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Veranstaltung | Elektrotechnik

IHK - Messescheue Elektrohandwerke

ep5/1999, 1 Seite

Ein Rundgang über die diesjährige Internationale Handwerksmesse in München machte deutlich, daß die deutschen Elektrohandwerke beim Endverbraucher unterrepräsentiert sind.


In diesem Jahr präsentierte sich die IHM erstmalig auf dem neuen Münchner Messegelände. Mehr als 1800 Ausstellern warben auf 140.000 m2 Hallen- und 40.000 m2 Freifläche um die Gunst der Besucher. Der Zuwachs an Ausstellern um mehr als ein Drittel ist sicher ein deutliches Zeichen dafür, daß im Handwerk über alle Branchen hinweg und bundesweit nach neuen Geschäftsfeldern und neuen Kunden gesucht wird. Leistungsschau des bayrischen Handwerks Die bayrische Dominanz war unübersehbar, auch wenn eine Vielzahl von Firmen aus den benachbarten Regionen und darüber hinaus aus 45 Ländern auf dieser Messe vertreten waren. In 13 Hallen und einem ausgedehnten Freigelände war alles zu sehen, was für den Handwerker und seine Kunden von Interesse ist. Angefangen vom Nahrungsgütergewerbe, also Bäcker und Fleischer, dem Baugewerbe, dem Metallhandwerk, dem Kfz-Handwerk bis hin zum Kunsthandwerk waren alle Branchen vertreten. Zwischen Tradition und Innovation Diesem Motto fühlt sich die Messe verpflichtet. Tradition verkörperten vor allem die vielen Aussteller der holzverarbeitenden Berufe. Besondere Bewunderung der Besucher fanden die mit viel handwerklichem Geschick angefertigten Landhausmöbel. Maßanfertigung statt Massenproduktion lautet die Devise der Schreiner und man konnte durchaus den Eindruck gewinnen, daß in Bayern dafür eine ausreichend zahlungskräftige Kundschaft vorhanden ist. Die neuen Bundesländer waren nur sehr spärlich vertreten. Aber sicher wird, zumindest den männlichen Besuchern der Messe, das erste deutsche Motorad mit einem Dieselmotor nicht entgangen sein. Mit diesem Produkt führt die in Hohndorf, in der Nähe von Chemnitz beheimatete Firma sächsische Traditionen im Motorradbau fort. Die weitaus bekanntere Marke im Fahrzeugbau stellte in Müchnen ihre Branchenlösungen vor. Mercedes-Benz hat für Sprinter, Vito und Vario in Zusammenarbeit mit Fahrzeugausrüstern ein Komplettprogramm für das Handwerk geschaffen. Für das Elektrohandwerk ist dabei das Service-Fahrzeug interessant. Der Vito 108 CDI (Bild ) ist mit einem Fahrzeugausbau der Fa. Sortimo ausgestattet, der Sprinter 208 D (Bild ) verfügt über eine Ausstattung der Fa. Würth/Orsymobil. Die Preise sind für einen Mercedes mit 36.900,- DM (Vito) und 38.900,- DM (Sprinter) durchaus günstig. Beide Preise gelten für Komplettlösungen, d.h. die Werkstatt ist bereits vorhanden. Für Fachbesucher und Kunden des Handwerks Die Messe bot einen überaus interessanten Mix, der sie sowohl für den Handwerker als auch den Kunden des Handwerkers interessant machte. Für den Kunden war es wohltuend, zu sehen, welche Fülle an individuellen Angeboten gerade das Handwerk zu bieten hat. Neben Produkten und Dienstleistungen des Handwerkers für den Kunden an sich, gab es aber auch eine Fülle von Angeboten mit denen wiederum der Handwerker selbst angesprochen werden sollte, also Werkzeuge, Maschinen, Ausrüstungen etc. Hier ist eine Neuheit zu nennen, die uns ganz besonders gefallen hat - ein Akkuhammer (Bild ) der Fa. Hilti, Kaufering. Der TE 6-A verfügt über ein elektropneumatisches Schlagwerk (EPS) mit Exzenter, das eine hohe Einzelschlagenergie von 1,5 Joule liefert. Die Nennkapazität des 36-V-Akkus beträgt 2,4 Ah, was einen Energiegehalt von 86 Wh ergibt. Der Akku verfügt über einen Tiefentladeschutz und benötigt eine Ladezeit von 32 Minuten. Das dazugehörige Universal-Ladegerät bietet als besonderes Leistungsmerkmal eine Auffrischfunktion für ältere Akkus. Für eine spürbare Entlastung beim Arbeiten sorgt der Gürteladapter, der den Akku mit seinen 1,9 kg Gewicht aufnimmt und so das Arbeitsgewicht der Maschine auf 2,8 kg reduziert. Sonderschauen Die konsequente Gliederung der Ausstellungsflächen nach Branchen wurde ergänzt durch spezielle Leistungsschauen. So gab es eine Leistungsschau des Fleischer-und des Bäckerhandwerks, eine Sonderschau zur Sicherheit und dem Gesundheitsschutz im Handwerk, einen Gemeinschaftsstand des Parkettlegerhandwerks, eine Sonderschau Leben mit Glas unter Beteiligung des bayrischen Schreinerhandwerks, eine Sonderschau des Kraftfahrzeuggewerbes u.v.a.m. In Halle A4 waren eine Reihe von Sonderschauen konzentriert, die sich den neuen Medien und der Nutzung moderner Informations-und Kommunikationstechnik im Handwerk widmeten. Einen Schwerpunkt aller Präsentationen bildete dabei der Euro und die Jahr-2000-Problematik. Elektrohandwerk unterrepräentiert Bei aller positiver Einschätzung der Messe kommt man aber als Elektrofachmann nicht umhin festzustellen, daß das Elektrohandwerk auf dieser Messe absolut unterrepräsentiert war. Weder der Zentralverband des deutschen Elektrohandwerks (ZVEH) noch der Landesinnungsverband (LIV) Bayern waren auf dieser Messe vertreten. Aber auch einen Stand der sich mit dem Europäischen Installationsbus (EIB) oder Alarm-und Sicherheitstechnik beschäftigte, suchte man vergebens. Dabei waren sicher alle, die diese Messe - ob nun als Aussteller oder als Besucher - frequentierten, eigentlich potentielle Kunden des Elektrohandwerks. Wo, wenn nicht auf einer solchen Messe, soll der E-Check eigentlich unseren Kunden nahe gebracht werden? Es war schon etwas schmerzlich, wenn man dem Verbandszeichen (E-Blitz) des Elektrohandwerks nur an einem Stand des bayrischen Gebäudereinigerhandwerks begegnete. H. Möbus/R. Lüders Elektropraktiker, Berlin 53 (1999) 5 392 Branche aktuell Messescheue Elektrohandwerke Ein Rundgang über die diesjährige Internationale Handwerksmesse in München machte deutlich, daß die deutschen Elektrohandwerke beim Endverbraucher unterrepräsentiert sind. Neben diesen Defiziten gibt es aber auch viel Positives von der IHM 99 zu berichten. Das Vito Service-Fahrzeug ist als Komplettlösung auch preislich interessant. Der Sprinter als der größere Bruder des Vito ist auch als Branchenlösung konzipiert. Der Akkuhammer TE6-A arbeitet auf 36V-Basis und bietet viele Arbeitserleichterungen.

Autoren
  • H. Möbus
  • R. Lüders
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