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Veranstaltung | Elektrotechnik

Cebit 2008 - Neues Messekonzept gibt Grund zu Optimismus

ep6/2008, 1 Seite

Die Cebit ist nach wie vor die weltgrößte Computermesse, nach dem Ende des IT-Booms jedoch Jahr um Jahr geschrumpft. Mit einem neuen Konzept wurde 2008 der Versuch unternommen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken – und wie die Besucherzahlen zeigen, besteht durchaus Grund zu vorsichtigem Optimismus.


Neu strukturiert Bei fast 6000 Ausstellern aus nahezu allen Bereichen der IT-Anwendung gleicht jeder Versuch der Strukturierung der Quadratur des Kreises. Während sich die bisherige Struktur vor allem an technischen Aspekten orientierte, ist das neue Konzept eher an den potentiellen Besuchergruppen ausgerichtet. Dabei haben sich die Verantwortlichen für eine Unterteilung in vier Bereiche entschieden. Business Solution. Dieser Bereich ist vor allem an Fachbesucher aus mittleren und großen Betrieben gerichtet. Komplettausrüstungen für Rechenzentren, Standard- und Spezialhardware, branchenneutrale und branchenspezifische Software, IT-Sicherheit, Auto-ID-Anwendungen bis hin zu Dienstleistungsangeboten (Outsourcing) wurden hier präsentiert. Angebote für Handwerksbetriebe waren eher selten. Home & Mobile Solution. Hiermit wird deutlicher als bisher der Endkunde, der Verbraucher, angesprochen. Technik für das Heimbüro, IT und Heimelektronik, mobile Technik für den semiprofessionellen Bereich, Navigationsgeräte bis hin zur Unterhaltungselektronik und deren Vernetzung im Wohnbereich standen hier im Mittelpunkt des Angebotes. Public Sektor Solution. Für die IT-Verantwortlichen der öffentlichen Verwaltungen der EU, des Bundes, der Länder und Kommunen ist die Cebit traditionell ein Pflichttermin. Angebote für öffentliche Verwaltungen bis hin zu Lösungen für Eigenbetriebe, öffentliche Unternehmen und Dienstleister sowie Gesundheits-und Bildungseinrichtungen waren und sind ein Schwerpunkt dieser Messe. Diese Fokussierung wird mehr denn je betont. Technology & Infrastructure. In diesem Bereich sind vor allem die klassischen Komponentenanbieter, Netzwerkausrüster, Netzbetreiber, Zugangsanbieter und ähnliche Firmen vertreten. Auffallend war auch ein breites Angebot an eingebetteter Elektronik für den Fahrzeugbau, den Maschinenbau und die Gebäudetechnik. Themen und Trends Die ITK-Branche verfügt auch nach dem Ende des IT-Booms über ein geradezu atemberaubendes Innovationstempo - doch viele Themen und Trends sind oft recht kurzlebig. Manches ist darüber hinaus dem mehr und mehr überbordenden Marketing geschuldet, wo man statt eines eingeführten Begriffes wie etwa dem Application-Service-Providing (ASP) das neue Kürzel Saa S (Software as a Service) mit einer noch weniger aussagekräftigeren Interpretation „erfindet“. Schwerpunkt Green-IT. Sucht man nach dem die Cebit 2008 charakterisierenden Trend, so lässt sich dieser zweifellos unter dem Stichwort „Green-IT“ zusammenfassen. In einer Zeit, in der Klimawandel und rasant steigende Energiepreise die öffentliche Diskussion bestimmen und die Hardwarepreise - gemessen an der Leistung - nach wie vor im freien Fall sind, kommt es im IT-Bereich zu einer grundsätzlichen Veränderung der Kostenstruktur. Technologien wie Virtualisierung und Client-Server-Architekturen werden jetzt nicht mehr nur unter den Aspekten Sicherheit und Administrationsaufwand diskutiert, sondern auch unter dem Aspekt der Energieeinsparung. Mini-Notebooks. Der Versuch, neben dem Desktop und dem Notebook andere - vor allem mobile - Technik zu etablieren, ist bisher weitestgehend erfolglos verlaufen. Hier markiert die Cebit 2008 eine Trendwende. Mobile Technik, die von der Leistung und von der Größe deutlich unterhalb des Notebooks rangiert und darüber hinaus noch deutlich preiswerter ist, hat offenbar durchaus einen Platz am Markt. Das OLPC-Projekt, ein Mobilgerät für Kinder in den Entwicklungsländern zu einem Preis von 100 US-Dollar zu produzieren, hat die Branche geradezu aufgeschreckt. Der OLPC-Laptop kostet zwar derzeit noch fast das Doppelte und ist nur für die Entwicklungsländer verfügbar, aber Asus liefert mit dem Eee PC (Bild ) ein mobiles Gerät für 299 Euro - und kann den Bedarf kaum decken. Bei diversen Notebook-Herstellern konnte man ähnliche „noch in der Entwicklung befindliche“ Angebote bewundern. Neue Bedienkonzepte. Unter der Bezeichnung „Multi-Touch Table“ stellte das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IDG) eine völlig neuartige Lösung vor. Vorstellen kann man sich dieses Gerät als ein horizontal angeordnetes Touchpanel von der Größe eines Arbeitstisches, an dem Dokumente per Fingerzeig dargestellt und in Grenzen manipuliert werden können - und dazu kann man nicht nur einen Finger, sondern gleich mehrere (eben Multi-Touch) nutzen (Bild ). Um ein Dokument zu vergrößern, braucht man sich dort nicht durch Menüs zu tippen, sondern das System interpretiert die Bewegungen mehrerer Finger. Linux. Die Open-Source-Community trat auch in diesem Jahr mit einem repräsentativen Stand auf und vor allem das Limux-Projekt der Münchner Stadtverwaltung war wie immer dicht umlagert. Hier ist insbesondere die Entwicklung freier Verteilungs- (FAI, Fully Automatic Installation) und Administrationswerkzeuge (Gosa, Gonicus System Administration) sowie die Zertifizierung des Basis-Clienten bezüglich der Gebrauchstauglichkeit durch den TÜV hervorzuheben. Freie Software ist inzwischen so selbstverständlich geworden, dass diese vielfach nicht mal mehr gesondert erwähnt wird. Inzwischen haben auch Dienstleister die eher kleinen Firmen als potentielle Open-Source-Anwender entdeckt. Mit Kmux (www.kmux.de) präsentierte z. B. die FH Kaiserslautern eine serverbasierte und integrierte Open-Source-Komplettlösung für kleinere Firmen. Wimac@Home. Fortschritte bei der drahtlosen Verbindung von Unterhaltungselektronik und Heimautomatisierung wurde vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen gemeinsam mit Industriepartnern wie Loewe und Nagravision anhand des Projektes Wimac@Home (www. wimac-at-home.de) vorgestellt. Im Unterschied zu anderen Lösungsansätzen dient hier ein „intelligentes“ TV-Gerät als zentrale Komponente und das sowohl zur Aufnahme, Speicherung und Verteilung audio-visueller Inhalte als auch als Steuerzentrale und Gateway zu KNX-basierter Automatisierungstechnik. H. Möbus Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 6 495 Cebit 2008 in Hannover Neues Messekonzept gibt Grund zu Optimismus Die Cebit ist nach wie vor die weltgrößte Computermesse, nach dem Ende des IT-Booms jedoch Jahr um Jahr geschrumpft. Mit einem neuen Konzept wurde 2008 der Versuch unternommen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken - und wie die Besucherzahlen zeigen, besteht durchaus Grund zu vorsichtigem Optimismus. BRANCHE AKTUELL Der Eee PC ist ein besonders preiswertes „Sub“- Notebook. Die drei „E“ stehen für „Easy to Learn, Easy to Work, Easy to Play“ Foto: Asus Multi-Touch Table Foto: Fraunhofer IDG

Autor
  • H. Möbus
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