Arbeits- und Gesundheitsschutz
Aus dem Unfallgeschehen - Kontakt mit Einspeisung des Lastschalters
ep3/2008, 1 Seite
Gabelstapler mit drehbarer Fahrerkabine Die Deutsche Gesetzliche Unfallversichtung (DGUV) hat den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2007 der Firma Jungheinrich verliehen. Das Unternehmen erhielt den Hauptpreis für einen Gabelstapler mit einer drehbaren Fahrerkabine. Das Fahrzeug ermöglicht Rückwärtsfahren ohne Verdrehen von Oberköper und Halswirbel. Sichtbehinderung des Fahrers. Gabelstapler gibt es seit 90 Jahren. Sie sind unverzichtbar für den innerbetrieblichen Transport. Allen gemein ist eine gravierende Schwäche. Beim Transport besonders großer Stücke ist dem Fahrer die Sicht versperrt - ein Problem, das bislang vorwiegend auf dessen Rücken abgeladen wurde. Rückwärtsfahren vorgeschrieben. Bei Sichtbehinderung ist Rückwärtsfahren Vorschrift, wobei Oberkörper und Kopf des Fahrers gedreht sind, und er den Stößen und Vibrationen des Gabelstaplers ausgesetzt ist. Das belastet Muskulatur und Bandscheiben. Zudem bestehen beim Rückwärtsfahren besondere Sicherheitsrisiken: Bei Wendemanövern oder beim Herausfahren aus einer Halle können die Sichtverhältnisse für den Fahrer problematisch werden. Freie Sicht mit drehbarer Fahrerkabine. Jungheinrich entwickelte einen Elektrostapler mit drehbarer Fahrerkabine vom Typ EFG 30. Wie gewohnt, fährt der Fahrer damit vorwärts an die Last heran und nimmt sie auf. Dann dreht er seine Kabine in einem oder mehreren Schritten, je nach Bedarf. So ist sicheres und entspanntes Fahren bei freier Sicht ohne Einschränkung möglich. Die Position von 180° bietet sich besonders für längere Strecken an. Deren direkte Anwahl erfolgt bei stehendem Fahrzeug, da eine automatische Umschaltung zur Fahrtrichtung erfolgen muss. Mithilfe dieser Automatik gibt es kein Rückwärtslenken und für den Fahrer kein Umdenken mehr - unabhängig davon, in welche Richtung sich der Stapler bewegt. Die Positionswechsel bis zu 90° können während der Fahrt erfolgen. Die komplette Bedienung, Lenkung sowie der Multipilot sind in den Armlehnen integriert. Nicht mehr rückwärts fahren zu müssen, ist gesünder und sicherer. Das mit 15000 Euro prämierte Modell hat noch weitere ergonomische Pluspunkte: „Zum ersten haben wir das gesamte Fahrerplatzmodul schwingungsmäßig vom Unterbau entkoppelt“, berichtete ein Entwickler. „Und zum zweiten haben wir viel Arbeit in den Sitz investiert. Er kann auf das Fahrergewicht eingestellt werden und verfügt über eine Horizontalfederung.“ Fahrbahnstöße und Vibrationen sind somit entschärft. Hilfe gegen Produkt-und Markenpiraterie Immer häufiger sind Verbraucher von Produktfälschungen, insbesondere aus dem asiatischen Handelsraum, betroffen. Herstellern und Händlern von Originalprodukten entsteht ein kommerzieller Schaden in Milliardenhöhe. Für Verbraucher kann es durch gefährliche Produktfälschungen zu Gefahren für Leib und Leben kommen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat in einem Forschungsprojekt versucht, die Möglichkeiten zur Kennzeichnung fälschungssicherer Produkte umfangreich für Hersteller, Importeure, Händler und Verbraucher darzustellen und auch deren Praktikabilität als Erkennungszeichen für gute Verbraucherprodukte aufzuzeigen. Der Leitfaden ist eine kurze Interpretation der Ergebnisse. Der Verbraucherleitfaden kann unter ISBN: 978-3-88261-577-7 auch online unter www.baua.de bestellt werden. Aus dem Unfallgeschehen Kontakt mit Einspeisung des Lastschalters Arbeitsauftrag. Für eine Windenergieanlage sollten zwischen der Vollkompensation in einem externen Schaltschrank und dem Hauptschrank die elektrischen Verbindungen hergestellt werden. Die Anlage wurde nur teilweise frei geschaltet, da das Computersystem und der Stromkreis zur Beleuchtung nicht abgeschaltet werden konnten. Die Arbeiten führten zwei Monteure aus. Unfallhergang. Die Monteure öffneten zu Beginn der Arbeiten den Leistungsschalter. Erst dann konnte der Hauptschaltschrank geöffnet werden. Weiterhin unter Spannung befanden sich die Eingangsklemmen des Leistungsschalters sowie die Kabelabführungen zur Beleuchtung und zur Versorgung des Computersystems. Die Monteure führten die Phasenverbindungen zum externen Schaltschrank über den oberen Bereich der Schaltanlage ein. Für den PEN-Leiter nutzten sie eine vorhandene Durchführung mit Verschraubung in der Schaltschrankwand gleich neben dem Leistungsschalter. Nach dem Einführen des PEN-Leiters pressten die Monteure einen Kabelschuh 70/10 auf das Leiterende. Der Anschluss dieses Leiters sollte über einen Bolzen an der Grundplatte des Schaltschrankes erfolgen. Um diese Kontaktstelle zu erreichen, musste das Kabel hinter den Anschlussleitungen des Leistungsschalters vorbeigeführt werden. Bei dem Versuch den PEN-Leiter anzuschließen, stellten die Monteure fest: die Bohrung des Kabelschuhs war zu klein. Die Öffnung musste aufgebohrt werden. Doch das wollten die Monteure erst nach dem Anschließen der Phasenleiter tun. Nach Aussage der Monteure fiel ihnen während der nun folgenden Anschlussarbeiten ein Werkzeug im Schaltschrank herunter. Dadurch soll der frei hängende PEN-Leiter mit einer unter Spannung stehenden Anschlussklemme des Hauptschalters in Berührung gekommen sein. Da die Leitung auf der Gegenseite schon angeschlossen war, entstand ein Kurzschluss, der sich zu einem dreiphasigen Lichtbogen entwickelte. Die Monteure erlitten einen Schock und zum Glück nur leichte Verbrennungen. Unfallanalyse. Durch die kurze Entfernung zum Trafo kam es im Bereich einer Zehntelsekunde schon zur Abschaltung. Der Kurzschlussstrom lag entsprechend der Untersuchungen auch nur bei etwa einem halben Kiloampere. Aufgrund dieser Umstände entstanden keine schwerwiegenden Verletzungen. Eigentliche Ursache war die Unterschätzung der möglichen Gefährdungen beim Arbeiten in der Nähe von unter Spannung stehenden Teilen. Die fünfte Sicherheitsregel wurde von den Monteuren nicht beachtet! Weder die Anschlussklemmen des Leistungsschalters noch der Kabelschuh wurden ausreichend abgedeckt, um eine Berührung von Anlagenteilen unterschiedlichen Potentials wirksam zu verhindern (§ 7 BGV A3). Unerheblich ist, wie es letztlich zu der Berührung kam. J. Jühling Elektropraktiker, Berlin 62 (2008) 3 206 BETRIEBSFÜHRUNG ARBEITSSICHERHEIT Kooperation mit der BG In Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik (BGETF), Köln, informiert der ep auf dieser Seite über aktuelle Themen der Arbeitssicherheit. Spuren des Lichtbogens am Kabelschuh des PEN-Leiters Hauptschaltschrank nach dem Lichtbogen
Autor
- J. Jühling
Downloads
Laden Sie diesen Artikel herunterTop Fachartikel
In den letzten 7 Tagen:
Sie haben eine Fachfrage?
