Hard- und Software
|
Elektrotechnik
In letzter Minute - mit dem PC ins neue Jahr
ep12/1999, 1 Seite
PC-Programme zur Auftragsbearbeitung Bis zum Jahreswechsel 1999/2000 sind es nur noch wenige Tage. Einfach abzuwarten und zu hoffen, daß alles gut geht, ist sicher nicht die geeignete Lösung. Aber auch der überstürzte Kauf eines neuen Rechners ist wenig sinnvoll, da bei der Hardware meistens einfache Maßnahmen Abhilfe schaffen. Die Software ist das schwerwiegendere Problem. Für den Handwerksbetrieb steht das Programm zur Bearbeitung von Angeboten und Rechnungen an erster Stelle. Nach den allgemeinen Anforderungen an die Jahr-2000-Fähigkeit läßt sich für Programme zur Auftragsbearbeitung folgendes sagen: Ein Systemabsturz infolge falscher Datumsverarbeitung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von nahezu allen Programmen vermieden. Datumsorientierte Berechnungen wie Zahlungstermine, Verwaltung offener Posten usw. können bei Vorgängen, die sich über den Jahreswechsel erstrecken, zu fehlerhaften Ergebnissen führen, wenn die Jahrhundertinformation nicht korrekt verarbeitet wird. Hier stellt sich die Frage, wie wichtig diese Funktionen sind und wie eine zeitweise Fehlfunktion (über den Jahreswechsel) manuell ausgeglichen werden kann. Hinsichtlich des Jahrhundertwertes gilt das zuvor Gesagte. Am ehesten sind auch hier Probleme bei Vorgängen zu erwarten, die sich über den Jahreswechsel erstrecken. Vorgänge, die komplett im Jahr 2000 angesiedelt sind, werden dagegen in den meisten Fällen wieder korrekt abgearbeitet. Die richtige Schaltjahrerkennung ist bei der Bearbeitung von Angeboten und Rechnungen fast gegenstandslos, da dies nur bei der Berechnung des Zahlungstermins eine Rolle spielt. Zusammenfassend ist festzustellen: Die durch den Jahreswechsel 1999/ 2000 entstehenden Probleme bei Programmen zur Auftragsbearbeitung sind, auch wenn zweistellige Jahreszahlen verarbeitet werden, in den meisten Fällen beherrschbar. Wer Funktionen nutzt, die Kalenderdaten verarbeiten, z. B. die OP-Verwaltung oder die Berechnung von Zahlungsfristen, muß klären, ob diese im kommenden Jahr noch zur Verfügung stehen. Vorbereitung unerläßlich Wichtig ist zunächst der Überblick über zu erwartende Probleme: Welche Funktionen können im Programm zu Fehlern führen, und werden diese Funktionen überhaupt benutzt? Ist der Softwarelieferant nicht mehr greifbar oder gibt es sonst keinen Grund, auf ein anderes Programm umzusteigen, muß man selbst Hand anlegen und die Funktionen des Programms mit einem simulierten Jahreswechsel testen. Derartige Tests sollten aber nach Möglichkeit auf einem anderen Rechner erfolgen, um den Verlust der Originaldaten auszuschließen. Ist dies nicht möglich, sind die Daten der Auftragsbearbeitung vorher unbedingt in geeigneter Form zu sichern. Die Mehrzahl der im Einsatz befindlichen Programme zur Auftragsbearbeitung, auch die meisten noch gebräuchlichen DOS-Programme, wird nach dem Jahreswechsel ohne wesentliche Einschränkung funktionsfähig sein. Hinweis zur Rechtslage: Grundsätzlich ist jeder Lieferant zur Aufklärung über die fehlende Jahr-2000-Verträglichkeit verpflichtet. Eine gesetzliche Pflicht zur Beseitigung des Mangels besteht jedoch nicht. Datensicherung wichtiger denn je Gerade im Hinblick auf den Jahreswechsel 1999/2000 gewinnt die Datensicherung an Bedeutung. Unabhängig davon, ob Ihrem Programm die Jahr-2000-Verträglichkeit attestiert wurde oder nicht, sollten Sie zum Jahresende 1999 eine ordentliche Sicherung aller für Sie wichtigen Daten vornehmen. Seriöse Fachleute sind sich darüber einig, daß trotz aller Vorbereitungen, wegen der Einmaligkeit des Ereignisses, Probleme und Pannen nicht ganz auszuschließen sind und das wird sicher auch Programme betreffen, denen die Jahr-2000-Verträglichkeit ausdrücklich attestiert wurde. Der in diesem Fall bestehende Rechtsanspruch auf kostenlose Mängelbeseitigung entbindet Sie aber nicht von der Verpflichtung zur Datensicherung. Für Schäden durch Datenverluste werden Sie den Softwarelieferanten nicht in Anspruch nehmen können. Hardware - was ist zu tun? Der Kauf eines neuen Computers zur Lösung der mit dem Jahreswechsel zusammenhängenden Probleme ist mit Blick auf die Preise und die Qualität - wenn auch manches Angebot durchaus günstig erscheint - nicht empfehlenswert. Die Preise werden, nachdem sie im letzten Jahr bei PCs wegen der großen Nachfrage insgesamt relativ konstant geblieben und bei Speicherbausteinen sogar kräftig gestiegen sind, im Verlaufe nächsten Jahres voraussichtlich wieder fallen. Wer also noch einige Monate warten kann, ist gut beraten; zumal es für die Hardwareprobleme einfache und wirkungsvolle Lösungen gibt, mit denen Datumsprobleme zumindest zeitweilig umgangen werden können. Ratsam ist es dagegen, den bevorstehenden Jahreswechsel zum Anlaß zu nehmen, die Gerätetechnik zur Datensicherung zu ergänzen. Neben den schon seit längerem gebräuchlichen Zip-, Jazz- und LS-120-Laufwerken sollte die Anschaffung eines CD-Brenners in Erwägung gezogen werden. Die Preise für CD-Brenner, die auch für wiederbeschreibbare CDs geeignet sind, bewegen sich derzeit deutlich im Bereich unterhalb von 500,- DM. Bei Kosten von ca. 25,- DM für das Speichermedium, sind diese Geräte vorzüglich zur Datensicherung geeignet. Wenn der PC nicht das richtige Datum anzeigt Die Mehrzahl der weit bis in das Jahr 1997 ausgelieferten Rechner ist noch mit einem BIOS ausgerüstet, das dem Betriebssystem die Jahreszahl des Systemdatums nur zweistellig bereitstellt. Damit wird ab dem 01. 01. 2000 kein korrektes Sytemdatum angezeigt. Die ep-Redaktion stellt im Internet unter www.elektropraktiker.de ein kleines Test- und Korrekturprogramm zum Herunterladen zur Verfügung. Dieses Programm klinkt sich nach der Installation in die Startdateien ein und prüft ob dem Betriebssystem ein Datum nach dem 01. 01. 1990 vom BIOS übergeben wird. Ist dies nicht der Fall, wird der Nutzer zur Eingabe des korrekten Tagesdatums aufgefordert. Ein Wort in eigener Sache Das im Buch „Software für den Elektrofachmann - Vom Angebot bis zur Rechnung“ enthaltene Programm [1] verarbeitet die Jahreszahl nur als zweistellige Zahl. Damit steht die Frage, wie reagiert das Programm beim Jahreswechsel 1999/2000? Dazu lassen sich folgende Feststellungen treffen: Die Datumsverarbeitung führt nach dem Jahreswechsel nicht zum Programmabsturz. Die Bearbeitung von Angeboten und die Erstellung von Rechnungen ist nach wie vor ohne Einschränkungen möglich. Dabei muß man allerdings aktzeptieren, daß Datumsangaben im Format TT.MM.JJ erfolgen. Wegen der zweistelligen Jahreszahl gibt es ab 01/2000 bei der OP-Verwaltung (Rechnungsausgangsbuch, Zahlungseingang, Mahnung) immer dann Probleme, wenn im Programm manuell ein Datum geändert wurde. Die korrekte Funktion dieses Programmteils ist in diesem Fall ab dem 01. 01. 2000 nicht mehr gewährleistet. Was ist zu tun ? Wer die OP-Verwaltung nicht nutzt, kann wie bisher weiterarbeiten. Wer mit der OP-Verwaltung arbeitet, sollte per 31. 12. 99 einen Ausdruck der noch offenen Posten vornehmen und von der ep-Website das Patchprogramm herunterladen, das die Probleme bei der Datumsverarbeitung behebt, oder den Umstieg auf die seit einiger Zeit vorliegende erweiterte Version [2] in Betracht ziehen. An diesere Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, daß es insbesondere zum Jahreswechsel 1999/ 2000 notwendig ist, eine Datensicherung durchzuführen. Literatur [1] Möbus, H.; Kühne, St.: Software für den Elektrofachmann - Vom Angebot bis zur Rechnung. Berlin: Verlag Technik 1997. [2] Möbus, H; Kühne, St.: CONTRA professional - Software zur Auftragsbearbeitung im Handwerk. Berlin: Verlag Technik 1999. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 12 1156 Report In letzter Minute - mit dem PC ins neue Jahr Der Jahreswechsel 1999/2000 steht vor der Tür. Wenn Sie es bisher versäumt haben, Ihre Rechentechnik auf dieses Ereignis vorzubereiten, dann sollten Sie die nachfolgenden Hinweise aufmerksam lesen und Ihre Schlußfolgerungen daraus ziehen.
Autor
- H. Möbus
Downloads
Laden Sie diesen Artikel herunterTop Fachartikel
In den letzten 7 Tagen:
Sie haben eine Fachfrage?
