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Brand- und Explosionsschutz | Elektrotechnik

Elektrotechnik TechnoCom 2000 - Weichen auf Zukunft gestellt

ep11/2000, 5 Seiten

Mit einem überzeugenden Auftritt hat die Elektrobranche auf der Dortmunder Fachmesse Elektrotechnik Technocom vom 6. bis 9. September ihre Zukunftsfähigkeit bewiesen. Neue technologische Schwerpunkte und interessante Marktchancen zogen über 27.000 Fachbesucher in die Westfalenhallen und gaben neue Impulse für die Elektrobranche.


Aufgehellte Konjunktur In seiner Eröffnungsrede zeichnete der Vorsitzende des Fachverbandes Elektrotechnische Handwerke in Nordrhein-Westfalen Lothar Hellmann eine erhellende Vision von der Zukunft des Elektrohandwerks (Bild ). Verbesserte Konjunkturdaten für die Branche und die Führungsrolle der Elektrohandwerke im technologischen Bereich bildeten dabei die visionäre Grundlage. So konnten die Elektrotechniker in NRW 1999 gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzwachstum von 5,2 Prozent verbuchen. Damit hoben sich die Elektrohandwerke positiv von anderen Handwerkszweigen ab. Wesentliche Impulse für eine weitere Verbesserung der Geschäftslage werden im Bereich der Gebäude- und Informationstechnik erwartet. Diesen weiter wachsenden Markt können sich Innungsbetriebe unter den Marken Fachbetrieb für Gebäudetechnik und Fachbetrieb für Informationstechnik erschließen. Aufruf zur Geschlossenheit Neben den Chancen sprach Lothar Hellmann auch die Gefahren an , die einige Marktveränderungen für das Elektrohandwerk mit sich bringen. So versuchen Energieversorgungsunternehmen beispielsweise in Marktbereiche des Handwerks einzudringen und unter dem Motto „Alles aus einer Hand“ neben dem Strom auch komplette Anlagen und deren Wartung am Markt anzubieten. Hellmanns Botschaft an die Adresse solcher Strategen: „Handwerker sind Unternehmer und keine Handlanger..“ Als Warnung vor solchen Praktiken, die eine traditionelle Partnerschaft von EVU und Handwerk in Frage stellen, stellte Hellmann die Möglichkeit in Aussicht, dass das Handwerk eigene Gesellschaften gründen könnte, die neben der Handwerksleistung auch Strom anbieten. Neben den EVU standen auch Großhandel und Industrie in der Kritik. Die Renaissance der Hausmessen waren ein Reizthema. Unter den 592 Ausstellern in Dortmund fehlten laut Beschlusslage des ZVEI die Vertreter der Installationstechnik. Vier große Hausmessen, die fast zeitgleich mit der Fachmesse in NRW stattfinden, führen den Beschluss des ZVEI, nur alle zwei Jahre in Dortmund auszustellen, ad absurdum. Handwerk und Industrie würden so zur Geisel eines profilierungssüchtigen Elektrogroßhandels. In einem Land wie Nordrhein-Westfalen mit seinen 10.000 elektrohandwerklichen Betrieben, die einen Gesamtumsatz von 17 Mrd. DM realisieren, wäre eine jährliche Fachschau, die die komplette Elektrotechnik abbildet, sicherlich sinnvoll. Ähnlich wie in Bayern, wo mit der ELTEC die Fachmesse im Jahresrhythmus zwischen Nürnberg und München wechselt, könnten sich beispielsweise Dortmund und Köln in NRW gegenseitig ergänzen. Diese Lösung wäre gewiss sinnvoller als die Inflation an Hausmessen im Elektrogroßhandel. Statt sich zu verzetteln, steht der Branche Geschlossenheit besser zu Gesicht. Sei es das Thema E-Commerce oder Endkundenmarketing, viele vereinzelte Aktivitäten bringen der Branche weniger als abgestimmte und breit angelegte Maßnahmen. In diesen Kontext passt auch das Angebot von Lothar Hellmann an Industrie und Großhandel gemeinsam für mehr Aufträge zu kämpfen. Er lud deshalb zu Gesprächen ein, die dazu führen sollen, dass eine Wiederbelebung von Beratungs- und Präsentationsausstellungen für Endkunden einsetzt. Der kundenorientierte Elektrobetrieb braucht diese Ausstellungen, um seinen Kunden die Möglichkeiten moderner Elektroinstallation zeigen zu können. Wer Mehrwert kaufen soll, muss ihn vorher erlebt haben. Großhandel und Industrie sollten jedoch gemeinsam mit dem Handwerk nach neuen Möglichkeiten suchen, nachdem die Ausstellungsaktivitäten im Elektrogroßhandel heute fast zum Erliegen gekommen sind. In seiner Festrede ging der Vorstandsvorsitzende des VDE, Dr. Rolf Windmöller, u.a. auch auf einige Vorwürfe von Lothar Hellmann gegenüber den Energieversorgungsunternehmen ein. Als hauptberuflicher Vorstand der VEW Energie AG bat er vor allem um Verständnis beim Elektrohandwerk, wenn es heute zu Misstönen in der guten Zusammenarbeit zwischen Handwerk und EVU kommt. Alleine die VEW hat im letzten Jahr einen Umsatzrückgang von etwa 1,5 Mrd. DM hinnehmen müssen. Rund 40 Prozent Personalabbau in wenigen Monaten waren eine Folge dieser Entwicklung. Für die Zukunft zeigte sich Dr. Windmöller jedoch optimistisch, dass die Kooperation zwischen Handwerk und EVU zu beiderseitigem Vorteil Bestand hat. Neue Messeschwerpunkte zogen Besucher an Mit 27.224 Besuchern waren Verband und Messe sehr zufrieden. Ein Erfolg war das erstmalig stattfindende Ex-Forum. Als ein Internationaler Messeschwerpunkt präsentierte es in Halle 5 die Weltmarktführer der Ex-Branche. Errichter und Betreiber von explosionsgefährdeten Anlagen fanden hier eine hochinformative Plattform. Die gute Resonanz dieser er-Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 11 930 Branche aktuell ELEKTROTECHNIK Techno Com 2000 Weichen auf Zukunft gestellt Mit einem überzeugenden Auftritt hat die Elektrobranche auf der Dortmunder Fachmesse Elektrotechnik Technocom vom 6. bis 9. September ihre Zukunftsfähigkeit bewiesen. Neue technologische Schwerpunkte und interessante Marktchancen zogen über 27.000 Fachbesucher in die Westfalenhallen und gaben neue Impulse für die Elektrobranche. Die Mannschaft des 1. ep-Future Camps hatte drei Tage lang voll zu tun und begeisterte über 5.000 Auszubildende mit einer tollen Show. Fachmesse einmal anders - Musik, Tanz und EIB. Extra aus Holland eingeflogen wurden die Top-Models des Future Camps. Mit Partnern wie Cimco und Schupa konnte der ep seinen jungen Lesern eine Menge bieten. Eine visionäre Eröffnungsrede hielt der Vorsitzende des Fachverbandes Lothar Hellmann Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 11 Branche aktuell sten Veranstaltung wird gewiss dazu führen, dass auf dem nächsten Ex-Forum in zwei Jahren noch mehr Aussteller zu finden sein werden. Im Rahmenprogramm der Messe gab es darüber hinaus weitere Höhepunkte. Neben den Fachveranstaltungen wie die Sonderschauen „Blitzschutz“, „Elektromagnetische Verträglichkeit“ oder „Jugend und Zukunftstechniken“ ist hier vor allem der Event-Knaller „Future Camp“ des ELEKTRO-PRAKTIKER zu nennen (Bilder und ). In Halle 2N waren an den drei Messetagen rund 5.000 Auszubildende auf dem Future Camp. Aber auch für reifere Generationen an Elektrotechnikern war die Show des ep eine erfrischende Bereicherung der Fachmesse. Auf die Wissensrallye des Future Camps durften jedoch nur die Jungen Elektrotechniker gehen. Zu den Themen RCD und EIB mussten einige Fachfragen beantwortet werden. Nur wer alle Fragen richtig beantwortet hatte, kam in die Lostrommel und wurde mit etwas Glück als ein Gewinner der wertvollen Preise gezogen (Bild ). Die glücklichen Gewinner des Future Camp sind im nebenstehenden Kasten zusammengefasst. Allen Beteiligten hat das Future Camp einen Riesenspaß gemacht. Die Stimmungskanone Giovanni aus Köln ließ die knappe halbe Stunde viel zu schnell vergehen. Vor allem „seine Schwestern“ aus dem nahen Holland hatten es dem Publikum angetan (Bild ). So wurden den Models dann auch nach der Modenschau die Teilnahmescheine zur Wissenrallye förmlich aus der Hand gerissen. Ein großes „Danke Schön“ gebührt den Partnern des ELEKTRO-PRAKTIKER, ohne die das „Future Camp“ nie ein so großer Erfolg geworden wäre. Die Firmen Cimco, Schupa und Moeller trugen maßgeblich zu diesem Erfolg bei. Vor allem die neue Kollektion „profashional“ von Cimco aus Remscheid war ein Renner. Die Wissenrallye mit Schupa (RCD) und Moeller (EIB) zeigte einmal mehr, wie fit der berufliche Nachwuchs heute ist. Die Förderung des Nachwuchses ist ein wichtiges Anliegen des Fachverbandes NRW und der Messe Dortmund. Deshalb war das Future Camp des ep auch keine „Eintagsfliege“ und wird wegen des großen Erfolges in Zukunft fester Bestandteil der Dortmunder Messe sein. So wird es im nächsten Jahr auf der „ELEKTROTECH-NIK“ wieder ein Future Camp geben. Elektropraktiker-Forum fand erstmals statt Eine weitere Premiere in Dortmund war das Elektropraktiker-Forum (Bild ). Über 1.200 Besucher waren auf Anhieb ein großer Erfolg. Mit der fachlichen Vielfalt des Forums waren zumindest einige wichtige Themen der Branche auf der Messe präsent. Auch wenn die meisten EIB-Anbieter auf der Messe fehlten, so zeigte doch der Andrang bei den EIB-Vorträgen, wie groß das Besucherinteresse hiernach war. Überhaupt dominierte das Thema Gebäudeautomation das Forum. Wem die vielen Vorträge zum EIB oder zu Lon Works nicht ausreichend waren, der konnte sich an der EIB-Infotheke und auf dem Treffpunkt LON-World des ep umfassend informieren. Neu im Vortragsprogramm war ein spezieller Industrie-Vortragsblock. Die Themen „Überspannungsschutz in der Anlagentechnik“ (Bild ), „Leitungsschutzschalter im Industrieumfeld“ und „Automatisierung über Ethernet“ waren auf Anhieb ein Erfolg bei den Fachbesuchern. Top-Fachleute wie Horst Fitzner sind Garant für den Erfolg des ep-Forums Fotos: R. Lüders Das 1. ep-Forum in Dortmund zog viele Fachbesucher an DJ Giovanni hatte „seine Schwestern“ mitgebracht Glücksfee Anja zog die Gewinner des Future Camps 1. Preis (1 Mountainbike): Marcel Fries, Winckelmanstr. 30, 42287 Wuppertal 2. Preis (1 Kickboard): Michael Bienstock, Overbruckstr. 66a, 47166 Duisburg 3. Preis (1 Werkzeugkoffer): Walter Ley, Alter Mühlenweg 48, 50679 Köln Norman Wichmann, Siegtalstr. 31, 53783 Eitort Alexander Stamm, Mohrhennfeld 34, 42369 Wuppertal 4. Preis (1 East Pack): Marcel Weigand, Rheurdterstr. 155, 47661 Issum Thomas Burum, Kierbergerstr. 85, 50321 Brühl Rene Libutzki, Häuschen 14, 42349 Wuppertal Der 1. und 2. Preis wurden von der Fa. Schupa, Schalksmühle gestiftet. Die 3. und 4. Preise kamen von der Fa. Cimco, Remscheid. Vielen Dank! Gewinner der Future Camp-Wissensrallye Elektropraktiker, Berlin 54 (2000) 11 Branche aktuell Weltspitze im Ex-Forum Unter den im Ex-Forum ausgestellten Exponaten und Systemen fanden sich viele Neuheiten, die heute bereits Normenanforderungen von morgen erfüllen. So stellte die Fa. Bartec, Bad Mergentheim, einen Steckverbinder vor, der für den Anschluss von Sensoren und Aktoren an eigensichere Bussystemen im Ex-Bereich geeignet ist. Damit entfällt der laut Ex-Vorschriften zwingende Anschluss von Sensoren und Aktoren mit Klemmen in Zündschutzart „erhöhte Sicherheit“. Diese Anschlusstechnik machte bisher für den Austausch von Remote I/O-Modulen bei laufendem Betrieb den Einsatz von Schaltklemmen erforderlich. Die vorgestellten Steckverbinder wurden für RS485-Schnittstellen an PROFI-BUS DP entwickelt. Aus dem Hause Ceag, Soest, wurde u.a. eine Rettungszeichenleuchte für den Ex-Bereich vorgestellt (Bild ). Mit der Zündschutzart EEx ed II CT4 und gebaut gemäß ATEX-Richtlinie kann sie in den Gas-Ex-Zonen 1 und 2 eingesetzt werden. Der Einsatz einer neuartigen Kaltkathodenlampe erhöht die Betriebsdauer (20.000 h) und senkt die Leistungsaufnahme. Explosionsgeschützte Reinraum-Steckdosenverteilungen stellte die Fa. Stahl, Künzelsau, aus (Bild ). In der chemischen Industrie kommen in explosionsgefährdeten Bereichen zunehmend Verfahren zum Einsatz, die sogenannte Reinraumbedingungen erfordern. Geräte, die in solchen Reinräumen verwendet werden, müssen ganz spezielle Anforderungen erfüllen. Spezielle Steckdosenverteilungen in Edelstahlgehäusen reduzieren die Gefahr schädlicher Schmutzablagerungen auf ein Minimum. Die Steckdosenverteiler können mit folgenden Flanschsteckdosen, auch gemischt, bestückt werden: - 16 A, in 3-, 4- oder 5-poliger Ausführung, - 32 A, in 4- oder 5-poliger Ausführung. Die Flanschsteckdosen sind mit einem druckfest gekapselten Verriegelungsschalter mechanisch gekoppelt. Hiermit ist gewährleistet, dass nur bei vollständig eingestecktem Stecker eingeschaltet werden kann und der Stecker nur im ausgeschalteten Zustand gezogen werden kann. Darüber hinaus stellte die Fa. Stahl die explosionsgeschützte Rohrleuchte T-LUX 6030 vor (Bild ). Die Leuchte erreicht die Schutzart IP 68 und ist somit in Bereichen wie Kanalisation, Kläranlagen, Wasserauffangbecken, Pumpstationen, Waschhallen, Schiffsausstattung, Off-Shore einsetzbar. Die Anschlussklemmen sowie die weiteren Funktionskomponenten und Leuchtmittel sind auf herausziehbaren Tragblechen montiert. Ein Lampenwechsel ist durch den herausziehbaren Lampenträger innerhalb weniger Minuten durchführbar. Die Rohrleuchten sind in 1 bzw. 2 x 18 W - und 1 bzw. 2 x 36 W Ausführung in ein- oder zweikanaliger Ausführung lieferbar. Für den Einsatz im industriellen Umfeld, vor allem in der chemischen Industrie, bot das Ex-Forum vielfältige Lösungen an. So waren u.a. bei der Fa. Pepperl+Fuchs, Mannheim, Sensoren für den Ex-Bereich zu sehen. Für den Einsatz von Automatisierungssystemen im Ex-Bereich wurden Komponenten für die Ex-Zonen I und II vorgestellt. Für die chemische Industrie besonders wichtig, hat Pepperl+Fuchs auch Füllstandsmesseinrichtungen in Ex-Ausführung im Angebot. Einen umfassenden Einblick in das breite Spektrum der Automatisierungs-und Ex-Technik bietet der elektronische Katalog von Pepperl+ Fuchs, der auf Disketten kostenlos versandt wird. Anfragen bitte unter Telefon: (06 21) 776-0. Blitzschutz für viele Besucher interessant Dass die Dortmunder Fachmesse nicht nur Elektrofachleute in ihren Bann zieht, davon konnte Johann Pröbster berichten. Die Fa. Pröbster, Neumarkt, veranstaltete in Dortmund die Sonderschau „Blitzschutz“. Am Vortag der Messeeröffnung gab die Firma ein Radio-Interview. Daraufhin meldeten sich einige Endkunden und besuchten die Sonderschau, um sich umfassend zum Thema Blitz-und Überspannungsschutz zu informieren. Auch der Profi fand seine Neuheiten auf der Sonderschau. So wurde der kleinste gekapselte Blitzstromableiter für TT-Systeme mit einer Modulbreite von 17,5 mm vorgestellt. Der Ableiter ist für einen Blitzstoßstrom Iimp (10/350) von 100 kA einpolig ausgelegt. R. Lüders Eine Ex-Schutz-Leuchte, die auch Schutzart IP 68 erreicht - die T-LUX 6030 Foto: Fa. Stahl Die Ex-Rettungsleuchte EXIT 2000 wurde auf dem Ex-Forum in Halle 5 vorgestellt Foto: Fa. Ceag Steckdosenverteilungen für Reinraumbedingungen im Edelstahlgehäuse Foto: Fa. Stahl

Autor
  • R. Lüders
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