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Veranstaltung | Elektrotechnik

Cebit 2007 - Digitales prägt den Alltag

ep5/2007, 1 Seite

Seit Jahrzehnten ist Hannover im März das „Mekka“ der ITK-Branche. Aber der einstige Glanz der Cebit wurde mit dem Ende des IT-Booms um einiges matter. Dennoch ist der Messebesuch nach wie vor ein beeindruckendes Erlebnis und daher eine Reise wert.


Zahlen und Eindrücke Auch in diesem Jahr war die Cebit wieder die weltgrößte IT-Messe - und nach dem Willen der Veranstalter soll es auch in Zukunft so bleiben. Beim ersten Blick auf die Besucherzahlen kann man durchaus den Eindruck gewinnen, dass es diesmal gelang, den seit Jahren anhaltenden Besucherrückgang aufzuhalten und den Trend umzukehren. Aber der Zuwachs um rund 10 % auf 480000 Besucher ist wohl eher auf einen großzügigen Umgang mit Freikarten und Karten zu Vorzugskonditionen sowie einigen durch die deutsche EU-Präsidentschaft bedingten Einmaleffekten zurückzuführen. Ähnliches gilt für die Anzahl der Fachbesucher, die mit stolzen 379000 angegeben wird - ein Zuwachs von 14000. Berücksichtigt man die Unschärfen derartiger Erhebungen und beachtet die Veränderungen der Gesamtbesucherzahl, dann ist ein Zuwachs von 3,5 % mehr oder minder marginal. Für die ungebrochene Anziehungskraft der Cebit und den internationalen Rang dieser Messe sprechen da schon eher die über 100000 ausländischen Besucher. Mit 3334 ausländischen Ausstellern konnte sogar eine Rekordbeteiligung registriert werden. Mit insgesamt 6153 Ausstellern aus 77 Ländern konnte deren Anzahl nahezu konstant gehalten werden. Problematischer für den Veranstalter sind allerdings der Rückgang der belegten Ausstellungsfläche im zweistelligen Prozentbereich und die unübersehbaren Verlegenheitslösungen zur Vermeidung nicht belegter Flächen. Themen und Trends In einer Zeit, in der die Digitaltechnik in nahezu allen Lebensbereichen Einzug hält, und auf einer Messe, die den Anspruch erhebt, das weltweite Schaufenster der ITK-Branche zu sein, ist es nahezu unmöglich, Schwerpunkte auszumachen. Gleiches gilt für neue Trends und Innovationen - auch hier gibt es zwar eine Fülle von Neuigkeiten im Detail, aber eben auch viel Bekanntes und Bewährtes. Die ITK-Branche ist allerdings auch ein Musterbeispiel dafür, neue Trends und Top-Themen zu erfinden. Für die Cebit 2007 gehören sicher die Themen Virtualisierung und Auto-ID/RFID dazu. Virtualisierung. Die Aufgabe, mehrere und dazu noch unterschiedliche Betriebssysteme auf einem Rechner zu nutzen, ist bei Systemumstellungen eigentlich nicht neu. Neu ist der Umfang, in dem sich diese Aufgabe im Zusammenhang mit dem Server-Providing und mit Blick auf Sicherheitsaspekte heute darstellt. Insbesondere die im Umfeld des Server-based Computing agierenden Firmen sind gegenwärtig dabei, die Vorteile dieser Vorgehensweise auszuloten. Aber auch für den professionellen PC-Nutzer könnte die Möglichkeit der simultanen Nutzung mehrerer Betriebssysteme auf einer Maschine aus den unterschiedlichsten Gründen künftig von Vorteil sein. Auto-ID/RFID. Beeindruckend sind die Fortschritte im Bereich der Miniaturisierung von RFID-Chips. Hitachi stellte beispielsweise einen staubkorngroßen, für das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmbaren Prototyp vor, dem ein 38-stelliger ID-Code während der Produktion eingeschrieben wird und dessen Übertragungsreichweite bei 2,45 GHz etwa 30 cm beträgt. Die Fülle der vorgestellten Anwendungsmöglichkeiten für die RFID-Technik machte einmal mehr deutlich, dass die praktische Nutzung dieser Technik erst begonnen hat. Heimautomatisierung. Wie breit das Themenspektrum der Cebit inzwischen reicht, machen nicht zuletzt diverse Exponate deutlich, die im engeren und weiteren Sinne der Heimautomatisierung zugerechnet werden können. Auf der Sonderschau „lifestyle@ cebit“ wurden anhand von 16 eingerichteten und möblierten Wohnzimmern die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Unterhaltungselektronik demonstriert. Der Besucher hatte die Möglichkeit, sich einen Eindruck vom digitalen „Lifestyle-Feeling“ zu verschaffen und konnte neue Ideen für modernes Wohnen sammeln. Bei diesen Exponaten war das Thema Heimautomatisierung - wenn auch mehr im Hintergrund - allgegenwärtig. Nicht zu übersehen war in der gleichen Halle auch ein repräsentativer Stand der Firma Beckhoff. Die Produktpalette dieses Unternehmens ist ein gutes Beispiel für die Integration von bewährten IT-Technologien in die Industrie-und Gebäudeautomation. Einen anderen Aspekt des „intelligenten“ Wohnens stellte das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering in den Mittelpunkt. Vorgestellt wurde ein Assistenzsystem für ältere und/oder hilfebedürftige Menschen. Es basiert auf in der Wohnung verteilten Sensoren, deren Erfassungsdaten automatisch ausgewertet werden und z. B. dazu dienen, Notsituationen ohne Zeitverzug zu erkennen und eine Rettungsleitstelle zu alarmieren. IT-Sicherheit. Das Thema Sicherheit nimmt Jahr zu Jahr einen größeren Raum ein. Eine Halle war nahezu ausschließlich den vielen Facetten dieser Thematik gewidmet. Das rege Interesse der Besucher an den Exponaten und den verschiedenen Diskussions-und Vortragsveranstaltungen machte einmal mehr die Brisanz und die praktische Relevanz der Thematik deutlich. Viele Exponate dieses Bereiches wie etwa Zutrittskontroll- und Überwachungssysteme, USV- und Netzersatzanlagen, Überspannungsschutz und vieles mehr haben auch einen unmittelbaren Bezug zur Gebäudeinstallation und -automation. Dabei wurden auch einfache und mit wenig Einarbeitungsaufwand einsetzbare Lösungen wie etwa ein aus Bewegungsmelder, Kamera und Bildspeicher bestehendes Sicherheitssystem gezeigt (Bild ). Linux-Park. Ohne Aussteller aus dem Bereich Open Source ist eine IT-Messe heute nicht mehr denkbar. Auch diesmal war der Linux-Park wieder ein Besuchermagnet und das Linux-Forum immer gut besucht. Hier berichteten Experten aus dem Mittelstand über Erfahrungen bei der Linux-Migration, Systemhäuser präsentierten Lösungs-Szenarien, und Sicherheits-Experten beeindruckten die Besucher mit Live-Demonstrationen. Es ist schon erstaunlich, wie viele Firmen mit Produkten, Dienstleistungen und kreativen Ideen rund um Linux und Open Source letztlich Geld verdienen. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 61 (2007) 5 369 BRANCHE AKTUELL Cebit 2007 in Hannover Digitales prägt den Alltag Seit Jahrzehnten ist Hannover im März das „Mekka“ der ITK-Branche. Aber der einstige Glanz der Cebit wurde mit dem Ende des IT-Booms um einiges matter. Dennoch ist der Messebesuch nach wie vor ein beeindruckendes Erlebnis und daher eine Reise wert. Sicherheitssystem - Bewegungsmelder, Kamera und Bildspeicher in einem Gerät Foto: AVT Pfiffiges für den Praktiker aus den Bereichen Netzwerktechnik und Software stellt der ep in der nächsten Ausgabe vor. Fortsetzung ELEKTRO PRAKTIKER Gehört - notiert „Das was früher an Computern ganze Messehallen gefüllt hat, wird heute in ein Auto eingebaut.“ Messe-Vorstand Ernst Raue über die gesunkene Ausstellungsfläche der Cebit 2007 EP0507-362-371 18.04.2007 14:28 Uhr Seite 369

Autor
  • H. Möbus
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