Fachbegriffe aus der Elektrotechnik erklärt
Was versteht man unter dem Leistungsfaktor? Was ist ein Kabelgraben?
Die Definition von elektrischen Größen ist notwendig, um exakte Berechnungen durchführen und z. B. das Verhältnis zwischen Wirk- und Scheinleistung bestimmen zu können.
Kabelgraben
Im Erdreich ausgehobener Graben zur Aufnahme von Kabeln. Die Kabeltrasse ist im Kabellageplan maßhaltig festgelegt, ebenso die Verlegetiefe der Kabel und die genaue Lage der Kabelmuffen.
Kabelverlegung
Kabel sind nach DIN VDE 0100-520 [1] so auszuwählen, dass während der Errichtung (Verlegung) und Nutzung eine Schädigung des Mantels und der Isolierung vermieden wird. Das gilt auch und gerade für Kabel, die unmittelbar in Erde (Kabelgräben) verlegt werden. Diese Kabel sind deshalb – außer bei deren Einpflügen – auf fester, glatter und steinfreier Oberfläche der Grabensohle zu betten. Die erforderliche Bettungsschicht aus steinfreiem, verdichtbarem Erdaushub oder feinkörnigem Sand beträgt etwa 10 cm.
In Erde sollen Kabel mindestens 0,6 m, unter Fahrwegen und Straßen jedoch mindestens 0,8 m unter der Erdoberfläche verlegt werden. In dieser Tiefe sind Erdkabel hinlänglich gegen mechanische Beschädigungen geschützt [2]. Außerdem sinkt in den kalten Wintermonaten die Bodentemperatur in dieser Tiefe i. Allg. nicht unter +5 °C.
Schutzvorkehrungen
Bei späteren Erdarbeiten im Bereich der Kabeltrasse, z. B. bei Aufgrabungen, besteht eine erhöhte elektrische Gefährdung. Deshalb empfiehlt es sich, zum Schutz gegen elektrischen Schlag oder Lichtbogen etwa 150 mm über dem Kabel oder Kabelbündel ein Warnband aus Kunststoff mit dauerhafter Signalfarbe, z. B. Gelb, zu verlegen. Mitunter werden Erdkabel auch durch Platten oder Hauben (Halbschalen) aus widerstandsfähigem Kunststoff, z. B. Hart-PVC, oder aus einem anderen festen Werkstoff mechanisch geschützt, s. Bild 2. Derartige Abdeckungen schützen Kabel beim Verfüllen und Verdichten des Kabelgrabens; sie haben außerdem beim
späteren Freilegen der Kabel eine wichtige Signalwirkung. Abdecksteine (Beton-Formsteine) werden heute kaum noch verwendet. Sie sind aber in großer Zahl in bestehenden Kabelanlagen noch vorhanden, s. Bild 3.
Autor: R. Müller
Literatur:
[1] DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520):2013-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Kabel- und Leitungsanlagen.
[2] DIN VDE 0276-603 (VDE 0276-603):2010-03 Starkstromkabel – Teil 603: Energieverteilungskabel mit Nennspannung 0,6/1 kV.
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Bild oben rechts: Zeigerdarstellung von Wirk-, Blind- und Scheinleistung (Foto: EP/R. Müller)
Bild Mitte Kabelgraben 1 Kabeldeckplatte; 2 Kabeldeckhaube, 3 Warnband; 4 Bettungsschicht (Foto: EP/R. Müller)
Bild unten links: Kabelabdeckung mit Formsteinen (Foto: EP/R.Müller)

