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Elektrotechnik

Hochwasser: Hilfe für geschädigte Betriebe

ep10/2002, 1 Seite

Noch immer sind die immensen Schäden nicht exakt zu beziffern, die die Jahrhundertflut in den Hochwasserregionen hinterlassen hat. Viele Menschen verloren ihr Hab und Gut, viele Unternehmen – auch des Elektrohandwerks – stehen vor dem Ruin. Eine schnelle und unbürokratische Hilfe ist jetzt wichtiger denn je.


Elektropraktiker, Berlin 56 (2002) 10 792 Branche aktuell Werkzeuge und Prüfgeräte werden dringend benötigt Noch während die Wassermassen durch die Elbregionen wüteten und ein erstes Ausmaß der verherrenden Schäden ersichtlich wurde, begann der ep auf seinen Internetseiten Hilfsangebote und Hilfsgesuche für geschädigte Elektrofachbetriebe zu koordinieren. Um einschätzen zu können, was dringend vor Ort gebraucht wird, besuchte die Redaktion Ende August die vom Hochwasser schwer betroffene Sächsische Schweiz, sprach mit betroffenen Elektrikern und den örtlichen Verbänden. Schnell wurde klar, dass es einigen Handwerksbetrieben schon an einer Grundausstattung von Werkzeugen und Prüfgeräten mangelt, um elektrische Anlagen schnell und fachkundig instandzusetzen oder neu zu installieren. Wenig später reiste der ep wieder nach Sachsen - diesmal mit Werkzeugen und Messgeräten im Gepäck, die von den Unternehmen Beha und Kress gespendet worden waren. Matthias Fröde, Obermeister der Elektro-Innung Sächsische Schweiz, bedankte sich herzlich für die Unterstützung. Die mitgebrachten Geräte werden an die Handwerker weitergegeben, die durch die Flut direkt betroffen ihre Arbeitsmittel verloren haben. Insgesamt sei man in den Handwerksbetrieben seiner Innung verhalten zuversichtlich, was die Entwicklung der nächsten Monate angeht. Fröde befürchtet aber, das die derzeitige Auftragslage eher ein Strohfeuer darstelle. Ungeklärt ist auch, ob die Bezahlung der Noteinsätze durch die Auftraggeber in allen Fällen auch erfolgt. Ein großes Lob galt der Elektroindustrie, die mit teilweise sehr großzügigen Warenspenden bzw. Einkaufsvergünstigungen für einen schnellen Beginn der Inbetriebsetzung von Elektroanlagen gesorgt habe. Besondere Probleme bereitet den Betrieben der notwendige Kompromiss zwischen der normgerechten Inbetriebnahme der betroffenen E-Installationen und dem dringenden Wunsch der Kunden nach schnellstmöglicher Freischaltung ihrer Verbraucheranlage. Elektromeister Thomas Rabending, dessen Haus und Betriebsstätte in Dohna vollständig unter Wasser standen, hilft die Übergabe von Messtechnik und E-Werkzeug, den Betrieb für insgesamt fünf Angestellte weiterzuführen, erforderliche Aufträge vor Ort annehmen und zu realisieren. Außer den 500 Euro pro Mitarbeiter, der kollegialen Hilfe einiger Innungskollegen und der Unterstützung durch „seinen“ Schalterhersteller hat das Unternehmen bisher noch keine Hilfe erhalten. Rabending würde gern kräftig beim Aufbau seines Ortes zupacken und mit dem verdienten Geld seine Mitarbeiter bezahlen. Ohne eine Grundausstattung an Werkzeug war ihm dieser Weg bislang versperrt. Daher seien die durch den ep überreichten Sachspenden für seinen Betrieb besonders hilfreich. Faltblatt zur Wiederinbetriebnahme von Anlagen Zur Wiederinbetriebnahme hochwassergeschädigter elektrischer Anlagen hat der ep übrigens auch ein kostenloses Faltblatt zusammengestellt, in dem praktische Erfahrungen im Umgang mit derart strapazierten Anlagen ausgeführt sind. Es kann über die Redaktion bezogen werden. Zusätzlich wurde es auch den Innungen und LIVs in den betroffenen Hochwasserregionen zur Verfügung gestellt. Hochwasser Hilfe für geschädigte Betriebe Noch immer sind die immensen Schäden nicht exakt zu beziffern, die die Jahrhundertflut in den Hochwasserregionen hinterlassen hat. Viele Menschen verloren ihr Hab und Gut, viele Unternehmen - auch des Elektrohandwerks - stehen vor dem Ruin. Eine schnelle und unbürokratische Hilfe ist jetzt wichtiger denn je. Obermeister Matthias Fröde (links) freut sich über die Werkzeuge und Messgeräte, die ep-Objektleiter Torsten Ernst überreicht. ep-Vertriebsleiter Olaf Weinert (links) besuchte Elektromeister Thomas Rabending, dessen Haus und Betriebsstätte in Dohna vollständig unter Wasser standen. Die verheerende Hochwasserkatastrophe im Elbtal versetzt auch das Elektro-Bildungszentrum Dresden in weitreichende wirtschaftliche Schwierigkeiten. Mitte August musste der Lehrbetrieb eingestellt werden, da weder Kursteilnehmer noch Ausbilder das EBZ erreichen konnten. Der Katastrophenstab ordnete schließlich ein Verlassen des Gebietes an. Das Hochwasser drang in das Kellergeschoss des Bildungszentrums ein und stand dort 80 cm hoch. Dabei wurden die dort befindlichen Werkstätten, die Küchen- und Kantinenräume, Sanitärräume, Lager und auch die Haustechnik, wie Telefon- und Brandmeldeanlage, PC-Datennetz sowie Aufzug und Heizung, stark in Mitleidenschaft gezogen und teilweise unbrauchbar. Ab dem 18. August konnten die Mitarbeiter das Gebäude wieder erreichen, den Schaden in Augenschein nehmen und mit den behebung auf den Baustellen benötigt und Lehrlinge nicht zur Teilnahme an der überbetrieblichen Ausbildung delegiert. Gleiches gilt auch für die Teilnehmer an den sonstigen Kursen der Aus- und Fortbildung. Trotz der schwierigen Situation blicken die Verantwortlichen optimistisch in die Zukunft, ist es doch gelungen, die wertvollen Ausstattungen der Bildungsstätte rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Somit lässt sich abschätzen, dass die überbetriebliche Ausbildungsstätte Bestand haben wird und auch weiterhin für die Region zur Verfügung steht. Schnelle und unbürokratische Hilfe erreichte das EBZ von den Partnerbildungsstätten. So spendete das bfe Oldenburg 10000 Euro, das etz Stuttgart übernahm zeitweise Personal. Die ABB Calor Emag stellte Mittelspannungsschaltzellen zur Verfügung. ersten Sicherungsarbeiten über Notstromaggregat und Pumpen beginnen. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe hofften die Verantwortlichen, die provisorische Instandsetzung des Kellergeschosses bis Ende September abschließen zu können. Erste Sichtkontrollen im Rahmen von Begehungen mit Bausachverständigen und Statikern ergaben notwendige Arbeiten im Kellergeschoss an der Sanitärinstallation, Heizungstechnik, Aufzugsanlage, Telefon- und Brandmeldeanlage, am PC-Datennetz, am Beton, Estrich einschließlich Dämmung. Darüberhinaus sind Bauwerkstrocknung, Fliesenarbeiten, Elektroarbeiten/Prüfung, Erneuerung von Türen und Fußbodenbelägen, Schlosser-, Metall- und Malerarbeiten nötig. Das zweite schwierige Problem besteht in der Auslastung der Kurse. Unabhängig von den räumlichen Möglichkeiten des EBZ wird in den Ausbildungsbetrieben der Region jede helfende Hand zur Schadens-Schwere Schäden auch im Bildungszentrum EBZ Dresden

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