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Elektrotechnik | Arbeits- und Gesundheitsschutz

Gesundheitliche Eignung für gefahrengeneigte Tätigkeiten

ep2/2013, 3 Seiten

Die Stromversorgung unseres Betriebs durch das zuständige EVU erfolgt über eine 20-kV-Stichleitung und die von uns benötigten 400 V liefern zwei Transformatoren. Bei einem Spannungsausfall kommen vier Generatoren als Ersatzstromerzeuger zum Einsatz. Ein Netzausfall wird kurzzeitig über eine USV-Anlage gepuffert. Zusätzlich betreiben wir noch zwei Kompensationsanlagen und mehrere raumlufttechnische Anlagen. Außerdem müssen von der Elektrowerkstatt auch noch eine ELA/Brandmeldeanlage sowie mehrere andere technische Anlagen betreut werden. Wir arbeiten regelmäßig im 24-Stunden-Schichtbetrieb. Nachts können wir ruhen, müssen aber bei Störungen Fehler beheben oder die Anlagen so schalten, dass der normale Betrieb weiterlaufen kann. Nach Dienstschluss ist der Meister der einzige technische Mitarbeiter im Gebäude. Ich bin verantwortliche Elektrofachkraft in unserer Anlage. Vor ca. einem Jahr bemerkte ich bei einem Mitarbeiter, der auch im Schichtbetrieb arbeitet, ein immer stärker werdendes Zittern seiner Hand. Bei mehrfachem Ansprechen auf diese Situation wich er immer aus und sagte, dass es schon wieder besser ginge. Sein Zustand wurde aber nicht besser, sondern das Zittern verstärkte sich. Aufgrund des starken Zitterns wurde dem Mitarbeiter verboten, nachts zu arbeiten und er wurde vorübergehend in den Tagesdienst versetzt. Einige Wochen später wurde "Parkinson" bei ihm diagnostiziert. Wegen seines starken Zitterns und seiner Unbeholfenheit habe ich ihm das Arbeiten unter Spannung, an der Netzersatzanlage und an der 20-kVAnlage untersagt. Nach der inzwischen erfolgten Einstellung mit Medikamenten hat er jetzt das Zittern bedingt im Griff, jedoch wirkt er bei Arbeiten und Schalten unter Beaufsichtigung an der Netzersatzanlage und an der 20-kV-Anlage noch immer unbeholfen. Dieser Mitarbeiter behauptet, dass er nur wegen der Beobachtung einen unbeholfenen Eindruck erweckt – allein würde er hingegen allen Anforderungen gerecht werden. Nun möchte er wieder im Schichtbetrieb arbeiten. Ich habe diesbezüglich aber Bedenken, besonders bei Einzelarbeit und bei Nacht. Gibt es eine Untersuchung dazu, wie eine gesundheitliche Eignung für das Arbeiten unter Spannung sowie für Schalten und Messen an der 20-kV-Anlage beurteilt werden soll? Wie soll ich mich in dieser Situation als Verantwortliche Elektrofachkraft verhalten?


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Autoren
  • J. Schliephacke
  • H. H. Egyptien
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