Arbeits- und Gesundheitsschutz
Aus dem Unfallgeschehen - Kontaktzähne hatte Isolierung durchbrochen
ep10/2006, 1 Seite
genaussagen zufolge kippte der Gabelstapler in einer Kurve bei hoher Geschwindigkeit auf die Seite und begrub den Fahrer. Mitarbeiter der Firma halfen mit zwei Gabelstaplern, den gekippten Stapler anzuheben und den eingeklemmten Fahrer zu befreien. Für ihn kam jedoch jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch am Unfallort. Sein 16-jähriger Freund kam noch glimpflich davon. Er geriet mit dem Handgelenk unter einen Holm, konnte sich aber aus eigener Kraft befreien. Es stellt sich nun die Frage, ob sich ein solcher Unfall nicht auch in jedem anderen Betrieb hätte ereignen können? Ob am Tag oder in der Nacht, der Zündschlüssel von Flurförderzeugen ist nach Benutzung immer abzuziehen und sicher vor dem Zugriff Unberechtigter zu verwahren. Aus dem Unfallgeschehen Kontaktzähne hatten Isolierung durchbrochen Arbeitsauftrag. In einer Straße war das Netzkabel ausgetauscht worden. In den folgenden Wochen sollten nun neue Verbindungen zu den angrenzenden Häusern hergestellt werden. Mit diesen Arbeiten wurden zwei Elektroinstallateure eines Netzbetreibers beauftragt. Zum Anschluss der Häuser war teilweise eine Verlängerung erforderlich, da sich das neue Netzkabel auf der anderen Straßenseite befand. Der Anschluss in diesen Fällen sollte über eine Verlängerung mittels Verbindungsmuffe erfolgen. Bis auf die Verbindungsmuffe sollten die Arbeiten im freigeschalteten Zustand durchgeführt werden. Als zusätzliche Sicherungsmaßnahme wurde eine Absicherung mit einer superflinken Arbeitssicherung für das Netzkabel getroffen. Unfallhergang. Beide Monteure begannen mit den Arbeiten an einem weiteren Hausanschluss. Zuerst bereiteten sie die beiden Kabelenden für die Verbindungsmuffe vor und montierten bereits die Schraubverbinder auf die Einzelleiterenden des Verlängerungskabels (Bild ). Aus unverständlichen Gründen wurde auf der anderen Straßenseite begonnen, die Abzweigmuffe zu erstellen. Die Monteure setzten den Außenmantel des Kabels ab, brachten den Klemmring in die richtige Position und zogen die Klemmschrauben nur leicht an. Das Abzweigkabel wurde ebenfalls angeschlossen. Als die Monteure die Arbeiten an der Verbindungsmuffe fortsetzen wollten, fing es leicht zu regnen an. Ein Monteur fuhr deshalb weg, um einen Schirm zu holen. Der verbliebene und als Arbeitsverantwortlicher eingesetzte Monteur wollte nach eigenen Angaben inzwischen die Spannungsfreiheit an der Verbindungsmuffe feststellen. Dabei rutschte er aus und berührte mit der rechten Hand spannungsführende Teile. Es kam zu einer Muskelverkrampfung. Jedoch konnte er sich zum Glück selbst befreien. Unfallanalyse. Die „Kontaktzähne“ des Klemmrings waren bereits durch die Aderisolierung des Netzkabels gedrungen. Um dies zu vermeiden, bieten die Hersteller von Klemmringen Einlegestreifen an, die erst beim endgültigen Verschrauben entfernt werden. Grundsätzlich war in diesem Fall schon die Vorgehensweise zum Herstellen des Hausanschlusses falsch geplant worden. Die Verbindungsmuffe hätte ohne Weiteres fertig montiert werden können, bevor die Abzweigmuffe erstellt wird. Die Monteure verstießen somit gegen § 6 bzw. § 8 der BGV A3. J. Jühling Vormontierter Klemmring hatte Aderisolierung durchbrochen BETRIEBSFÜHRUNG EP1006-808-821 23.09.2006 11:47 Uhr Seite 809
Autor
- J. Jühling
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