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BGV-Expertentag: Wissen teilen ist unbedingt notwendig

Schutzziele im Blick mit Experimenten und Erfahrungsaustausch
ep1/2019, 3 Seiten

Mit besonderem Charme und Erfolg verlief der mittlerweile 3. Expertentag Elek-trotechnik des BGV/Badische Versicherungen vom 22. bis 23. Oktober in Karlsruhe. Unter der organisatorischen und fachlichen Leitung von Dierk Wolfinger, Elektromeister, Sachverständiger und GvEFK des BGV, trafen sich zahlreiche Elektrofachkräfte aus den verschiedensten Arbeitsbereichen und Regionen.


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Der Gestaltung der Gehäuse müsse ebenso mehr Beachtung zukommen, bestehen diese doch in der Regel aus ferromagnetischem Blech, wodurch die magnetischen Felder bevorzugt durch die Induktionswirkung in die Blechgehäuse einkoppeln. Da die Schienensysteme an Decken, Wänden und Steigeschächten verlegt und befestigt werden, ergeben sich bereits ab einer Magnetfeldstärke von etwa 1 μT direkte Rückwirkungen auf alle Erdungs- und Potentialausgleichssysteme. In der Schweiz beispielsweise sind die entsprechenden Grenzwerte daher deutlich niedriger als in Deutschland.

Auch der VdS- und Bergbau-Sachverständige Andreas Holfeld hatte Fehlerbeispiele und Kritik für seinen Vortrag „I4.0 fängt beim PEN an. EMV- und automatisationsgerechte Installationsverteiler und Installationen“ mitgebracht. Was passieren kann, machte er anhand von Beispielen fehlerhafter Installationen ebenso anschaulich deutlich wie mit Beispielen von Schäden mit teilweise beträchtlichen Auswirkungen, beispielsweise die durch Überlastung verursachte Explosion einer Kompensationsanlage (Kondensatoren) in einem Mühlenbetrieb.

Die Verwendung von Einleiterkabeln bzw. die falsche Anordnung von Einzeladern, falsche Leitungsführung, zu lange Leitungswege, Schleifenbildung sowie ungleichmäßige Lastverteilung etc. sorgen vermehrt für EMV- und damit Betriebsprobleme. Aufbauend auf den vordem von K.-H. Otto aufgefrischten Kenntnissen zu elektrischen und magnetischen Feldern wies A. Holfeld u. a. darauf hin, dass die seit Jahrzehnten gleich gebliebenen Leiterabstände bei der heutigen Netzqualität (insbes. Oberschwingungen) und den dadurch geänderten Feldstärkewerten nicht mehr genügen. Ebenso sollten u. a. die N- und PE-Schienen grundsätzlich nicht parallel nah beieinander geführt werden. Während die Zahl der direkten Todesfälle durch elektrischen Strom sinke, sei die Zahl der Toten durch Brände (hauptsächlich geht das auf Rauchgase zurück) gestiegen – Elektrizität hat nach der IfS-Schadendatenbank einen über die Jahre relativ stabilen Anteil von etwa 30 % an den Brandursachen. Holfeld bemängelte hier die Schwächen der Ursachenerfassung und überhaupt der entsprechenden mangelhaften Statistiken, insbesondere, dass Deutschland seit 2012 keine statistischen Daten mehr an den Weltfeuerwehrverband liefere.

Auch eine Schieflage der Normung und der Pflichtverteilung auf die Wirtschaftsakteure wurde bemängelt. Es ist durchaus geboten, hier beständig auf die Missstände hinzuweisen, denn Planer und Errichter können zunehmend weniger gegen diese Problematik ausrichten. Bereits in den „Gründen“ der EMV-Richtlinie (RL 2014/30/EU) finden sich Vorgaben, welche die Verantwortung der Produkthersteller sowie der Netzbetreiber konkretisieren – darüber hinaus sollten die „europäischen Normungsgremien [...] dieser Zielsetzung (einschließlich der kumulativen Wirkung bestimmter elektromagnetischer Erscheinungen) bei der Ausarbeitung harmonisierter Normen auf angemessene Weise Rechnung tragen“ (Absatz (14)).

In Absatz (15) heißt es dann deutlich: „Zum Schutz gegen elektromagnetische Störungen müssen den verschiedenen Wirtschaftsakteuren Pflichten auferlegt werden. Diese Pflichten sollten gerecht verteilt und so gestaltet sein, dass dieser Schutz erreicht wird.“ Daran müssen sich alle Beteiligten messen lassen.


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Sachverst


D. Wolfinger (rechts), W. Henke (mitte) und ep-Redakteur S. Winterfeldt am Simulationskoffer Netze und Netzsysteme (Quelle: ep/U. Herrrgesell)


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Veranstalter, Teilnehmer und Referenten zum Abschluss des BGV-Expertentags Karlsruhe (Quelle: BGV)

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