Zum Hauptinhalt springen 
Elektrotechnik | Installationstechnik

Bestandsschutz - Nach 90 Jahren ausgedient

ep1/2007, 2 Seiten

Beim Beseitigen eines Kurzschlusses an der Beleuchtung eines Altbau-Mehrfamilienhauses (Baujahr etwa 1916) wurde eine Installation vorgefunden, bei der Metallmantelleitungen mit stoffummantelten Adern auf Putz mittels Metallschellen an Decke und Wänden befestigt sind. Der Metallmantel wurde ganz bewusst und offensichtlich als stromführender Leiter verwendet, da um die Abzweigdosen ein blanker Draht geführt ist, der notdürftig mit dem Mantel der jeweiligen Leitung verbunden (eigentlich nur in den Falz des Metallmantels gesteckt) wurde. Hierbei sehe ich eine massive Brandgefahr, da die Metallschrauben der Schellen auch im Holz befestigt sind – ganz zu Schweigen von der über die Leitungen geklebten Tapete. Die Verbindung zwischen Drähten wurde sogar ohne Klemme ausgeführt und statt dessen ein Draht wie eine Spirale um den anderen gewickelt. An einer anderen Abzweigdose war andererseits zu sehen, dass es scheinbar entsprechende Rohrschellen für die Brücke um die Abzweigdose gab. Darf eine solche Anlage trotz der genannten Mängel aus Gründen des Bestandsschutzes im vorgefundenen Zustand belassen bzw. instand gesetzt werden? Reicht hier die dringende Empfehlung zur Erneuerung der elektrischen Anlage auf Regiezettel und Rechnung? Was gilt bezüglich Gewährleistung und Verantwortung?


   

Autor
  • H. Senkbeil
Downloads
Sie haben eine Fachfrage?