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Elektrotechnik

HEA-Jahrestagung 2004 - Anteil der Elektroinstallation im Gebäude soll wachsen

ep12/2004, 1 Seite

Neue Standards für die Elektroinstallation und der Austausch von alten Heizanlagen gegen moderne Wärmepumpen sollen das Geschäft mit der Elektrotechnik beleben. Die Grundlage für den erhofften Aufschwung bilden neue Normen, Gesetze und die steigenden Energiepreise.


Auf einer Pressekonferenz des Fachverbandes für Energie-Marketing und -Anwendung (HEA) e.V. anlässlich der HEA-Jahrestagung 2004 am 8. Oktober in Köln wurde deutlich, dass moderne Hauswärmetechnik und der zukunftssichere Ausstattungsumfang der Elektroinstallation Chancen für das Elektrohandwerk bieten. Besonders der Markt für Hauswärmetechnik (Heizung, Warmwasserversorgung, Klimatisierung) bietet bei steigenden Energiepreisen und höheren umweltgerechten Auflagen großes Potential für Sanierungsaufträge. Die Frist ist abgelaufen In Deutschland gibt es einen hohen Altbestand von Heizungsanlagen, deren Modernisierung längst überfällig ist. Allein 1,5 Millionen Ölkessel sind über 25 Jahre alt und verbrauchen zu viel Energie. Alte Heizkessel mussten bis zum 1. November 2004 ausgetauscht werden. Sonst droht ein Bußgeld, da der Betreiber gegen die Bundes-Imissionsschutzverordnung verstößt. Unabhängig davon müssen die meisten Heizungsanlagen, die vor Oktober 1978 eingebaut wurden, stillgelegt werden. Die HEA setzt sich strikt dafür ein, dass Effizienzverbesserungen im Bereich der Energieumwandlungen auch volks- und betriebswirtschaftliche Wertschöpfungen beinhalten sollten. Das wird beispielsweise gewährleistet durch die Verbesserungen der Haustechnik der letzten Jahre: Wärmepumpen, Wohnungslüftungssysteme, dezentrale Warmwasserversorgung u. a. gehören zu den effizientesten und gleichzeitig wirtschaftlichsten Lösungen am Markt. Stromgeführte Energiesparlösungen müssen daher noch stärker ins Bewusstsein von Verbrauchern und Politik rücken und die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen sowie die Umweltaspekte aufzeigen. Förderprogramme unterstützen Das KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm, das in verschiedenen Paketen die energetische Sanierung im Gebäudebestand durch zinsverbilligte Darlehen fördert, ist eine wichtige Komponente bei der Vermarktung moderner Haustechnik (Bild ). Die Gewährung der Höchstsätze ist an Bedingungen gekoppelt: bestimmte Dämm- und anlagentechnischen Maßnahmen müssen erfüllt werden bzw. die Verminderung der Kohlendioxidemission bis zu einer bestimmten Höhe erreicht werden. Wärmepumpen und Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung erreichen im Regelfall die Höchstförderung, bei wärmetechnisch bereits sanierten Gebäuden sogar Teilschulderlässe von 20 Prozent. Für Komfort und Sicherheit Für den Bereich Elektroinstallation zieht die HEA eine ernüchternde Bilanz. Ein Großteil der neuen Wohngebäude hat einen zu niedrigen Ausstattungsgrad. Es fehlt an Steckdosen, Lichtanschlüssen, Telekommunikationseinrichtungen und Sicherheitselementen. Rund 90 Prozent des Wohngebäudebestandes besitzt noch seine ursprüngliche Elektroinstallation, die bis zum heutigen Tag nur punktuell erneuert wurde. Darin verbirgt sich ein enormes Gefahrenpotenzial, das den Verbrauchern bis heute nicht bewusst ist, u.a.: - Kabelsalat durch Steckerleisten und Verlängerungen - eine zu geringe Zahl von Stromkreisen führt zu Überlastung und Brandgefahr - eine zu geringe Anzahl von TV- und Telefondosen führt zu laienhafter Einrichtung der Kommunikationseinrichtung - mangelnder Kinderschutz bei Steckdosen. Die DIN 18015 Teil 2 „Art und Umfang der Mindestausstattung der Elektroinstallation in Wohngebäuden“ wurde deshalb aktualisiert. Parallel wurde an der Anpassung der HEA-Ausstattungswerte gearbeitet, die vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (RAL) zertifiziert werden. Der Anteil der Elektroinstallation an den Gebäudekosten im Wohnbereich ist von sechs Prozent (1978) auf ca. drei Prozent (2004) gesunken (Bild ). Es werden heute nur 5 000,- bis 6 000,- EUR für die Elektroinstallation eingeplant. Ein Grund hierfür liegt laut HEA-Experten in der Kommunikation der bisherigen Planungsstandards. Viele Bauträger bieten weit unter der Mindestausstattung an. Wenn die Ein-Sterne-Elektroinstallation als Mindeststandard etabliert wäre, würde der Anteil der Elektroinstallation an den Gebäudekosten im Neubau deutlich steigen. Eine einprozentige Steigerung des Anteils der Elektroinstallation würde zusätzliche Investitionen von ca. 400 Millionen Euro pro Jahr ergeben. Wenn Renovierer die heutige Mindestausstattung als ihren Sanierungsstandard ansähen, wäre der zusätzliche jährliche Investitionsbedarf ca. 600 Millionen Euro (Bild ). Elektropraktiker, Berlin 58 (2004) 12 942 BRANCHE AKTUELL HEA-Jahrestagung 2004 Anteil der Elektroinstallation im Gebäude soll wachsen Neue Standards für die Elektroinstallation und der Austausch von alten Heizanlagen gegen moderne Wärmepumpen sollen das Geschäft mit der Elektrotechnik beleben. Die Grundlage für den erhofften Aufschwung bilden neue Normen, Gesetze und die steigenden Energiepreise. Einsparpotential beim Einsatz einer Wärmepumpe Marktpotential bei Erhöhung des Ausstattungsgrades Anteil der Elektroinstallation an Gebäudeherstellungskosten

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