Zum Hauptinhalt springen 
Elektrotechnik | Schutzmaßnahmen

Fehlerstrom-Schutz für gedimmte Steckdosenstromkreise

ep8/2008, 2 Seiten

In einem Theater in Österreich werden 130 gedimmte Stromkreise auf der Bühne über drei zentrale Dimmerschränke versorgt, die mit jeweils 250 A aus einem TN- System über auf das Hauptschütz wirkende FI-Relais (300 mA) gespeist werden. Jeder Dimmerausgang ist mit einer Schmelzsicherung versehen und abgangsseitig münden flexible Zuleitungen (4 mm2) in Sondersteckdosen (CEE/3-polig). Diese Sondersteckdosen sind über mehrere vertikal verfahrbare Laststangen verteilt. An den Laststangen werden Scheinwerfer unterschiedlichster Bauart je nach Bedarf eingehängt und über Adapterstecker an die Endsteckdose (CEE/3-polig) angesteckt. Als Adapterstecker dient ein kleiner Sicherungsverteiler mit zwei getrennt abgesicherten Abgangs- Schukosteckdosen (13,5 A Sicherungen). Konkret sind diese Schukosteckdosen im Fehlerfall also durch eine FI-Schutzschaltung (300 mA) geschützt. Die Nullung wird wohl als Fehlerschutz in gedimmten Steckdosenkreisen versagen (in gesamter Bandbreite der Phasenanschnittsteuerung) und die FI-Schutzschaltung stellt nur einen Fehlerschutz jedoch keinen Zusatzschutz dar. Selbst ein weiterer derzeit nicht vorhandener FI-Schutzschalter je Dimmerkreis würde möglicherweise nicht funktionieren – es ist nicht klar, ob der Energiespeicher für die Abschaltung in jedem Teillastfall ausreichend geladen ist. Im Teillastbereich würde auch die Prüftaste versagen und weil vorschriftsmäßige Messgeräte einen Normsinus-Signal verlangen, das bei Teillast nicht gegeben ist, wäre zudem keine normgerechte Wiederholungsprüfung für den Teillastbetrieb möglich. Eine Verbesserung könnte eventuell ein zusätzlicher Schutzpotentialausgleich im Bühnenbereich sein. Allerdings müssen die Scheinwerfer zum Einleuchten per Hand bewegt werden. Der Einleuchter steht dabei auf einer elektrohydraulischen Hebebühne mit gut geerdetem Metallfahrkorb. Potentialunterschiede des Bühnenbereiches gegenüber der Hebebühne können nicht ausgeschlossen werden und somit ist dies wohl auch keine Lösung. Vergleichbar wäre die Situation mit Arbeiten in engen metallischen Räumen, bei denen ganz andere Schutzvorkehrungen notwendig wären (Trenntrafo), die jedoch im konkreten Fall nicht angewendet werden können. Blieben nur isolierende Handschuhe, die jedoch nicht wirklich praxistauglich sind, da auch Fremdfirmen als Dienstleister in diesen Bereichen tätig werden und die Verwendung von isolierenden Schutzhandschuhen nicht kontrolliert werden kann. Handelt es sich hierbei um ein unlösbares Problem oder wie geht man in Deutschland damit um?


   

Autor
  • W. Hörmann
Downloads
Sie haben eine Fachfrage?