sich für die Installation eines Schienenverteiler-Systems. AUS DER PRAXIS Schienenverteiler sehr einfach und ohne Freischalten der Spannung erfolgen (gem. DIN EN 50110-1 (VDE 0105-1) - bei aus-EP0307-235-241 20.02.2007 11:09 Uhr Seite 235 Abgänge sind in wenigen Minuten hergestellt Quer zu den LD-Hauptschienen (Bild ) ziehen sich fünf Stränge längs durch die gesamte Fertigungshalle. Die Versorgung der einzelnen Maschinen geschieht dabei über das nächst kleinere Schienenverteiler-System Sivacon BD2 (160 bis 1250 A). Der Übergang lässt sich über entsprechende Leistungsschalter-Abgangskästen von LD zu BD2 sehr einfach realisieren. Jeder einzelne Strang ist für Ströme bis 1000 A ausgelegt. Weil bei diesem System standardmäßig im Abstand von 0,5 m Abgangskästen gesteckt werden können (Bild ), unterstützt es die von der Produktion geforderte Flexibilität. Das ist auch ein Grund dafür, weshalb die Instandhaltungsabteilung auf eine standardisierte Energiezuführung von der Schiene zu den Produktionsanlagen setzt. Große Maschinen werden dabei direkt von einem Abgangskasten aus eingespeist, für kleinere Zusatzaggregate wie Absauganlagen, Wickeltechnologie oder Löschanlagen gibt es CEE-Steckdosen, die ebenfalls über Abgänge im Schienenverteiler-System versorgt werden. Bei Nachrüstungen lässt sich ein Abgang berührungssicher unter Spannung stecken (wiederum gem. DIN EN 50110-1 (VDE 0105-1). Daraus ergibt sich der Vorteil, dass keine Betriebsunterbrechung erforderlich ist. Durch das konfektionieren von Abgängen lässt sich zudem das Aufstellen und Anschließen beschleunigen. Bauliche Aspekte leicht berücksichtigen Schienenverteiler-Systeme können sich auch unter dem Aspekt der Brandlast als Alternative erweisen. Schienenverteiler bis 1250 A unterschreiten generell die Brandlast von 7 kWh/m. Die Gehäuse der Schienenverteiler bestehen aus verzinktem und lackiertem Stahlblech. Die Schienen aus vernickeltem sowie verzinnten Aluminium sind in Isolatoren gelagert. Die Schienen können auf Wunsch auch in Kupfer ausgeführt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass gerade in Bauten aus Betonfertigteilen die benötigten Durchbrüche frühzeitig definiert und sehr exakt ausgespart werden können, wodurch eine Abschottung gegen Feuer und Rauch erleichtert werden kann. Fazit Dieses Beispie I zeigt, wie durch ein kompaktes Schienenverteiler-System Maschinen und Anlagen mit elektrischer Energie versorgt werden können, ohne dass beispielsweise vorhandene Kranwege oder Bodenflächen beeinträchtigt werden. Durch Vorteile wie die schnelle Planbarkeit, die Reduzierung der Brandlast, die Flexibilität bei Umbauten oder beim Aufstellen neuer Maschinen sind Schienenverteiler-Systeme die Alternativlösung für die Stromverteilung. H. Hinz Kombination aus Ethernet, SPS und Busmodulen Der Bel Con Bus ist eine Kombination aus Ethernet, SPS und eigenen Busmodulen und stellt ein leistungsfähiges System zur Gebäudeautomatisierung dar. Er verbindet die einzelnen Teilnehmer der Gebäudetechnik und ist aufgrund kleiner Telegramme sehr schnell. Der Bus vernetzt mit Hilfe eigens entwickelter Module Schalter, Taster, Lampen, Jalousien, Heizungen und Geräte mit der zentralen Steuerung. Eine industrielle SPS bildet die zentrale Intelligenz des Systems. Sie realisiert einfache Aufgaben ebenso wie aufwendige Regelkreise und logische Verknüpfungen. Seine volle Leistungsfähigkeit entwickelt das System jedoch erst im Zusammenspiel mit dem Ethernet. Die Übertragungstechnik unterstützt eine komfortable Bedienung sowie die schnelle Übertragung und Speicherung von Statuswerten und Messdaten. Diese in vielen Gebäuden bereits vorhandene Infrastruktur bietet auch die Möglichkeit der Vernetzung mehrerer Steuerungen. Der Nutzer kann von der einfachen Statusabfrage über Einzel-, Gruppen- und Zentralschaltungen alle angeschlossenen Teilnehmer miteinander verknüpfen und z. B. Regeln nach dem Wenn-Dann-Muster aufstellen. Statistikfunktionen ermöglichen die Protokollierung von Zuständen und Aktionen und somit beispielsweise eine Betriebsstundenzählerfunktion oder die Aufzeichnung und Auswertung von Zutrittskontrollsystemen. Touchpanels als zentrale Bedieneinheiten zeigen die Gebäudetechnik auf einen Blick und ermöglichen die Steuerung aller Funktionen. Der Zugriff auf die Visualisierung des Gebäudes ist jedoch auch per Internet-Browser möglich (Bild ), denn Daten und Steuerung sind über das Netzwerk verfügbar und via VPN (Virtual Private Network) auch von externen PC erreichbar. Noch mehr Mobilität entsteht durch die Nutzung von WLAN im lokalen Zugriff oder global über GPRS, UMTS oder HSDPA. Programmierung und Adressierung Die Konfiguration des Busses und die Adressierung der Module erfolgen benutzerfreundlich mit einem eigenen Systemtool, die Programmierung der Zentralsteuerung ist übersichtlich. Zum Einsatz kommen hier die bekannte Software CoDeSys sowie fertige Software-Module und Bibliotheken. Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 3 236 AUS DER PRAXIS Flexibles Bussystem für die Gebäudeautomation Individuell programmierbare logische Verknüpfungen zwischen den Teilnehmern, die Steuerung verschiedener Gewerke und die Anbindung an Ethernet kennzeichnen ein neu konzipiertes Bussystem für die Gebäudeautomation. Durch unterschiedliche Module lassen sich die Schienen an die baulichen Gegebenheiten anpassen. Abgangskästen lassen sich beim BD2-System für Lasten bis 630 A im Abstand von 0,5 m stecken. Das geschieht berührungssicher und kann in dieser Ausführung unter Spannung erfolgen gem. DIN EN 50110-1 VDE 0105-1. Fotos: Siemens A&D Visualisierung im Internet-Browser Foto: Bellwon EP0307-235-241 20.02.2007 11:09 Uhr Seite 236

Autor
  • H. Hinz
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